Eintritt in die olympische Familie

Starker Mitgliederzuwachs – Vereine wie Stern München, mit 147 Mitgliedern (125 unter 19 Jahre alt) halfen Floorball Deutschland über die Grenze von 10.000 Mitgliedern. /Foto: Sönke Grimpen

Das Ziel liegt knapp vor Augen: Ende September will Floorball Deutschland offiziell den Antrag zur Aufnahme in den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) stellen. „Gefühlt sind die Aufnahmekriterien erfüllt“, sagt Oliver Stoll, Präsident des Dachverbandes. Doch es gibt weiterhin Baustellen. Eine Kampagne innerhalb der deutschen Floorballgemeinde soll dem Antrag zusätzliches Gewicht geben.

Bereits im letzten Jahr wollte Floorball Deutschland den Eintritt in die olympische Familie packen. Damals waren die Zugangskriterien nahezu erfüllt. Letztlich entschied sich der Verband aufgrund von Unklarheiten in Berlin und Brandenburg, keinen Mitgliedsantrag beim DOSB einzureichen. Zum Hintergrund: Für eine Aufnahme fordert der DOSB u.a., dass acht Landesverbände in den zugehörigen Landessportbünden aufgenommen sind. Berlin und Brandenburg wären die Nummer sieben und acht gewesen. Doch die Aufnahme gelang nicht rechtzeitig. Und auch dieses Jahr droht genau von dieser Baustelle erneutes Ungemach.

Antrag wird gestellt – trotz Unsicherheiten

Oliver Stoll, Präsident von Floorball Deutschland. /Foto: Floorball Deutschland

„Gefühlt haben wir die Voraussetzungen schon länger erfüllt. Die 10.000´er Grenze bei den Mitgliedern ist längst überschritten. Unsere Strukturen sind gemäß den Anforderungen des DOSB“, sagt Oliver Stoll, Präsident von Floorball Deutschland. Weiterhin fehlt aber die abschließende Bestätigung der Landessportbünde Berlin und Brandenburg zur Aufnahme der beiden Floorball-Landesverbände. Beide Verfahren laufen noch. In Berlin macht der regionale Hockey-Bund Probleme und wehrt sich gegen eine Aufnahme des Floorball-Landesverbandes FVBB. Da dieser aber alle Anforderungen erfülle, hätte der Landessportbund gar keine Chance, die Mitgliedschaft zu verweigern, meint Stoll. In Brandenburg gäbe es dagegen keinen Gegenwind von anderen Sportarten, dafür sei hier das Aufnahmeverfahren erst kürzlich angeschoben worden, so der Verbandspräsident.

Es zeigt sich wieder einmal: die Mühlen der Bürokratie mahlen im Sport genauso langsam wie anderswo. Dabei drängt die Zeit: „Unser Mitgliedschaftsantrag müsste eigentlich schon seit drei Wochen beim DOSB liegen“, sagt Stoll. Man habe also nun beschlossen, auch ohne ganz sicher zu wissen, ob es mit Berlin und Brandenburg klappt, dem DOSB seinen Antrag zu präsentieren. „Auch auf die Gefahr hin, dass wir es dieses Jahr noch nicht schaffen werden.“

Stoll: DOSB-Mitgliedschaft vergleichbar mit Quantensprung

Eine DOSB-Mitgliedschaft ist  für Stoll vergleichbar mit einem „Quantensprung nach vorn für Floorball Deutschland“. Als Mitglied der deutschen Olympischen Familie würde der Verband vom Status her ganz anders behandelt als aktuell. Spieler und Spielerinnen beispielsweise, die Studium und Leistungssport verknüpfen wollen, profitieren dann von Sonder-Regelungen auf Basis einer dualen Karriere, Übungsleiter und Trainer in den Landesverbänden bekommen mehr Unterstützung (siehe Artikel Was bringt der DOSB?). „Selbstverständlich eröffnet eine DOSB-Mitgliedschaft auch projektbezogene, finanzielle Unterstützung auf Antragsbasis. Dies würde jedoch nicht sofort greifen, sondern erst im Laufe der Mitgliedschaft“, ergänzt Stoll.

Verband startet Kampagne „Here we come!“

Um dem Antrag auf DOSB-Mitgliedschaft zusätzliches Gewicht zu verleihen, startete der Dachverband gestern Abend seine Kampagne „DOSB aufgepasst: Here we come!“  innerhalb der deutschen Floorballgemeinde. „Der Antrag soll durch Zusatzmaterial ergänzt werden“, erklärt Verbandspressesprecher Mathias Liebing die Idee hinter der Kampagne. „Mit Zitaten, Bildern und Videos sollen möglichst viele Floorballspieler aller Altersklassen und Leistungsebenen erklären, warum Floorball so toll ist und in den DOSB sowie ins olympische Programm gehört.“ Die Texte, Fotos und Videos des Olympischen Floorball-Marketings sollten möglichst zahlreich per Mail (olympia@floorball.de) oder Facebook an Floorball Deutschland gesandt werden. Der Teilnahmeschluss ist am 15. September 2012. Auch das Floorballmagazin wird sich direkt an der Kampagne beteiligen.

„Wir versuchen damit nochmals alle Mitglieder ins Boot zu bekommen, um diesen wichtigen Schritt abschließend vorbereiten zu können. Darüber hinaus wollen wir dem DOSB öffentlichkeitswirksam unsere Entschlossenheit für eine Mitgliedschaft in der größten deutschen Sportvereinigung verdeutlichen“, sagt Stoll. „Im Idealfall wollen wir von jedem Verein mindestens ein Interview in Händen halten.“

> alle Infos zur Kampagne gibts unter floorball.de