Brückner: „Das muss man jedes Jahr neu entscheiden“

2009 durfte der UHC beim Finalturnier gegen den SSV Helsinki auflaufen. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

2009 durfte der UHC beim Finalturnier gegen den SSV Helsinki auflaufen. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der UHC Weißenfels meldet seine Herren für die Europacup-Quali an, die Damen verzichten. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Coach Martin Brückner darüber, weshalb der Verein nur einen Titelträger zum Turnier schickt und woran es hackt, um bei einem derartigen Doppelerfolg beide Truppen melden zu können.

„Zuerst stand die Entscheidung, dass die Frauen nicht fahren werden,“ erklärt Martin Brückner, Herren-Trainer beim UHC. Die EFC-Turniere seien kosten- und zeitintensiv. Nachdem die Damen vergangene Saison gefahren seien und einige Spielerinnen bereits abgesagt hätten, sei der Entschluss gefallen, dieses Jahr nicht teilzunehmen. Danach erst hätten sich die Herren dafür entschieden. Fast alle Spieler würden nun mitfahren können und finanziell bekäme man Brückner nach ein Team gestemmt ohne zu hohe Kosten auf die Spieler übertragen zu müssen.

„Man muss das jedes Jahr neu entscheiden. Die Startgebühr ist sicher hoch, insbesondere wenn man überlegt, was alternativ möglich wäre. Insofern wäre es natürlich wünschenswert den Betrag niedriger zu halten,“ spricht Brückner die aktuellen Fees der IFF an. Die Registrierung von direkt qualifizierten Teams kosten 3.000, die für Qualifikanten 2.000 CHF. Hinzu kommt, dass sich alle Teilnehmer der Quali die Schiedsrichterkosten bis zu einer Höhe von 1.000 CHF pro Team teilen müssen. Rechnet man die Kosten für Reise und Unterkunft hinzu ist, man schnell im fünfstelligen Bereich.

So stellt sich die Frage, wie es sich in Zukunft verfahren ließe, um beim Doppelsieg eines Vereins eine Teilnahme zweier deutscher Mannschaften am Europacup ermöglichen zu können – insofern dies überhaupt für die Entwicklung der Sportart in Deutschland sinnvoll ist. Die Regularien der IFF ermöglichen jedenfalls auch die Registrierung des Vize-Meisters. Der MFBC Grimma habe aber erst einen Tag vor Ablauf der Anmeldefrist von jenem „freien Platz“ erfahren. „Wir hätten aber sowieso nicht teilgenommen,“ erklärt Presse-Sprecherin Jennifer Thomas. „Aus Kostengründen und weil wir nur dann spielen wollten, wenn wir es sportlich auch verdient hätten – mit einer Meisterschaft und einem Pokalgewinn.“

Brückner nach wäre eine Optimierung der Teilnahmebedingungen schonmal ein Anfang. Problematisch sei insbesondere der Informationsstand, den man zum Zeitpunkt der Entscheidung hat. Man kenne keine Gegner und keinen Spielort. „Es ist ein großer Unterschied, ob man in Slowenien, wie 2011 spielt, oder die EFCQ in Oslo stattfindet. Nicht einmal der Termin ist wirklich sicher,“ moniert Brückner. „Spieler und Betreuer können aber nicht in den Sommerferien beliebig Urlaub verlegen.“ Nähme man aber den gesamte Aufwand in Kauf, wolle man schließlich auch mit der gesamten Mannschaft antreten und das Bestmögliche rausholen. „Trotz allem ist es für uns das Größte international spielen zu dürfen. Es ist ein beachtenswerter Unterschied, ob man internationale Freundschaftsspiele oder Wettkämpfe absolviert.“

Über die Ziele des UHC will Brückner noch nicht sprechen. „Da wir im Moment die Kaderplanung der kommenden Saison noch nicht abgeschlossen haben und außerdem noch keine Gegner kennen, haben wir noch keine Ziele festgelegt.“ Prinzipiell ginge es natürlich darum, die Spieler und die Mannschaft weiter zu entwickeln. „Für das Sommertraining ist die Teilnahme sicher eine großartige Motivation.“