Der Konkurrenz enteilt – Storvretas Kanebjörk und Holtz (v.l.). /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Europafenster. Die verrückte Welt der Playoffs: Zum Auftakt der Viertelfinals in der Schweizer SML wird die Tabelle der Qualifikation kurzerhand auf den Kopf gestellt. Auch in den Playdowns mucken bei den Eidgenossen die Underdogs auf. In der schwedischen SSL kursiert indes die Frage, wer in aller Welt den Titelverteidiger stoppen soll.
Wer stoppt den Meister?
Svenska Superligan. In beeindruckender Manier führt Titelverteidiger Storvreta die Tabelle der Superligan an. Im Topspiel gegen Verfolger Falun (Highlights im Video) siegte das Team aus Uppsala 5:3 und baute seinen Vorsprung vor Rang zwei auf sechs Punkte aus. Zwar werden die Karten in den Playoffs, die nach den noch anstehenden fünf Spieltagen beginnen, neu gemischt, doch in der jetzigen Form geht die Meisterschaft nur über Storvreta. Fredrik Holtz punktete gegen Falun übrigens doppelt, bereite den ersten Treffer vor und erzielte den zweiten selbst.
Am Strich und in der Abstiegszone sieht die Situation hingegen längst nicht so klar aus, wie an der Spitze. Mitten drin in diesem Hauen und Stechen sind weiter die Traditionsklubs Warberg und AIK Solna, die sich immerhin von 2005 bis 2009 die Meisterschaften aufgeteilt hatten (Warberg 3, AIK 2). Während Warberg aktuell zumindest den letzten Playoff-Platz acht behauptet, muss AIK, vier Punkte dahinter auf Rang 10 liegend, vor allem nach hinten schauen. Denn deren Vorsprung auf Relegationsplatz 13, den momentan Umea City besetzt, beträgt nur schmale drei Zähler. Da schmerzte die jüngste 1:3-Derbyniederlage gegen Rivale Caperiotäby umso mehr.
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Gemeinsamer Tiefflug zum Auftakt – Sowohl Wiler (grün) als auch GC (blau-weiß) verloren das erste Viertelfinal-Spiel der SML. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Strauchelnde Favoriten
Swiss Mobiliar League. Abgesehen von Wiler-Ersigen, die ungefährdet vorneweg marschierten und die Qualifikation mühelos mit 16 (!) Punkten Vorsprung auf den Zweiten GC Zürich gewannen, zeigte sich im Laufe der Saison bereits eine enorme Ausgeglichenheit zwischen den Teams der SML. Dennoch bot der Playoff-Auftakt eine Überraschung: Und zwar einen synchronen Taucher aller vermeintlichen Top-Teams im ersten Spiel. Die ersten Vier verloren durch die Bank ihre Heimpartien. Mal knapp, wie Köniz (mit Antener und Djurling) gegen Malans – 6:7 nach Verlängerung. Mal torreich, wie Zürich gegen Chur (mit Bernieck) – 9:11. Mal desaströs, wie die Tigers Langnau (mit Nationaltrainer Soutter an der Bande) gegen Rychenberg-Winterthur (die ab kommender Saison von Soutters aktuellem Nati-Assistenztrainer Kern trainiert werden) – 0:8. Und mal absolut unerwartet, wie Wiler-Ersigen, die tatsächlich daheim gegen den Achten Grünenmatt vergeigten – 8:10.
Während die Tigers und GC die Serie (Best-of-Seven) mittlerweile drehen konnten und mit 2:1-Siegen führen, braucht Köniz, das auch die folgenden beiden Spiele gegen Malans verlor, inzwischen ein veritables Playoff-Wunder fürs Halbfinale. Erstaunlicherweise liegt auch Serienchampion Wiler-Ersigen gegen Grünenmatt weiter zurück. Nachdem die Equipe um die Weltstars Hofbauer und Jussila im zweiten Match zwischenzeitlich ausgleichen konnte (6:5), setzte es im Anschluss wieder eine Heimpleite – 7:8 nach Verlängerung. Im Laufe der ganzen Quali hatte Wiler insgesamt nur zweimal verloren – Stichwort neu gemischte Karten in den Playoffs. Dieses Wochenende stehen die nächsten zwei Partien der Viertelfinals an.
Und was für den Kampf um die Meisterschaft gilt, das hat auch in den Playdowns Bestand: Die Underdogs zeigen, wo es langgeht. So schockte Zug United, in der regulären Saison mit nur einem kümmerlichen Sieg, zum Auftakt Uster, die erst im Endspurt die Playoffs verpasst hatten, mit einer 12:2-Demontage. Weniger erfreulich lief der Auftakt für Waldkirch St. Gallen (mit Nati-Kapitän Philipp Hühler), die, eigentlich besser klassiert, ihre erste Partie 5:6 gegen Kloten verloren. Eine Liga tiefer durften indes die Mucha-Zwillinge jubeln. Sie gewannen als Aufsteiger mit ihrem Klub Unihockey Mittelland die Qualifikation der Nationalliga B und wollen nun in den Playoffs den Durchmarch in die SML schaffen.
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Wird mit eingebauter Treffer-Garantie geliefert – Tormaschine Henri Johansson (re.). /Foto: Mikko Hyvärinen
Johansson als Rettungsanker
Salibandyliiga. Vier Spieltage vor Ende der Qualifikation hat sich in Finnland ein Trio deutlich abgesetzt: Vizemeister Seinajoki, Titelverteidiger SSV Helsinki und der letztjährige Quali-Sieger Classic Tampere werden Rang eins unter sich ausmachen. Aktuell hat Seinajoki dafür die besten Karten: Das Team von Mikko Kohonen liegt zwei Punkte vor SSV und deren drei vor Classic. Spannend ist es am Strich: Hier streiten ebenfalls drei Mannschaften um den letzten Playoff-Platz. Neben Loviisa sind das Happee Jyväsyklä sowie Nokia. Das Team aus der Handystadt darf sich vor allem bei seiner laufenden Lebensversicherung Henri Johansson bedanken, dass es noch im Kampf um die Playoffs mitmischt. Der kleine Stürmer und finnische Nationalspieler erzielte in den bisherigen 22 Saisonspielen satte 74 Punkte (50+24) und war damit an jedem dritten Tor Nokias direkt beteiligt. In der Skorerwertung führt Johansson mit zwölf Punkten Vorsprung.
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Perfekte Konstellation
Fortuna Extraliga. Schaut man auf die Tabelle der Extraliga drei Spieltage vor Ende und wirft anschließend einen Blick auf den Spielplan, könnte man meinen, ein unsichtbarer Regisseur hätte vor der Saison genau dieses Szenario inszenieren wollen. Von der Konkurrenz weit enteilt buhlen Chodov, Meister Tatran und Vitkovice um Rang eins. Letztere führen im Moment, einen Punkt vor Chodov und drei vor Tatran. Die ausstehenden Duelle lauten nun Chodov – Vitkovice (20. Spieltag), Vitkovice – Tatran (21. Spieltag) und Chodov – Tatran (22. Spieltag). Unsere tschechischen Kollegen von florbal.cz widmeten dieser außergewöhnlichen Konstellation einen eigenen Titelbeitrag. “Es wird eine gute Vorbereitung für die Playoffs sein”, meinte dort beispielsweise Tatran-Verteidiger Michal Podhrasky.
Alle Informationen zur Fortuna Extraliga unter florbal.cz
(tn)



























