Show must go on!

Der Zusammenhalt soll nicht bröckeln - Die deutsche Equipe versammelt sich um Trainer Brechbühler. / Foto: Elke Scholz

Der Zusammenhalt soll nicht bröckeln - Die deutsche Equipe versammelt sich um Trainer Brechbühler. / Foto: Elke Scholz

Auf zwei Niederlagen gegen Dänemark und Lettland folgte das nötige Erfolgserlebnis gegen Österreich. Die Kräfteverhältnisse sind dennoch klar gesteckt, ein Klassenunterschied, den es aufzuholen gilt, ist bemerkbar. Elke Scholz bloggt aus dem slowakischen Nitra.

Nun hat man zwei Tage nichts von mir gehört. Es war auch nicht gerade einfach, etwas über die U19-Damen zu berichten. Wer schreibt schon gern über Misserfolge. Ja, zwei Niederlagen mussten die Mädels hinnehmen. Da sind Busse, die zu spät kommen, Einlaufmusik, die nicht ertönt oder schlechte Lichtverhältnisse beim Einspielen doch eher nebensächlich.

Das Team erlebt hier seit drei Tagen die absoluten Wechselbäder der Gefühle. Der WM-Alltag besteht aus wiederkehrenden Ritualen wie Frühstück, Tapen, Regenerieren, Essen, Theorie-Einheiten und praktischen Trainingseinheiten, dazwischen pro Tag jeweils ein Spiel. Hier bekommen die jungen U19-Spielerinnen sehr schnell und krass ihre Grenzen aufgezeigt. Ihr Können reicht einfach noch nicht, um mit den anderen Nationen mitzuhalten. Alle müssen noch sehr viel lernen.

Sie spüren, dass eine gewisse Physis, mehr Technik und auch mehr Selbstbewusstsein erforderlich sind, um gegen zu halten zu können. Und so sind nun verarbeiten, ein Stück weit wegstecken, ein wenig abstreifen und an jedem Misserfolg doch ein Stück wachsen angesagt. Es wird viel gesprochen, zu zweit, aber auch in der Gruppe. Das hilft!

Unterstützung gesucht - an Teamgeist mangelt es nicht. / Foto: Elke Scholz

Unterstützung gesucht - an Teamgeist mangelt es nicht. / Foto: Elke Scholz

Ein großer Teil des österreichischen Teams steckt in den Schulabschlussprüfungen. Im Spiel gegen die überschaubare Mannschaft aus Österreich gelingt es, den ersten Sieg einzuholen. Durch den Ausgang dieser Begegnung ist wieder Mut und Vertrauen in das eigene Können zurückgekehrt. Das hochgesteckte Ziel einen zweistelligen Sieg gegen Österreich einzufahren, ist ein Anreiz für das letzte Spiel gegen Kanada.

Der Lernprozess, mit Druck und besonderen Stresssituationen im Leistungsbereich des Sports umzugehen hat hier begonnen. An dieser Stelle müssen alle Beteiligten, Spielerinnen wie auch Trainer und Betreuer, jetzt ansetzen. Aber auch die Arbeit in den Heimatvereinen ist gefordert.

Nun muss unweigerlich der nächste Entwicklungsschritt folgen. Die Landesverbände sollten sich aufgefordert fühlen, mehr für die Entwicklung und Förderung des Mädchen- und Damen-Floorballs zu tun. Die U19-Juniorinnen haben auf alle Fälle viel gelernt und fahren nun mit einem großen Erfahrungsschatz nach Hause. Alles ist gut!