Vernetztes Floorball

Achtung, jetzt wird’s „nerdig“ – Floorball setzt auf das World Wide Web, doch inwiefern vernetzen sich seine wichtigsten Akteure. Wir haben uns die frequentiertesten nationalen und internationalen Websites zur Brust genommen und versucht mit diesen ein gemeinsames Netzwerk zu zeichnen.

Wir sind neugierig und stellen uns die Frage, wie vermutlich ein Netzwerk aussieht, das die Vernetzung innerhalb der internationalen Floorballszene zeichnet. Um im Rahmen des möglichen zu bleiben, beschränken wir uns dabei zunächst auf Websites der sechs größten Verbände aus Schweden (innebandy.se), Schweiz (swissunihockey.ch), Finnland (salibandy.net), Norwegen (innebandy.no), Tschechien (cfbu.cz) und Deutschland (floorball.de) sowie jeweils auf eine nationales Online-Magazin – innebandymagazinet.se (Schweden), unihockey.ch (Schweiz), paakallo.fi (Finnland), innebandyavisen.no (Norwegen), florbal.cz (Tschechien) und floorballmagazin.de (Deutschland). Hinzu kommt auch noch die offizielle Internetpräsenz des Weltverbandes (floorball.org).

Zur Verfügung steht uns bei unserem kleinen Ausflug in die digitale Wissenschaft die Netzwerk-Analyse-Software IssueCrawler der Amsterdamer Govcom.org Foundation, ein Tool das durch sämtliche vorgegebenen Websites kriecht, Verlinkungen sammelt und sie im Anschluss in eine zusammenfassende Grafik packt. Zunächst interessiert uns, wie unsere Akteure untereinander vernetzt sind. Zu diesem Zweck starten wir eine sogenannte „Interactor-Analyse“ (zum Vergrößern auf das jeweilige Bild klicken):

Zu sehen ist zunächst ein recht überschaubares Netzwerk unserer ausgewählten Seiten. Die unterschiedlichen Einfärbungen symbolisieren die jeweilige Endung (z.B. „de“ für Deutschland), die Größe der Kreise das Maß an Vernetzung. Wie vermutet, spielt die Website des Weltverbandes mit all ihren internationalen Statistiken und diversen Dokumenten und Informationsbroschüren die Rolle des größten Knotens. Während bei den meisten Ländern die Verbände das größere Vernetzungsglied darstellen, sind es in Deutschland und in der Schweiz die Online-Magazine.

Im zweiten Schritt graben wir noch etwas tiefer und wagen uns an eine „Colink-Analyse“. Hier versuchen wir zu erfassen, wohin noch verwiesen wird, wobei diese Ziele von mindestens zwei unserer Websites geteilt werden müssen, da sie sonst nicht teil eines Netzwerks sind, sondern nur „unbedeutende“ Links.

Nun kommen zahlreiche weitere Akteure in Spiel wie Vereine (z.B. aik.se), Turniere (z.B. czechopen.cz), Hersteller (z.B. exelfloorball.net), News- und Bilderportale (z.B. unihockey-pics.de) oder sogar sportartfremde Websites, insbesondere soziale Medien (z.B. YouTube). Die Grafik wird aber bereits recht unübersichtlich, da sich die einzelnen Edges (Verknüpfungen) und Nodes (Knoten oder Akteure) beginnen zu überlappen. Tatsächlich bildet dieses Bild aber die vermutlich aussagekräftigste Darstellung ab.

Gehen wir nämlich noch einen Schritt weiter und sprengen die Vorgabe, dass jedes weitere Ziel von mindestens zwei unserer ausgewählter Websites angesteuert werden muss, kommen wir an die Grenzen unserer Darstellungsmöglichkeiten:

Zu erkennen ist, dass die Rolle des wichtigsten Knotens nun von Facebook übernommen wird, relevante Verlinkungen vermischen sich aber mit technischen Verweisen und die Verdichtung im zentralen Bereich ist mittlerweile viel zu hoch, um analysiert zu werden.