Allstars 2012: 1. Bundesliga

Zum Abschluss folgt die Starting Six der höchsten deutschen Spielklasse. Eine Abwehr mit Offensivdrang und ein Sturm mit Bomberpotenzial. Eine solche Aufstellung dürfte vermutlich auch auf internationalem Parkett gefragt sein.

Jedoch mussten wir uns auch Fragen stellen. Zum Beispiel, ob es jemandem auffallen würde, wenn wir einfach noch Ramon Ibold reinzwängen, der sich unbeeindruckt zu Deutschlands Antwort auf Rasmus Sundstedt entwickelt hat, oder ob nicht jemand Platz für Mathias Siede oder Samuel Slättmann machen sollte, ohne die Weißenfels vielleicht auf die Wiedereroberung des Titels hätte verzichten müssen. Und was ist mit Nils Hallerstede, der als Rookie mit gerade mal 17 Jahren im Lilienthaler Kasten des Öfteren eine besonders gute Figur machte? Leider ist das Leben aber kein Wunschkonzert im Ponyhof, sodass wir uns entscheiden mussten. Das sind unsere Besten 2011/2012.

Tor
Mike Dietz (ETV Hamburg)
Ehrlich gesagt, es war nicht die Saison der Torhüter und auch für Dietz persönlich hat es vermutlich schon den einen oder anderen stärkeren Jahrgang gegeben. Dennoch hat es der ETV zu einem großen Teil seinem talentierten Schlussmann zu verdanken, dass Hamburg zum diesjährigen Favoritenschreck wurde. Dietz selber ist nun aussichtsreicher Kandidat auf einen Platz im deutschen WM-Kader.

Verteidiger
Markus Skippari (Red Devils Wernigerode)
Mit Skippari und Ibold verfügte Wernigerode über die zwei mit Abstand torgefährlichsten Abwehrspieler der Bundesliga. Der Finne gehörte dabei nicht nur zu den zweikampfstärksten und produktivsten Kräften der Ligaphase, sondern sorgte auch mit wichtigen Toren in den Playoffs (insbesondere das Golden Goal im fünften Serienspiel gegen Leipzig) für einen doch erfolgreichen Saisonabschluss der Devils.

Verteidiger
Tim Böttcher (UHC Weißenfels)
Unscheinbar und zurückhaltend. Dennoch war Böttchers Rückkehr aus der Schweiz einer der Hauptgründe für Weißenfels‘ Titeltriumph. Nicht nur, weil er der produktivste deutsche Abwehrspieler der Bundesliga wurde, sondern vor allem aufgrund seiner Zweikampf-Intelligenz und der Fähigkeit, das Tempo einen Spiels so zu lenken, wie es der UHC benötigt.

Center
Robert Müller (Red Devils Wernigerode)
Tatsächlich beschränkte sich Müller (Bild) diese Saison keineswegs mehr nur auf das kongeniale Zusammenspiel mit seinem Bruder, sondern wagte deutlich häufiger selbst den Abschluss. Der Höhepunkt: Im dritten Finalspiel, trifft er dreimal, darunter das 6:6 wenige Minuten vor Spielende und das Golden Goal. Und auch wenn man sich bei Müller des Öfteren ein bisschen mehr Bodenhaftung wünschen darf, überzeugte er auf ganzer Linie und ist unser Center des Jahres.

Flügel
Julle Sumén (MFBC Löwen Leipzig)
Wo Leipzig dieses Jahr ohne Sumén stünde, man mag es sich beim MFBC lieber nicht vorstellen. Der athletische Finne, war eine wandelnde Lektion im effektiven und körperbetonten Floorball. Mit insgesamt 58 Treffern bestrafte er fast alle Nachlässigkeiten der Gegner und zeigte, wie einfach es eigentlich sein kann, Tore zu schießen. Nach Lehmanns Absetzung ergänzte er auch noch die Trainerstaff.

Flügel
Thomas Händler (UHC Weißenfels)
Händler bleibt ein Knipser vorm Herrn, hat sich aber deutlich weiterentwickelt. Der einstige Scharfschütze ist mittlerweile zu einem verlässlichen Vorbereiter geworden und wies mit 28 Toren und 20 Vorlagen eine ausgeglichene Bilanz in der Ligaphase auf. Bei seinen Sturmpartnern Siede und Herlt musste er zuletzt nicht wirklich zögern, mal den Ball abzugeben. Schade, dass die Nationalmannschaft wegen der langwierigen Schulterprobleme vorerst kein Thema zu sein scheint.

Rookie des Jahres
Jason Tsiakas (ETV Hamburg)
Als der junge Hamburger mit einem Hattrick gegen Chemnitz in die Saison startete, hatte er vermutlich eine noch torreichere Spielzeit vor Augen, als jene, die es letztlich geworden ist. Dennoch muss sich der U19-Nationalspieler für 12 Treffer in 11 Spielen nicht verstecken. Mal sehen, was der abschlussstarke 17-Jährige 2012/2013 drauflegen kann.

Hinweis: Einen Rückblick auf die abgelaufene Bundesliga-Saison, gibt es im kommenden Printmagazin, das pünktlich zum final4 erscheint und vor Ort in Hamburg exklusiv zum ersten Mal erhältlich sein wird. Nur solange der Vorrat reicht.

Foto: Floorballmagazin-Shooting von Rudolf Schuba (floorball-europe.com)

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