Ein Kraftakt

Dürfen jetzt mit dem Bären tanzen - ETV Hamburg. / Foto: Andreas Schulz, berlinfloorballopen.com

Dürfen jetzt mit dem Bären tanzen – ETV Hamburg. / Foto: Andreas Schulz, berlinfloorballopen.com

Recht kurzfristig hatte man sich entschieden, dieses Jahr an den X3M Berlin Open auch eine Damen-Kategorie starten zu lassen. Das vermeintliche Sorgenkind der deutschen Floorball-Entwicklung überzeugte aber mit einem Achtungszeichen und gutem Sport. Am Ende stemmten die Damen vom ETV Hamburg den Bären-Pokal über ihre Köpfe.

Drei oder vier Teams, zwei oder drei Tage, die Planungen für die neue Damen-Kategorie der X3M Berlin Open streckten sich bis kurz vor Turnier-Beginn. Am Ende gingen TSV Bordesholm, SG Berlin, ETV Hamburg sowie die Berlin Selection, eine Auswahl diverser interessierter Spielerinnen, an den Start.

Einer Gruppenphase folgten entscheidende Medaillenspiele. Bordesholm bezwang im Spiel um Platz drei die Berlin Selection im Penalty-Schließen mit 5:4. Der Turniersieg ging an die Hamburgerinnen, die um zahlreiche Schleswig-Holsteinerinnen verstärkt waren und im Herzschlagfinale gegen die SG Berlin zunächst durch einen Treffer von Rike Strahl vorlegten und kurz vor Ende dank eines Empty-Net-Tors von Larissa Engel den 2:0-Endstand markierten. Spielerin des Turniers wurde die Bordesholmerin Frederike Scholz.

Larissa Engel trifft ins leere Netz und darf mit ihren Kolleginnen jubeln. 2:0-Endstand gegen die SG Berlin. / Foto: Andreas Schulz, berlinfloorballopen.com

Larissa Engel trifft ins leere Netz und darf mit ihren Kolleginnen jubeln. 2:0-Endstand gegen die SG Berlin. / Foto: Andreas Schulz, berlinfloorballopen.com

„Ich denke, dass sich im Finalspiel dann doch die Doppelbelastung einiger Spielerinnen bemerkbar gemacht hat,“ meint Antonia Oelke, Spielerin der SG Berlin sowie Volunteer-Chefin des Turniers. „Manche Mädels haben ja teilweise in der Berlin Selection und der SG Berlin gespielt und hatten somit praktisch sieben Spiele in zwei Tagen. Gegen die technisch und läuferisch starken Hamburgerinnen waren wir dann nicht mehr konzentriert genug und haben Fehler in der Ballannahme und im Abschluss gemacht, dabei hatten wir besonders in der zweiten Spielhälfte eigentlich genügend Torchancen.“

Auch die Hamburgerin Ina Jensen macht die Doppelbelastung der Berlinerinnen als wichtigen Grund aus. „Außerdem haben wir im Laufe des Turniers immer besser zueinander gefunden und konnten den Ball schnell laufen lassen. Gerade die jungen Spielerinnen sind aufgeblüht und haben gezeigt, welch Potential in ihnen steckt.“ Der größte Ansporn sei aber der Pokal gewesen – der erste, den laut Jensen jede Spielerin aus dem Team mit nach Hause nehmen wollte. Der handbemalte „Buddy Bear“ landete am Ende bei Lena Suhren, die für Hamburg ihre letzte Partie bestritt.

Jensen schätzt auch die Veranstaltung als solches: „Die Organisation des Turniers war super. Es wäre natürlich spitze, wenn das Turnier nächstes Jahr wieder stattfinden würde – allerdings am besten mit vier oder mehr regulären Teams.“ Auch Oelke nach sei das Feedback seitens aller Teams durchweg positiv gewesen, 2013 soll es eine Neuauflage geben.

Sämtliche Ergebnisse der X3M Berlin Open gibt es unter berlinfloorballopen.com, Bilder vom Finaltag in der Facebook-Galerie des Floorballmagazins.