Ende einer langen Durststrecke

Elina Kujala (li.) und ihre Teamkolleginnen spielten die wichtigste Rolle beim Sieg Finnlands beim diesjährigen Finnkampen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Bei den Herren ist Finnland seinem Rivalen Schweden schon länger leicht voraus. Doch im Junioren- und Damenbereich klafften über Jahre große Lücken zwischen den Top-Nationen. So mussten die Finnen zwölf Jahre auf einen Sieg beim traditionellen Finnkampen warten. Letztes Wochenende war es endlich so weit.

Einmal im Jahr, jeweils Anfang Februar, sammeln sich die gesamten Nationalteams von Finnland und Schweden an einem Tag in einer Halle zum Finnkampen. Dieses Turnier gibt es bereits seit den Neuzigern und aus diesem Jahrzehnt datiert auch der letzte finnische Sieg: Die gesamten zehn Auflagen der 00´er Jahre gewannen die Schweden. Letzten Samstag endete jedoch die finnische Durststrecke in der Joensuu Arena im äußersten Südosten Finnlands. Ein Tor sorgte schließlich für den entscheidenden Unterschied im engsten Finnkampen aller Zeiten.

Dabei sah es lange nach einem erneuten Durchmarsch der Schweden aus: Sowohl das Duell der U19-Damen (3:2) als auch das der U19-Herren (7:6) ging an die Blau-Gelben. Die Juniorinnen der Finnen konnten im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen immerhin das Penaltyschiessen, welches beim Finnkampen nach jedem Spiel folgt, unabhängig von dessen Ausgang, gewinnen. Dafür gab es einen Punkt. Schweden hatte nach den ersten beiden Partien jedoch schon deren fünf und marschierte Richtung Turniersieg.

Erste Niederlage seit 29 Spielen

Zumal nun die eigentlich sicherste Hypothek des Finnkampen-Dauersiegers folgte: dessen Damen-Auswahl. Die hatten sich erst letzten Dezember in einem einseitigen Finale gegen Finnland die Weltmeisterschaft geholt. Ihre letzte Niederlage datierte vom 16. Mai 2007, seitdem blieb die Equipe 29 Spiele unbesiegt. Bis diesen Samstag. Mit einem starken Zwischenspurt im Mitteldrittel zog Außenseiter Finnland binnen zehn Minuten von 1:1 auf 5:1 davon, gewann am Ende 6:4 und holte zudem noch den Extrapunkt im Penaltyschiessen. Plötzlich war der Punktestand zwischen den Nationen nur noch 4 zu 5. Der Vergleich der Männer musste also die Entscheidung um den Turniersieg bringen.

Nach dem überragenden 6:2-Sieg über den Erzrivalen bei der Heim-WM im Dezember 2010 hatte sich Finnland beim vergangenen Finnkampen von Schweden böse rupfen lassen und unterlag 5:11. Dieses Jahr blieb das Duell absolut ausgeglichen. Der Siegtreffer war schließlich Mika Moilanens Tor zum 5:3 in der 54. Minute. Schwedens Johan Anderson konnte gute 120 Sekunden später nur noch verkürzen. Nach dem 5:4-Erfolg blieb die anschließende finnische Niederlage im Penaltyschiessen nur eine Randnotiz.

Engster Finnkampen aller Zeiten

Denn unterm Strich gewann Finnland den engsten Finnkampen aller Zeiten. Beide Nationen waren nach vier Spielen punktgleich, drei Duelle endeten nur mit einem Tor Unterschied. Schlussendlich gab tatsächlich der Zwei-Tore-Erfolg der finnischen Damen über ihre schwedischen Rivalinnen den Ausschlag für den Gastgeber, der damit erstmals seit 1999 das prestigeträchtige Turnier gewinnen konnte.

Schweden leckt hingegen seine Wunden: „Egal ob bei Eishockey, Leichtathletik, Hockey oder Boule: Gegen Finnland willst du nicht verlieren“, äußerte beispielsweise Herren-Kapitän Johan Samuelsson nach der Niederlage seines Teams merkbar angekratzt gegenüber dem Innebandymagazinet.  (tn)