Großevents wie die U19-WM in Weißenfels werden in Zukunft ohne neue Mitarbeiter nur schwer stattfinden können. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.de
Mit der letzten Delegiertenversammlung startete der deutsche Dachverband in seine nächste Etappe. Im Fokus standen insbesondere die Ansprüche an die Mitglieder- und Strukturenentwicklung von Floorball Deutschland. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Mathias Liebing über die Herausforderung der laufenden Mitgliederakquise.
Laut floorball.de habe der Vorstand in Leipzig die Möglichkeit genutzt, den anwesenden Delegierten die veränderten Rahmenbedingungen darzulegen, die sich durch das stetige qualitative und quantitative Wachstum der Sportart in der Verbandsarbeit ergeben würden. Abgeleitet wurde hierbei, dass das Ziel bestünde, schrittweise professionalisierte Strukturen zu schaffen, um den Arbeitsaufwand abzusichern. Es ginge ein lauter Appel an die Delegierten, dass Floorball Deutschland zur Sicherung und Verbesserung der ehrenamtlichen Arbeit dringend weitere Mithilfe benötigt. Besonders in den Bereichen Finanzen, Ausbildung und Entwicklung werden händeringend Mitarbeiter benötigt.
Für Mathias Liebing, Presse- und Marketingchef bei Floorball Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten den Personalmangel in Angriff zu nehmen: “Man kann die Ausgaben reduzieren oder die Einnahmen erhöhen. Da wir durch unsere ehrenamtlichen Strukturen, die ja von den Nationalspielern über den Vorstand bis in die Kommissionen die gesamte Verbandsarbeit umfassen, ohnehin mit ganz schmalen Kosten arbeiten, müssen wir die Einnahmen steigern. Hier steht die Sponsorenakquise an allererster Stelle”, unterstreicht Liebing. “Mit Hilfe der Sportmarketingagentur Contacts & Sports, für die ich ja im normalen Leben arbeite, haben wir eine Strategie entwickelt, dass über Top-Events mittelfristige zusätzliche Sponsorenmittel eingeworben werden sollen. Hierüber lassen sich dann hoffentlich schrittweise wachsende Verbandsstrukturen mit zum Teil bezahlten Mitarbeitern schaffen. Wir orientieren uns damit an einem Weg, den der tschechische Verband schon vor mehr als zehn Jahren begann und bislang mehr als erfolgreich beschritten hat.”
Liebing im Interview mit Nationalspielerin Pauline Baumgarten an der Damen-WM in St. Gallen. / Foto: Elke Scholz
Spricht man aber über rein ehrenamtliche Strukturen, wandelt sich der Ansatz ein wenig: “Wir müssen überzeugen”, betont Liebing. “Überzeugen, dass sich jeder einbringen und die kleine Floorballwelt mit dem eigenen Engagement ein Stück besser machen kann. Und das können wir, übrigens viel besser als größere und traditionellere Sportverbände, wo Entscheidungsebenen – dies bei allem Respekt – oft von ergrauten Herren besetzt sind, die Emails zur Bearbeitung ausgedruckt vorgelegt bekommen. Kurzum: Floorball ist eine tolle Sportart, die von dem oft grenzenlosen Engagement seiner Spieler, Trainer und Funktionärsnasen lebt. Und jeder, der eine gute Idee hat, etwas Zeit mitbringt oder jemanden kennt, der Zeit hat, ist in allen Ebenen herzlich eingeladen.”

























