Drei Schlüssel zum Sieg

So sehen Sieger aus - Finnland, U19-WM-Sieger 2011. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der Trainingsblogger. Inspiriert vom Basler Sensationscoup gegen Bayern München im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League sucht Marco Galle in seinem neuen Beitrag nach Erklärungen für diesen Erfolg. Und findet drei zentrale Eigenschaften, die sich auch auf Floorball adaptieren lassen.

Mittwoch, vergangene Woche, 22:30 Uhr: Die Schweiz schaut fassungslos in den Fernseher. Basel steht Kopf. 38.500 Zuschauer im Basler St. Jakob-Park rasten aus.

Was ist passiert? Der FC Basel hat soeben im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League als krasser Außenseiter den übermächtigen FC Bayern München 1:0 bezwungen. Während direkt nach Schlusspfiff in München schon fleißig über die Krise der Bayern berichtet wird, lässt auch der letzte Basel-Gegner seiner Freude über das Spiel freien Lauf. Wer die Partie verpasst hat, kann sich hier eine gelungene Zusammenfassung anschauen.

Das Unglaubliche an diesem Sensationssieg war jedoch, dass er für Basel ganz und gar nicht unverdient war. Mit je einem Pfosten- und Lattenschuss wurden jegliche Zweifel an einem glücklichen Sieg aus der Welt geräumt – nach Manchester United in der Gruppenphase, die dort durch ein 1:2 in Basel ausschieden, stolperte das nächste europäische Schwergewicht im „Joggeli“, wie der St. Jakob-Park liebevoll genannt wird.

Doch wie wurde dieser erneute Coup möglich?

Meine Erklärung für den 1:0-Sieg findet sich in der Spielweise Basels. Denn das Team hat folgende drei Eigenschaften für ein erfolgreiches Spiel kombiniert mit einer hundertprozentig leidenschaftlichen Leistung umgesetzt. Eine Formel, die auch im Floorball Gültigkeit besitzt.

1. Disziplinierte und kompakte Verteidigung

In der Verteidigung ist ein statisches Spiel das A und O. Kein Spieler darf aus der Reihe tanzen. Es müssen sich alle an einen abgemachten Plan halten – Stürmer eingeschlossen.

2. Schnelle, gefährliche Konter

Sobald der Ball erobert ist, wird schnell von Defensive auf Offensive umgeschalten. Damit hat die Mannschaft in den ersten Sekunden die Chance, mittels eines Konters eine Überzahlsituation vor dem gegnerischen Tor zu erzwingen. Torchancen sind die logischen Folge.

3. Abschlusssituationen als Team kreieren

Muss ein Konter abgebrochen werden oder konnte er durch zu langsames Umschalten oder eine gutes Backchecking des Gegners gar nicht erst starten, werden durch schnelles und kreatives Passspiel gute Abschlusssituationen erarbeitet. Dabei muss jeder Spieler für den anderen kämpfen und laufen – klingt simpel, erweist sich in der Praxis jedoch mitunter als Herausforderung.

/Grafik: Marco Galle

Marco Galle ist als Floorball-Spieler und -Trainer in der Schweiz aktiv, spielte dort u.a. bei GC Zürich. Der gebürtige Sachse (stammt aus Hoyerswerda) studiert in Zürich Erziehungswissenschaften und Psychologie. Weil ihm der trainingswissenschaftliche Aspekt im Floorball nicht ausreichend abgedeckt schien, startete er im Mai 2011 das Projekt Unihockeyuebung.blogsport.de. Auf dieses Blog stellt er Übungen und Berichte rund um das Floorballtraining. Als „Trainingsblogger“ veröffentlicht Galle regelmäßig Beiträge im Floorballmagazin.