Zurück im Rampenlicht

Hatte insbesondere im Pokal bislang gut lachen und steht mit Köln im Viertelfinale - Jan Ehmann. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Hatte insbesondere im Pokal bislang gut lachen und steht mit Köln im Viertelfinale – Jan Ehmann. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Jahrelang war Goalie Jan Ehmann im Dienste Bremens eine feste Größe in der 1. Bundesliga. Dann verschwand der damals ambitionierte Nationalspieler in den wilden Westen und tauchte im Trikot des ASV Köln wieder auf der großen Bühne auf. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit dem 25-Jährigen über die kommenden Highlights der Domstädter.

Floorballmagazin: Der Playoff-Poker in der 2. Bundesliga hat ja einiges zu bieten. Wie stehen die Kölner Chancen vorm letzten Spieltag? Kann man sich vorstellen, dass Bonn gegen den WFC straucheln könnte?

Jan Ehmann: Nein, das glaube ich nicht. Der WFC war vor zwei Wochen hier in Köln und sie haben erstaunlich schwach gespielt, so dass es kein Problem für Bonn werden wird… leider. Dass Mittelnkirchen und Neuwittenbek noch einbrechen würden, war uns eigentlich klar. Beide Teams hatten in der zweiten Saisonhälfte noch schwere Auswärtsspiele vor sich und hatten anfangs von vielen Heimspielen profitiert. Wir müssen aber auch ganz klar sehen, dass wir den zweiten Platz selbst verspielt haben. So war die Verlängerung in Butzbach mehr als unnötig und das wichtige Spiel in Bonn haben wir deutlich verloren. Bonn hat uns damit in dieser Saison fünf Punkte abgenommen und stehen somit zu Recht vor uns. Allerdings hatte Lilienthal letzte Saison eine ähnliche Situation wie wir jetzt.

Ist der Aufstieg in die 1. Bundesliga überhaupt ein Thema in Köln? Zumindest auch aus langfristiger Sicht?

Ich glaube, in Köln fühlt man sich ganz wohl in der 2.Bundesliga. Natürlich geht man in jedes Spiel, um es zu gewinnen und wenn man am Ende in die Playoffs kommen sollte, muss man sich auch mit dem Thema Aufstieg beschäftigen – aber in dieser Saison ist und war es für uns kein Thema. Auf längere Sicht fehlt uns leider der Unterbau mit talentierten Nachwuchsspielern, so wie es ihn beispielsweise in Bremen gibt. Unser Team wird eher immer älter, als dass es sich verjüngen würde. So haben wir dieses Jahr schon mit einem Ü30-Block gespielt.

Ehmann bleibt unverzichtbarer Rückhalt des ASV. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Ehmann bleibt unverzichtbarer Rückhalt des ASV. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Du warst lange Zeit einer der besten Goalies der 1. Bundesliga. Reizt es dich da nicht persönlich, wieder ein Stufe höher zu starten?

Selbstverständlich hat man Lust wieder in der 1. Bundesliga zu spielen. Ich war zwei Jahre in Paderborn und bin seit zwei Jahren hier in Köln. In Paderborn hatte ich überhaupt nicht die Möglichkeit, höher zu spielen und in Köln bin ich froh mit einer super Truppe in der 2. Bundesliga gut mitspielen zu können und auch mal vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. Warten wir mal ab, was die Zukunft bringt. Der letzte Spieltag dieser Saison ist ja noch nicht gespielt.

Dein Name war über Jahre hinweg eng mit dem TV Eiche Horn verflochten. Spürt man Motivation oder eher Demut, wenn man gegen den Mutterverein antritt?

Ganz klar, das ist das Spiel des Jahres. Ich bin in Bremen groß geworden, fühle mich in dem Schuhkarton Berckstraße wohl und habe immer noch ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den Bremer Jungs. Wenn es dann auf dem Feld gegeneinander geht, ist man natürlich top motiviert und will unbedingt gewinnen. Ich habe auch immer noch mein altes Eiche-Trikot und wer weiß, vielleicht kann man es ja irgendwann noch mal gegen ein neues tauschen.

Dank Dresdens augenscheinlichen Formtiefs dürfte der final4-Einzug für Köln kein Ding der Unmöglichkeit sein, oder?

Für uns ist es ein großer Erfolg, soweit im Pokal zu kommen. Mein Wunschgegner wäre natürlich Bremen zu Hause gewesen. Aber du hast recht, Dresden schwächelt momentan etwas. Dennoch sind wir klarer Außenseiter. Wir freuen uns auf das Match und wollen diese einmalige Gelegenheit natürlich versuchen, zu nutzen. Aber auch für Dresden ist es eine große Chance, diese Saison gut zu beenden. Dennoch war es für uns ein wirkliches Glückslos.

Ähnlich wie Hamburg, Berlin oder München schleppt Köln die Vor- und Nachteile einer Großstadt mit sich. Wie sieht die Entwicklung von Floorball auf lokaler Ebene aus?

In NRW ist die Entwicklung recht gut, in Köln könnte es besser sein. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten in einer Großstadt, sodass es schwierig ist, gegen den 1.FC oder die Haie anzukommen. So ist der Begriff Floorball bei vielen in Köln noch unbekannt und die Kids spielen lieber Tennis, Eishockey oder eben Fußball. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. So haben wir jetzt schon ein U11 und ein U9 Team im Ligenbetrieb und bei den Kleinen ist die Halle mit 20 Kids ordentlich gefüllt.

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2 Kommentare vorhandenKommentieren
  1. Eine gute und realistische Einschätzung der Situation von Jan. Sowohl was die 2. Liga, den ASV und auch die Entwicklung angeht.

  2. Wahre Worte!

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