Bewahrt Haltung – Mit 10 Toren und 3 Vorlagen ist Hamann produktivster Mann der Chemnitzer. / Foto: Anja Thurow, floor-fighters.de
Die Floor Fighters Chemnitz kämpfen um einen kontrollierten Klassenerhalt. Die anstehende Auswärtspartie in Lilienthal könnte eine erste Vorentscheidung bedeuten. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Flügelstürmer Philipp Hamann über die bescheidenen Ansprüche der Chemnitzer, seine bisherigen Vereinswechsel und die Entwicklungsarbeit in Jena.
Floorballmagazin: Am kommenden Samstag reist Chemnitz nach Lilienthal. Der Verlierer trägt im Anschluss die rote Laterne – ein Schlüsselspiel?
Philipp Hamann: Definitiv. Es geht direkt gegen den letzten Tabellenplatz. Wichtiger könnte das Spiel für uns kaum sein.
Lilienthal gelang es am vergangenen Wochenende Hamburg im Pokal auszuschalten. Das Hinspiel konntet aber ihr mit 3:1 für euch entscheiden. Gibt es einen Favoriten?
Ich denke, nicht. Wir haben uns vor dem letzten Spiel intensiv auf das Aufeinandertreffen mit den Lilienthalern vorbereitet. Ähnlich sieht es jetzt auch aus. Aber auf deren Heimstärke waren einige Teams nicht vorbereitet. Wir werden sehen.
Du persönlich bist in Chemnitz als Neuzugang gleich zum Topscorer avanciert, die Floor Fighters zeichnet mit 42 Toren aus 11 Spielen aber die schwächste Offensive der Liga aus. Wo haperts?
Wenn wir die genauen Gründe kennen würden, wäre eventuell einiges anders gelaufen. Wir haben das Problem, dass wir nur selten komplett trainieren können. Demzufolge fehlt größtenteils die Konstanz der Linien, woraus Fehler resultieren. Ebenso muss individuell noch mehr gearbeitet werden. Physisch wie technisch. Es gibt also genug Baustellen.
VIDEO: Chemnitz entscheidet Hinspiel auch dank zwei Treffern von Philipp Hamann mit 3:1 für sich:
(produziert von TV Lilienthal)
Nach Kumpulainens Abschied hatte Chemnitz aufrüsten müssen, Jukka Toikkanen und Ville Vannesluoma vermissen aber bislang die benötigte Durchschlagskraft. Um wieder als Playoff-Kandidat auftreten zu können, braucht der Kader eine Veränderung?
Jukka kann leider nur sehr selten mit uns trainieren und Ville hat noch viel Luft nach oben, so ist es halt einfach und das lässt sich nicht ändern. Letztlich muss ich deiner Frage aber grob zustimmen. Jedoch versteifen wir uns dabei nicht auf Legionäre aus den Topnationen. Man findet nicht immer Spieler wie Kumpulainen oder Sumen. Da unsere Kaderdecke allgemein gering ist, muss ebenso innerhalb der Region gearbeitet werden. Dabei ist auch die Jugendintegration wichtig. Inwiefern wir das umsetzen können, müssen wir schauen.
In den vergangenen vier Saisons warst du in drei Vereinen unterwegs – Döbeln, Berlin und nun Chemnitz. Wie unterschieden sich diese Stationen?
Darüber könnte ich sicher einen dreistündigen Vortrag halten – ich versuche es zu kürzen. Döbeln ist meine Heimat. Da hat einfach alles begonnen und so verbindet einen immer viel damit. Jedoch ist es auf sportlicher Ebene meist schwierig. Die Entwicklung geht leider nicht so schnell voran wie es sicherlich beabsichtigt war. In Chemnitz wiederum finde ich bis jetzt eine sehr gute Infrastruktur des Vereins vor. Die Bedingungen sind für unseren Grad der Professionalität sehr gut, aber sportlich kann auch hier mehr gehen. Dabei sind die Potentiale ähnlich wie in Döbeln. Die Saison, die ich in Berlin erleben durfte, war unbeschreiblich. Wir hatten das Glück ein sehr homogenes Team zu haben, hinzukommend zwei gute Trainer und sehr gute ausländische spieler. Da habe ich extrem viel lernen können. Jedoch muss das Berliner Floorball permanent um alles kämpfen. Da ist die Konkurrenz der Sportarten innerhalb der Stadt bei weitem größer.
Die gute Laune bleibt trotz Offensivmühen erhalten – Philipp Hamann (l.) mit David Reich (m.) und Moritz Götze. / Foto: Kristin Schmidt, floor-fighters.de
Du bist auch bei der Entwicklung von Floorball in Jena dabei. Wie sieht es da aus?
Ich kann nur stolz darauf sein, was sich hier entwickelt. Der wilde Studentenhaufen ging vom Mixed zum Kleinfeld über und macht seine Sachen mehr als ordentlich. Leider habe ich keine Zeit mehr die Trainings zu leiten, ich bin nur noch im Hintergrund aktiv. Sehr gut funktioniert auch die Unterstützung durch unseren Partnershop und unsere Ausrüster-Marke. Wenn alles so weiterläuft dann haben wir auch ein hervorragendes Ansehen im USV Jena, dem größten Verein Thüringens und können auch mit denen die nächsten Schritte angehen. Man darf gespannt sein.
Was wäre ein Saisonabschluss, mit dem man in Chemnitz zufrieden sein kann?
Nach dem jetzigen Verlauf geht es leider nur noch um Rang 7 oder 6. Unser Restprogramm kommt uns dabei noch zugute. (jk)



























Axel Hamann
18. Januar 2012
Irgendwann kommt er vielleicht wieder nach hause;-)