Verwandschaftshilfe – Finnlands Karoliina Kujala netzt auf Vorlage ihrer Schwester Elina (Nr. 18) zum 9:1 gegen Polen ein. /Foto: Elke Scholz
Damen WM, Tag 6: Die letzten beiden Viertelfinals in St. Gallen brachten heute die erwarteten Sieger. Angesichts der gezeigten Leistungen geht Finnland jedoch als klarer Favorit in das morgige Semifinale gegen Tschechien. Die hatten mit Dänemark mehr Probleme als gedacht. Japan ist indes das Schlusslicht dieser WM.
Viertelfinals
Ganz souverän löste Finnland, Sieger der Deutschland-Gruppe, sein Ticket ins Halbfinale. Anders als die Deutschen, welche ihre Niederlage gegen die spielstarken Skandinavierinnen einstellig halten konnten (1:9), lag Polen bereits nach 33 Minuten mit 1:10 zurück. Im Anschluss schalteten die Finninnen im Hinblick auf das morgige Halbfinale einen Gang zurück – Endstand 13:2. Deutlich mehr Mühe hatte Finnlands nächster Gegner Tschechien in seinem Viertelfinale gegen Dänemark. Di Nardo brachte den Außenseiter in der 7. Minute nach einem schnellen Konter in Front, Jarolimova besorgte in der 14. Minute den Ausgleich. Wer nun dachte, dass damit der Knoten bei den Tschechinnen geplatzt war, sah sich geirrt. Das Unentschieden hatte zur ersten Pause immer noch Bestand. Im zweiten Abschnitt drängte der Favorit dann aber endlich vehemter vors dänische Gehäuse und wurde mit zwei Toren durch Bocanova und Cepek-Zizkova belohnt. Zehn Minuten vor Ende beruhigte erneut Bocanova mit einem Powerplay-Tor zum 4:1 endgültig die Nerven der tschechischen Fans. Der Schlusspunkt 22 Sekunden vor Ende war wieder Bocanova vorbehalten, als sie den 5:1-Endstand markierte. Trotzdem konnte der letztlich klare Erfolg nicht darüber hinweg täuschen, dass Tschechien in St. Gallen offensichtlich Probleme mit skandinavischen Teams hat. Schon in der Vorrunde wäre man fast über Norwegen gestrauchelt (3:2). Im morgigen Halbfinale dürften die Tschechinnen angesichts der gezeigten Leistungen klarer Außenseiter gegen die überzeugenden Finninnen sein.
Periera sei Dank – Australien, immerhin B-WM Sieger von 2009, wurde Vorletzter. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Platzierungsrunde
Gestern noch waren die Deutschen dramatisch an Russland gescheitert, heute demonstrierte die USA, wie die Russinnen zu schlagen sind: Mit einer resoluten Defensive. Bis zur 55. Minute hatten sich die Amis so eine beruhigende 4:0-Führung erspielt, ehe Russland zumindest noch zu zwei Ehrentreffern kam. Damit sicherten sie die USA WM-Rang neun. Der zehnte Platz der Russinnen erscheint angesichts der enormen Probleme im Vorfeld – aus finanziellen Gründen reiste nur ein Rumpfkader bestehend aus 13 Feldspielerinnen und einer Torhüterin an, zudem wurde unmittelbar vor der Endrunde der Trainer entlassen – dennoch bemerkenswert. Für Deutschland endete das abschließende Spiel um Platz elf gegen die Slowakei mit einem Happy-End (zum Spielbericht). In der Verlängerung schoss Liebing ihr Team zum Sieg. Platz 13 holte sich die Niederlande mit einem 5:3 über Ungarn. Das Schlusslicht dieser WM wurde indes Japan. Die Asiatinnen verzweifelten im Spiel um Platz 15 an Australiens Torfrau Cien Periera, die ihrem Team mit 27 Saves den 5:2-Sieg sicherte und im Nachgang verdient zum ´Best Player` gewählt wurde.
Finnland – Polen 13:2
Tschechien – Dänemark 1:5
Deutschland – Slowakei 4:3 s.D.
Russland – USA 2:4
Niederlande – Ungarn 5:3
Australien – Japan 5:2
Halbfinale
Schweden – Schweiz
Finnland – Tschechien


























