Zwei gegen eins!

Richtig gelöst führen Überzahlsituationen meist zu hochkarätigen Torchancen. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der Trainingsblogger. In der Offensive geht es vor allem darum, Überzahlsituationen zu schaffen. Diese ermöglichen gefährliche Abschlusssituationen, da meist ein Angreifer nicht adäquat gedeckt werden kann. Im Training ist das 2 gegen 1 dabei der Klassiker zum Üben dieser Situationen. Marco Galle stellt eine Reihe von Variationen der Übung vor.

Sich gefährlich machen, um entweder selbst abzuschliessen oder seinen besser postierten Mitspieler eine hundertprozentige Torchance zu ermöglichen – so lautet die einfache Formel beim 2 gegen 1. Im Spiel ist hier eine Entscheidung in Sekundenbruchteilen gefragt, wenn man durch geschickte Spielverlagerung oder einen schnellen Konter plötzlich mit zwei Angreifern nur noch einem gegnerischen Verteidiger vor sich hat.

Dementsprechend ist das Simulieren dieser Situation ein beliebtes und bekanntes Trainingsmittel. Prinzipiell ist das 2 gegen 1 eine einfache taktische Übung, die ein grundlegendes Angriffs- und Verteidigungsverhalten lehren soll. Wird dabei jedoch immer wieder nur die „klassische“ Variante trainiert, wird sich bei den Spielern schnell Langeweile einstellen und der Trainingseffekt verringern. Deswegen sollte das 2 gegen 1 in immer neuen Varianten geübt werden.

Im Folgenden sind verschiedene solcher Versionen mit steigenden Schwierigkeitsgrad vorgestellt.

1. Der Klassiker

Der schwarze Spieler spielt dem roten Spieler einen Pass. Dieser schliesst nach Möglichkeit direkt ab und dreht sich um. Nun erhält er von dem zweiten schwarzen Spieler einen Pass. Den kann der rote Spieler direkt nach links oder rechts zurück spielen. Nach dem Rückpass greifen die zwei schwarzen Spieler gegen den roten Spieler an.

2. Pass hinter dem Tor

Der grüne Spieler startet mit dem Ball hinter das Tor, spielt von dort einen Bandenpass „um die Ecke“, den der blaue Spieler erläuft. Es folgt ein 2 gegen 1, bei dem der blaue gemeinsam mit dem schwarzen Spieler angreift.

3. Verschiedene Laufwege

Der erste Pass muss in den Lauf gespielt werden. Diesen nimmt der rechte Spieler in der Bewegung an. Er darf am rechten Kegel nicht stehen bleiben, sondern dreht sofort in die Mitte ab, wo er dem Spieler, der aus der linken Ecke gestartet ist, ein Pass zuspielt und hinterläuft. Der mittlere Spieler, der den ersten Pass gespielt hat, ist beim nun folgenden 2 gegen 1 der Verteidiger.

4. Laufweg hinter dem Tor

Am Anfang startet der grüne Spieler. Er erhält vom schwarzen Spieler den Ball und schiesst im Bogenlauf auf das Tor. Der grüne Spieler wird danach zum Verteidiger. Der schwarze hingegen greift nach dem Pass gemeinsam mit dem blauen Spieler an.

5. Sprint-Duell

Alle Spieler laufen gleichzeitig los. Der grüne Spieler schiesst zuerst, wird danach zum Verteidiger. Der rote Spieler schiesst als Zweiter und greift anschließend mit dem blauen Spieler an.

6. Doppelpass

Der schwarze passt zum blauen Spieler. Dieser leitet den Ball weiter zum grünen Spieler – der schliesst ab! Direkt nach seinem ersten Pass rennt der blaue Spieler in die Mitte und spielt mit dem schwarzen einen Doppelpass. Danach folgt das 2 gegen 1: Der schwarze und grüne Spieler spielen gegen den blauen.

7. Kreuzen

Hier hat der grüne Spieler zwei Bälle. Den ersten spielt er zum schwarzen Spieler, der diesen wiederum in den Lauf des roten Spielers passt. Nach dessen Abschluss kreuzen der schwarze und grüne Spieler und greifen dann gegen den roten an.

8. Spielform

Die Spieler verteilen sich auf einem kleinen Feld in jeder Ecke. Auf diesem Spielfeld wird ein 2 gegen 1 auf ein Tor gespielt. Nach dem Abschluss ist der Angriff beendet. Der Verteidiger sowie derjenige Stürmer, der nicht geschossen hat, stellen sich bei den anderen Spielern hinten an. Der Angreifer, der abgeschlossen hat, wird hingegen in der nächsten Runde zum Verteidiger. Nun starten zwei neue Angreifer aus den anderen beiden Ecken. Das nächste 2 gegen 1 erfolgt auf das gegenüber liegende Tor.

9. Alternative Übung

Diese Übung ist eine einfache alternative Übung, d.h. der Spieler besitzt zwei oder mehr Alternativen, die Übung in verschiedene Richtungen zu lenken. Seine Mitspieler müssen entsprechend aufpassen, wie er agiert und darauf reagieren. In dieser Trainingsform des 2 gegen 1 entscheidet sich der schwarze Spieler für den blauen oder grünen Weg.

Blauer Weg

Der schwarze Spieler passt zum blauen. Dieser rennt um den Kegel und spielt mit dem schwarzen Spieler ein 2 gegen 1 gegen den grünen Spieler.

Grüner Weg

Der schwarze Spieler passt zum grünen Spieler. Dieser rennt um den Kegel und spielt mit dem schwarzen Spieler ein 2:1 gegen den blauen Spieler.

Marco Galle ist als Floorball-Spieler und -Trainer in der Schweiz aktiv, spielte dort u.a. bei GC Zürich. Der gebürtige Sachse (stammt aus Hoyerswerda) studiert in Zürich Erziehungswissenschaften und Psychologie. Weil ihm der trainingswissenschaftliche Aspekt im Floorball nicht ausreichend abgedeckt schien, startete er im Mai 2011 das Projekt Unihockeyuebung.blogsport.de. Auf dieses Blog stellt er Übungen und Berichte rund um das Floorballtraining. Als „Trainingsblogger“ veröffentlicht Galle regelmäßig Beiträge im Floorballmagazin.