“The Inner Circle” – Teil 2

Finnische Bahnhöfe und Bushaltestellen erfordern Geduld. / Foto: privat

Finnische Bahnhöfe und Bushaltestellen erfordern Geduld. / Foto: privat

Für drei Monate absolviert Philipp Hamann ein Praktikum im Zentrum der Floorball-Macht, beim Weltverband IFF. Für das Floorballmagazin bloggt der talentierte Flügelspieler mit Zorro-Qualitäten über sein Schicksal im Land der Tausend Seen. Ausgabe zwei.

Es gibt einiges, was mich hier in Finnland bereits gefordert hat, mir sehr viel Spaß gemacht und auch eine gewisse Art von Anpassung abgefordert hat. Meine Arbeit ist einfach wunderbar. Für den Champions Cup in Umea gab es unzählige Aufgaben die angefallen sind. Hinzu kommen noch einige zuküftige Bereiche, die später einmal Anwendung finden werden. Das Training bleibt weiterhin sehr anspruchsvoll, wie soll man es auch anders erwarten. Ich habe mich an das Tempo gewöhnt und werde dies wohl am meisten vermissen, sobald ich wieder im Lande bin. Denn wie bereits das letzte mal angesprochen, bleibt die Präzision dabei sehr hoch. Ein Traum.
 
Ein paar Besonderheiten möchte ich dabei aber auch noch benennen. Eines meiner Highlights fand direkt am ersten Wochenende meines Aufenthalts statt. Ich habe vom finnischen Verband Karten für den Powerade Cup erhalten. Ein Vorbereitungsturnier in Vantaa. Dabei waren die teilnehmenden Teams von höchster Qualität. Die finnische B-Nationalmannschaft, SPV Seinäjoki, SSV Helsinki, FC Helsingborg und viele weitere. Im Finale gab es dabei eine Neuauflage des letztjährigen Finals, das diesmal der SSV für sich entscheiden konnte.

Es kann schwächere Ansetzungen geben - Helsinki gegen Espoo. / Foto: privat

Es kann schwächere Ansetzungen geben – Helsinki gegen Espoo. / Foto: privat

Ein weiterer Höhepunkt findet jeden Freitagmorgen, um 8:30 Uhr statt. Wir spielen Floorball. Hört sich jetzt nicht so spannend an. Aber dabei sind die Mitarbeiter der IFF und die des finnische Verbandes involviert und wir spielen nach dem Prinzip des Pointsmasters. Ein Spiel bei dem mal jeder mit jedem in vielen kleinen Mini-Spielen zusammen spielt. Nur zu empfehlen, denn es ist ein fairer Modus, sehr abwechslungsreich
und unterhaltsam. Das Konzept man auf der IFF-Website übrigens auch als deutsche Vorlage downloaden.
 
Das erste Ligaspiel der Oilers ging knapp zu deren Gunsten aus. Es war sehr interessant zu sehen, wie sie das, was in den Trainings angegangen wurde, im Spiel versuchten umzusetzen. Es lief nicht wirklich alles rund, was sich auch in den nächsten beiden Spielen zeigte. Gegen den SSV gab es ein Klatsche, gegen den Aufsteiger Ilves zumindest eine knappe Niederlage. Ich versuche mir alles zu notieren, ein paar Dinge zu filmen und den möglichst besten Nutzen daraus zu ziehen.
 
Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Helsinki, Espoo und Vantaa sind, ich drücke es mal vorsichtig aus, bescheiden. Busse kommen nicht wann sie sollen, nicht einmal die Zeitanzeigen an den Haltestellen stimmen. Ob das nun positiv oder negativ ist, bleibt natürlich Auslegungssache. Sieht man es positiv, sollte man sagen, die Busse kommen irgendwann und wenn ich auch irgendwann komme, dann verpasse ich nie den Bus. Es ist aber ein wenig schwierig wenn man verabredet sein sollte.

Morgenstund hat 'nen Floorball im Mund - Freitagssport im Verband. / Foto: privat

Morgenstund hat ’nen Floorball im Mund – Freitagssport im Verband. / Foto: privat


 
Jedem der es vor hat, nach Finnland zu reisen und wie ich Student ist, dem lege ich nahe sich einen internationalen Studentenausweis zu holen. Man kann vieles günstiger bekommen. Dabei liegt die Betonung auf kann. Denn bei Vergünstigungen wird ziemlich deutlich auf die Regeln geachtet. Meist wird man darauf verwiesen, dass man Student in Finnland oder eine finnische Anschrift haben muss. So weit so gut. In zwei Wochen geht es wieder in die Heimat und ich werde ein Fazit meiner kleinen Reise ziehen. Bis die Tage.

Kommentare

  1. Sicher ist ein internationaler Studentenausweis empfehlenswert, allerdings hatte ich mit meinem „normalen“ Ausweis keinerlei Probleme (zumindest was so die Touristenattraktionen in Helsinki betrifft).