Zwei skandinavische Brocken

Alter schützt nicht vor Erfolg - Norwegen ist klarer Favorit auf den Quali-Sieg in Münster. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

WM-Qualifikation. Teil II der Analyse von Deutschlands Gegnern: Mit Norwegen und Dänemark stehen dabei die härtesten Konkurrenten von Soutters Equipe im Kampf um die ersten beiden Plätze im Fokus. Während die Dänen ein bekannter Gegner sind, liegen die letzten Vergleiche mit Norwegen schon lange zurück.

Nur die ersten beiden Teams werden am Ende des Qualifikations-Turniers in Münster ein direktes Ticket für die WM in der Schweiz diesen Dezember gelöst haben, der Dritte muss dagegen auf den Quervergleich mit den anderen Quali-Gruppen hoffen. Alles andere als ein Dreikampf zwischen Dänemark, Norwegen und Deutschland um die zwei begehrten Spitzenplätze wäre eine Riesenüberraschung und ist eigentlich nicht zu erwarten. Vorab sind auch die Rollen innerhalb dieses Trios klar verteilt: Norwegen, bei der letzten WM nur äußerst knapp an Rang fünf und der damit verbundenen direkten WM-Qualifikation vorbei geschrammt, ist klarer Favorit, während sich Deutschland und Dänemark auf Augenhöhe begegnen. Die Dänen sind Deutschland ein bekannter Gegner, erst letzten November traf man in Wernigerode aufeinander. Endstand damals 8:8. “Aus diesem Spiel konnten wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen”, sagt Nationaltrainer Philippe Soutter. Zudem waren bei dem Duell im Herbst die Holtz-Brüder nicht mit dabei – Geben sie diesmal den entscheidenden Ausschlag zugunsten Deutschlands?

Dänemark

Der 13. Platz bei der WM 2010 in Helsinki war eine herbe Enttäuschung für die ambitionierten Dänen, die eigentlich das Viertelfinale anvisiert hatten. Wie Deutschland hat Dänemark seitdem nur ein internationales Turnier bestritten – den Vier-Nationen-Cup Anfang November in Wernigerode. Die Mannschaft ist technisch enorm stark und einmal in Fahrt kaum zu bremsen. Vor allem wenn man ihnen zu viel Raum lässt. Trifft Dänemark jedoch auf einen physisch präsenten Gegner, der hart in die Zweikämpfe geht und konsequent in die Schüsse springt, sind sie schnell zermürbt. Zudem ist das Unterzahlspiel der Dänen nicht sattelfest: Fünf der acht deutschen Tore beim Unentschieden vor knapp drei Monaten waren Powerplay-Treffer.

Die letzten drei Duelle:

6. November 2011, Wernigerode: 8:8
7. November 2010, Fredrikshavn: 9:5
6. November 2010, Fredrikshavn: 4:10

Norwegen

Erst im Sudden Death musste sich Norwegen bei der letzten WM im Spiel um Platz fünf Lettland geschlagen geben. Diese Niederlage war vor allem deshalb schmerzhaft, weil die Skandinavier damit die direkte Qualifikation für die anstehende Weltmeisterschaft verpassten und somit den “Umweg” über Münster gehen müssen. Es steht eigentlich außer Frage, dass Norwegen der große Favorit auf den Turniersieg ist. Keine der anderen Mannschaften hat einen derartigen Mix aus Qualität und Erfahrung. Mit Willy Faustkanger haben sie beispielsweise den WM-Rekordspieler und -Topscorer in ihren Reihen: Der 35-jährige hat alle Endrunden seit 1996 mitgespielt und dabei in 42 Spielen 68 Punkte (40+28) gesammelt. Sein Teamkollege Evensen, 37-jährig, ist ebenso lange dabei.  Star der Mannschaft ist allerdings ein anderer: Ketil Kronberg. Der Stürmer vom Superligan-Klub IBK Dalen ist schon mehrfach in die Top 10 der weltbesten Spieler gewählt worden – ein Ausnahmekönner, wenngleich auch schon 31 Jahre alt. Der “Team-Methusalem” ist übrigens Tomas Näsholm. Der Goalie von Sarpsborg bringt es bereits auf 39 Jahre und wurde offensichtlich mit guten Knien gesegnet. Insgesamt ist das Team der komplette Kontrast zu der verjüngten deutschen Equipe: Nur sieben norwegische Akteure sind nach 1985 geboren, gar nur zwei in den 90´igern. Deutschland konnte gegen die Skandinavier noch nie gewinnen. Das letzte direkte Duell beider Mannschaften datiert von der WM 2006.

Die letzten drei Duelle:

25. Mai 2006, Malmö: 4:9
20. Mai 2004, Zürich: 3:18
23. Mai 2002, Helsinki: 3:8

(tn)

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