„Wir kennen unser Gesicht“

Nichts zu schenken - Dietel und Weidemann wird auch im fünften Spiel maximaler Einsatz abverlangt. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Nichts zu schenken - Dietel und Weidemann wird auch im fünften Spiel maximaler Einsatz abverlangt. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Alles oder nichts – Die Best-Of-Five-Serie zwischen Leipzig und Wernigerode geht über alle Runden. Am Samstag heißen die Löwen die Teufel um 17:30 in der Brüderstraße willkommen. Peter Gahlerts Garde lag bereits 2:0 in Führung, verschenkte aber beide Matchbälle auf heimischem Boden. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit dem Devils-Coach über Plan C.

Es war ein Auftakt nach Maß. Mit 8:3 und 9:6 baute Wernigerode einen viel versprechenden Vorsprung in der Halbfinal-Serie gegen Leipzig auf. In der letzten und in der nächsten Saison, dürften die Devils damit bereits den Einzug ins Finale feiern. Dieses Jahr gibt es aber noch eine dritte Chance und Leipzig ist drauf und dran sie zu nutzen.

In den Heimspielen fehlte den Devils nämlich die letzte Konsequenz. Beide Male ging die Partie in den Schlussminuten verloren. Im dritten Spiel „ballerte“ Goalgetter Julle Sumen auf alles, was sich bewegte, im vierten sorgte Veteran Gunnar Pause für den Serienausgleich. Peter Gahlert wird nun seine psychologischen Fähigkeiten auf den Prüfstand stellen müssen, um den amtierenden Meister wieder auf Finalkurs zu bringen.

Floorballmagazin: Eigentlich war der Finaleinzug zum Greifen nah, zwei Siege in der Tasche und zwei Heimspiele vor sich. Jetzt steht’s 2:2. Wird der Kader nervös?

Peter Gahlert: Eigentlich nicht. Wir kennen unser Gesicht und wissen wer wir sind. Mein Team, eigentlich der ganze Verein ist sehr bodenständig und realistisch. Betrachtet man die Entwicklung des Teams und des Vereins, dann haben wir schon wieder einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Vor drei Jahren sind wir erst aufgestiegen und letztes Jahr deutscher Meister geworden. Und dieses Jahr haben wir wieder eine gute Saison gespielt und können eine Medaille gewinnen. Wir wollen dies alles nicht von einer Platzierung oder sogar nur von einem Spiel abhängig machen und sind deshalb nicht unbedingt nervös.

Bis ins Schlussdrittel der dritten Partie hattet ihr Sumen ganz gut im Griff, dann schenkt euch der Junge drei Treffer ein. Wie nimmt man einen Sumen aus dem Spiel?

Sumen kann man nur sehr schwer aus dem Spiel nehmen. In meinen Augen ist er der beste Forward der Liga. Gibt man ihn nur ein kleines bisschen Zeit oder ist einmal unaufmerksam, dann bestraft er dich so gut wie immer in Form eines Gegentores. Mit etwas Glück schießt er dann auch mal nur ans Gehäuse (lacht).

Und auch das vierte Spiel hat Leipzig über die Schlussphase entscheiden können. Ist der Serienverlauf tatsächlich so knapp, dass Kleinigkeiten und Zufälle entscheiden oder hatten die Löwen einen längeren Atem?

Ich denke, dass sich hier zwei Mannschaften auf gleichem Niveau begegnen. Da sind tatsächlich Kleinigkeiten entscheidend. Betrachtet man beide Wochenenden für sich, so würde ich sagen, dass Leipzig in den ersten beiden Spielen nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft hat. Und wir eben nicht am vergangenen Wochenende. Man kann also auf das nächste Spiel gespannt sein. Für unseren Sport bzw. für die Fans kann es nichts besseres geben, als wenn man nicht vorher schon weiß, wer weiter kommt.

Kann man nach dem Serienauftakt beim kommenden Spiel für Leipzig trotzdem noch von einem Heimvorteil sprechen?

Rein statistisch betrachtet haben wir in dieser Saison, ausgenommen in Hamburg, am besten auswärts gespielt. Darauf verlassen möchte ich mich aber nicht. Es ist durchaus möglich, dass wir auswärts befreiter aufspielen, weil wir bei unseren „lauten“ Heimspielen indirekt stets unter Erfolgsdruck stehen. Mir ist aber zu Ohren gekommen, dass das nächste Spiel in Leipzig zu einen Heimspiel werden soll.

Kommentare

  1. Ich finde dieses Foto toll! Wann hat das denn der Rudolf Bosco Schuba gemacht und wieso kannte ich es bisher nicht?! ;o)