Nur in Schwedens Nationalmannschaft auf Augenhöhe – AIK´s Karl-Johann Nilsson (vorn) und Storvretas Mattias Samuelsson. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Europafenster. Der schwedische Traditionsklub erlebt eine Seuchensaison und droht die Playoffs zu verpassen. Jetzt warf der Trainer hin. Reaktivierte Routiniers sollen die Wende bringen. In der Schweizer NLB regieren indes die Mucha-Zwillinge die Scorerwertung und dürfen zudem vom Durchmarsch in die SML träumen.
Krise bei AIK – Routiniers reaktiviert, Trainer wirft hin
Svenska Superligan. Die Räson im Kader von AIK Solna vor dieser Saison – zahlreiche Leistungsträger wechselten (u.a. Djurling, Antener, Gillek) oder beendeten ihre Karriere (die Abwehr-Haudegen Kranberg und Fischerström) – traf den Traditionsklub härter als erwartet. Die bisherige Saison läuft mehr als durchwachsen, aktuell droht AIK sogar die Playoffs zu verpassen. Als Reaktion warf erst gestern, nach einer 6:8-Pleite gegen Linköping, Trainer Packalén hin. Im Zuge der Krise wurden in den letzten Wochen immer mehr alte Routiniers reaktiviert. So kehrte z. B. Fischerström aus der Floorball-Rente zurück, um den Team zu helfen. Doch er allein reichte nicht, AIK bleibt im Tabellenkeller stecken. Aktuell liegt Solna mit gerade mal elf Punkten aus zwölf Spielen auf Rang elf, fünf Punkte hinter den Playoff-Rängen. Parallel zur Packaléns Rücktritt wurde deshalb nun David Blomberg zum Comeback überredet, der bis 2007 bei AIK spielte, danach in die Schweiz gewechselt war und seine Karriere eigentlich beendet hatte. Blomberg soll jetzt helfen, die Playoffs doch noch zu erreichen: “Jedes Spiel ist ein Endspiel um die Playoffs”, gibt sich der Flügel auf innebandymagazinet.se kämpferisch. Wo eventuell die Probleme liegen, kann sich Blomberg u. a. in den Highlights von der 4:6-Niederlage aus dem letzten TV-Spiel gegen Helsingborg anschauen.
Während mit Vizemeister Warberg ein weiterer Traditionsverein in der Krise steckt, nach der 7:8-Derbypleite gegen Helsingborg (die letzten Treffer im Video) rangiert der Klub immer noch nur auf Platz zehn -, zieht das Topquartett, bestehend aus Meister Storvreta, den Halbfinalisten der letzten Saison Caperiotäby und Falun sowie Pixbo vorne weiter unbeeindruckt seine Kreise. So konnte sich Storvreta jüngst sogar eine 2:4-Pleite bei Schlusslicht Mullsjö leisten und behielt dennoch die Tabellenführung.
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Große Augen – Pascal Haab durfte nur eine halbe Saison Wilers Nummer eins bleiben. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
NLB-Scorerwertung fest in Mucha-Hand
Swiss Mobiliar League. Zehn Punkte Vorsprung, ein Spiel weniger als der erste Verfolger GC Zürich: Wiler-Ersigen marschiert in der SML weiterhin unbeirrt vorne weg, baute mit dem jüngsten 15:5-Sieg gegen Uster seinen Startrekord auf nun 14 Siege am Stück aus. Dennoch entdeckte Neu-Trainer Luukkonen Verbesserungspotenzial – auf der Goalie-Position. So bearbeitete der Finne den eigentlich zurück getretenden Stammtorhüter Daniel Streit, bis dieser sein Comeback zusagte. Luukkonen plant mit Streit als klarer Nummer eins für die nächsten anderthalb Jahre: “Er ist für mich der beste Goalie der Schweiz. Erreicht er sein altes Level, ist er auch in der Nati gesetzt”, sagte Luukkonen, der bei der Schweiz, die in einem Jahr Gastgeber der Herren-WM sein wird, Assistent von Cheftrainer Petteri Nykky ist. Mit diesem Argument lockte er Streit letztlich zurück ins Wiler-Tor. Leidtragender dieser Rochade ist Pascal Haab, der nach drei Jahren als Nummer zwei endlich erster Goalie wurde und nun wieder hinten hätte anstehen müssen. Seine Reaktion: Er wechselt zum neuen Jahr hin zu Ligakonkurrent Grünenmatt.
Nicht nur in der Nationalmannschaft treffsicher – Dominic (re.) und Manuel Mucha. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Neues gibt es auch von Ex-Chemnitz-Star Jarkko Kumpulainen, der bei Waldkirch St. Gallen gehen musste. Der Finne heuert bei Floorball Thurgau, Tabellenführer der 1. Liga Ost (dritthöchste Spielklasse), an. Unterdessen dominieren die Mucha-Zwillinge mit ihrem Team Olten-Zofingen die Nationalliga B und liegen dort aktuell punktgleich mit Thun auf Rang eins. Bisher sieht es danach aus, als könne der Aufsteiger einen direkten Durchmarsch von der 1. Liga in die SML hinlegen. Auch die Scorerwertung steht im Zeichen der Muchas: Dominic steht dort mit 32 Punkten an der Spitze, dahinter liegt Burder Manuel mit 26. Mit Andreas Gahlert liegt übrigens noch ein weiterer Deutscher Nationalspieler in den Top zehn dieser Wertung. Der Center rangiert dort mit 18 Punkten auf Rang neun.
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Harte Bandagen – Eräs Kantola erwischt SSV-Goalie Rytych (im Hintergrund) in der kurzen Ecke und bekommt direkt die Quittung präsentiert. /Foto: Mikko Hyvärinen
Enger Spitzenkampf in Finnland
Salibandyliiga. Berichteten wir im letzten Europafenster noch von SSV Helsinkis Rückkehr an die Tabellenspitze, so ist diesmal direkt ein kleiner Hänger des Meisters Thema. Den in den folgenden beiden Spielen kassierte Helsinki zwei Heim-Niederlagen am Stück, zunächst ein 4:8 gegen Koovee Tampere anschließend ein 4:5 nach Verlängerung gegen Vizemeister Seinajoki. Im Lokalderby mit Tapanilan Erä unter der Woche drohte daraus eine Minikrise zu werden, den Erä spielte effektiv und machte bis zur 28. Minute aus sieben Schüssen vier Tore. In der Folge wurde SSV-Goalie Rytych durch Lötjönen ersetzt und Helsinki kämpfte sich zurück – Järvinen und Manner besorgten mit einen Doppelschlag zehn Minuten vor Ende den 5:5-Ausgleich, Lethonen sicherte anschließend in der 3. Minute der Overtime den SSV-Sieg. Damit verteidigte Helsinki Rang drei und liegt punktgleich mit dem Spitzenduo Seinajoki und Classic Tampere. Erä folgt mit einem Punkt Rückstand.
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Pokal und Geldregen winken – Vitkovices Verteidiger Patrick Suchanek. /Foto: Andreas Schulz, berlinfloorballopen.com
Spitzenduell im Pokalfinale
Fortuna Extraliga. In Tschechien fiebert man dem Pokalfinale entgegen, in dem am Montag das Spitzenduo der Extraliga, Vitkovice und Chodov, aufeinandertrifft. Beide liegen mit jeweils 33 Punkten ganz vorne in der Tabelle, für beide wäre es der erste Pokalsieg. Zudem locken 100.000 Kronen Preisgeld für den Sieger – immerhin 4.000 Euro. Der Verlierer darf sich mit 30.000 Kronen (1.200 Euro) trösten.
Alle Informationen zur Fortuna Extraliga unter florbal.cz
(tn)


























Niklas Rosberg
16. Dezember 2011
aber hallo?! AIK hat ihren training nicht gefeuert! er hat selber gesagt das er geht, AIK als verien wollte ihn noch behalten!
floorballmagazin
16. Dezember 2011
Hey Niklas, da sieht man mal, zu was “Laien-Schwedisch” führen kann. Besten Dank für den Hinweis, im Artikel ist es korrigiert. Bleibt nur die Frage, ob das ein besseres oder noch schlechteres Bild vom Zustand bei AIK zeichnet?
(tn)