Ein Stück Stock

Der Oxdog Onepiece kommt bereits im Herbst in den Handel. / Foto: oxdog.net

Der Oxdog Onepiece kommt bereits im Herbst in den Handel. / Foto: oxdog.net

One-Piece-Stöcke sind der Hype des Frühjahrs. Floorball-Schläger, die mit Ausnahme des Griffbands ausschließlich aus einem Material hergestellt werden. Oxdog will im Herbst sein erstes Modell auf den Markt bringen, Unihoc und Salming zogen mit Prototypen nach. Doch die Innovation hat ihre Tücken.

„Seit 17 Jahren werden praktisch dieselben Schläger hergestellt, das wollen wir ändern und einen Schritt in die Zukunft machen,“ erklären die Ingenieure von Oxdog. „Mit dem Onepiece-Stick haben wir im Januar 2011 begonnen, getestet und gespielt wurde im Frühling 2011. Am 24. Februar 2012 veröffentlichten wir dann das erste Modell aus purem Karbon.“

Spielerisch verspricht sich der finnische Hersteller zunächst vor allem nur Vorteile. „Man sieht wie schlank die Kelle ist, sie hat eine feste Biegung. Wenn der Schläger aus einem Teil besteht, gibt es keinen Kraftverlust zwischen Schaft und Kelle. Die Ballkontrolle wird geschmeidiger, da sich die schlanke Kelle schneller um den Ball bewegen lässt. Auch die Pässe werden präziser und strammer, da aufgrund des Material die Reibung wesentlich kleiner ist. Der Schläger ist gemacht für Schlenzschüsse und schnelle Moves.“

Die erste Befürchtung die aufkommen könnte, wäre die Folge eins üblichen Kellenbruchs, da sich diese nicht mehr austauschen lassen. Wer denkt, dass solche Schläger deshalb wesentlich günstiger sein sollten, wird überrascht sein. Inoffiziellen Informationen zufolge soll das gute Stück nämlich über 200 € kosten.

Philipp Mertens von Unihoc Deutschland kann dies in Hinblick auf den Prototypen der Schweden nur bestätigen: „Die Modelle werden grundsätzlich stabiler sein. Der Preis wird für das spezielle Modell eher teurer als günstiger sein. Allerdings wird hier auch wahrscheinlich nur eine sehr spezielle Zielgruppe angesprochen.“

Auch aus seiner Sicht sollten Vorteile überwiegen. „Durch die neuartige Fertigung wird der Schläger besonders leicht sein, ohne dabei an Stabilität zu verlieren. Durch die Verwendung anderer Materialien bei der Kelle, wird eine neue Dimension im Bereich der Schussgeschwindigkeit erreicht. Ebenfalls wird das schnelle Passspiel durch die neue Technik gefördert.“

Das Ballgefühl wird aber ein anderes sein. „Die Kelle wird deutlich härter sein als die PE- oder PP-Modelle, die bisher auf dem Markt sind. Dies wird die größte Umgewöhnung für den Spieler sein. Außerdem wird dann mehr Gefühl im Handgelenk erforderlich sein. Die Form ist natürlich nicht großartig verändert, so dass man immer noch einen Floorball-Stock in Händen hält.“

Im Gegensatz zu Oxdog will sich Unihoc, dass hingegen zunächst mit Composite-Material arbeitet, Zeit lassen. „Der Launch ist von unserer Seite aus frühestens nach 2 bis 4 Jahren geplant. Wenn das Modell kommt, soll es auch entsprechend ausgereift sein. Wenn dies nicht der Fall ist, wird es auch nicht auf den Markt kommen,“ schließt Mertens ab.

Salming präsentierte als dritte Marke ihren One-Piece-Stock. SEO Tomas Solin ist jedoch äußerst skeptisch zur Verarbeitung eines kompletten Carbon-Stocks. „Die Regeln sind im Augenblick nicht klar, was Carbon-Kellen betrifft. Sie besagen, dass Kellen aus Polymer-Material bestehen müssen, was im üblichen Sprachgebrauch auch als Plastik bezeichnet wird. Wenn man Carbon herstellt, fängt man mit einem Polymer-Material an, dieses wird erhitzt und entsprechend bearbeitet bis 92 % Carbon entsteht – aber ist das noch ein Polymer-Material? Darüber gibt es im Augenblick eine rege Debatte zwischen den Herstellern, der IFF und dem Prüfinstitut.“

Dem Weltverband wirft Solin Nachlässigkeit vor, da man bislang die Risiken von Carbon-Kellen nicht ausreichend unter die Lupe genommen habe. „Carbon ist sehr hart, muss es neue Schutzutensilien für die Spieler geben? Und was passiert, wenn sich die Kelle abnutzt und ihre Kanten messerscharf werden? Diese Probleme sind noch nicht geklärt und dennoch wird es vermutlich im Herbst die ersten Modelle auf dem Markt geben.“

Kommentare

  1. eine Anmerkung: Unihoc besitzt eigentlich schon einen „One-Piece-Stock“ der auf dem Markt ist. Die FeatherLight Schläger haben eine Kelle welche man nicht 1 zu 1 nachkaufen kann. Die Kellen für diese Stöcke sind speziel dafür gemacht. mir ist eine gebrochen und habe mir eine Infinity Kelle nachgekauft(habe Infinity Fetherlight Schläger neon orange), sie geht erstens nicht richtig drauf und ist auch schwerer. Zwar kann man eine neue Kelle ran machen, leider spielt sich der Stock dann sehr schlecht.

  2. Ja, wobei das wohl nicht so beabsichtigt ist :) Aber es hat ja früher auch schon Schläger gegeben, die fest waren, die allerersten Modelle halt, später auch welche von Cobra glaube ich, aber die waren völlig spieluntauglich. Ich finde es ganz cool, dass die Marken da etwas rumspinnen und sich mal was neues ausdenken. Sonst kommen sie ja mit ihren Innovationen schon langsam alle an ihre Grenzen. Ich würde mir vielleicht noch ein paar langanhaltende rutschfeste Griffbänder wünschen. Natürlich ist es das einfachste und beste man tauscht sie regelmäßig, aber ich denke, da lässt sich noch was machen.