Deutschland zerfleischt Dänemark

Die "Swiss Connection" um Mucha-Mucha-Gahlert steuerte fünf Tore und sieben Vorlagen bei. / Foto: IFF

Die "Swiss Connection" um Mucha-Mucha-Gahlert steuerte fünf Tore und sieben Vorlagen bei. / Foto: IFF

Auf eine unerwartet souveräne Weise streckt die deutsche Auswahl im Schlüsselspiel Dänemark mit 14:3 nieder. Über alle drei Drittel hinweg dominiert die Auswahl von Soutter und Kern gegen harmlose Nordländer und schafft damit einen kostbaren Erfolg im Kampf um die WM-Teilnahme.

Es sollte ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen werden, ein Krimi, in dem gute Nerven und absolute Konzentration in den letzten Spielminuten über Sein oder Nichtsein entscheiden könnten. Statt dessen führte die deutsche Mannschaft ihre dänischen Gegner, die an diesem Abend nur eine blamable Leistung vorzuweisen hatten, vor und setzte eine international wohl riechende Duftmarke. Auf den mit 323 Zuschauern diesmal mäßig gefüllten Tribünen machte sich sprachloses Staunen breit.

Zunächst überrascht gleich in der 2. Spielminute Fredrik Holtz den dänischen Keeper Anders Kjaer mit einem präzisen Schuss zur frühen deutschen Führung. Dänemark wirkt verängstigt, schanzt sich ein und vertraut auf bestenfalls gut gemeinte Gegenstöße. Deutschland führt Regie, verzichtet aber auf lange Passstafetten und sucht schnelle Abschlüsse.

In der 14. Minute findet Andreas Gahlert mit einem scharfen Pass von der Mittellinie aus den am rechten Pfosten postierten Dominic Mucha, der zum 2:0 einnetzt. Sekunden nach Wiederanpfiff behauptet Fredrik Holtz an der rechten Bande den Ball und findet mit einem intuitiven Pass quer vors Tor Benjamin Borth der sogar auf 3:0 erhöht. Dänemark versucht mit einigen wenigen mutigeren Aktion zu antworten, Deutschland drosselt geschickt das Tempo.

Der zweite Spielabschnitt gehört erneut nur der Heimmannschaft. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff verzögert Fredrik Holtz einen Bogenlauf und schickt den Lochball von der rechten Bande aus in die Maschen. Wenige Augenblicke später legt beim ersten Überzahlspiel des Abends Manuel Mucha auf seinen Bruder Dominic auf, der zum 5:0 einnetzt.

Dänemark gelingt im Anschluss die erste ernstere Druckphase, doch auch ein Überzahlspiel können die Skandinavier nicht verwandeln. Fredrik Holtz scheitert zwar im Anschluss mit seinem Penalty an Kjaer, im darauf folgenden Powerplay markiert Manuel Mucha per Direktabnahme aus dem Slot heraus trotzdem das 6:0.

Highlights des 2. Spieltages der WM-Quali

In der 31. Spielminute prescht Fredrik Holtz in Überzahl vors dänische Tor und erhöht auf 7:0. Philip Hühler zieht in der 38. vom linken Pfosten ab – 8:0. Dänemark, das längst orientierungslos im deutschen Offenstivstrudel untergeht, verkürzt zwar noch kurzzeitig auf 8:1, Fredrik Holtz legt dennoch auf 9:1 nach.

Auch das Schlussdrittel dominiert die Auswahl von Philippe Soutter nach Belieben. Einen langen Abschlag legt Manuel Mucha vom linken Flügel aus direkt auf Ramon Ibold ab, der auch beim zweiten Auftritt im ersten Block überzeugt und die Torausbeute verdient zweistellig gestaltet. Sekunden später scheitert Fredrik Holtz (dank druckvollen Spiels, vier Toren und zwei Vorlagen zum besten deutschen Akteur der Partie gekürt) im Alleingang am eingewechselten Danni Jensen bevor Benjamin Borth per Nachsetzer auf 11:1 erhöht. Beim 12:1 netzt Manuel Mucha auf Vorlage von Andreas Gahlert ein.

Nachdem sich auch Novize Erik Schuschwary unter den Torschützen eintragen darf, nutzt Dänemark im Anschluss zwei Überzahlspiele zum Doppelschlag – mehr als Ergebniskosmetik bedeutet dies aber nicht. In der 58. Spielminute läuft Dominic Mucha allen davon und besiegelt mit dem 14:3 den Endstand eines bemerkenswerten Auftrittes der deutschen Auswahl.

Während Deutschland nicht nur eine sensationelle Leistung, sondern vor allem ein Quantensprung im Kampf um die ersehnten WM-Tickets gelingt, muss Dänemark nun sogar um einen zumindest aussichtsreichen dritten Platz bangen, dürfte die Ausbeute der Drittplatzierten der drei anderen Gruppen doch um einiges gefährlicher geworden sein. An den bisherigen acht (A-)Weltmeisterschaften hatten Dänemark kein einziges Mal gefehlt. Bereits am Nachmittag überraschte Belgien mit einem 3:0-Erfolg gegen Spanien und Norwegen zerlegte Frankreich mit 21:0. (jk)

Deutschland – Dänemark 14:3 (3:0, 6:1, 5:3)
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Interview der Veranstalter mit Fredrik Holtz