„Sonst werden sie verheizt.“

Simon Brechbühler im Zwiegespräch mit Forward Franziska Kuhlmann. / Foto: floorballmagazin

Simon Brechbühler im Zwiegespräch mit Forward Franziska Kuhlmann. / Foto: floorballmagazin

In Lilienthal überzeugten die deutschen Damen über weite Strecken. Routiniers wurden auf den ersten Blick nicht vermisst. Bundestrainer Simon Brechbühler ist aber bemüht, tiefer zu stapeln. Man brauche noch Zeit.

Floorballmagazin: Der Turnierbeginn war holprig. Wieso ließ man Di Nardo und Dänemark im ersten Spiel auf 0:3 entwischen?
Simon Brechbühler: Wie du schon sagst, eben das erste Spiel. Wir hatten erneut viele neue Spielerinnen dabei, manche kannten sich noch nicht einmal. Wir ließen einige Leistungsträgerinnen zu Hause und somit darf ein solches Resultat in unseren Augen positiv betrachtet werden.

Gegen Polen bot die Mannschaft aber eine starke, temporeiche Leistung. Müsst ihr mit dieser jüngeren Truppe eine andere Spielweise fahren als mit jener, die auf mehr Routiniers zugreifen konnte?
Wir wollten im Spiel gegen Polen ausprobieren, wie offensiv wir uns gegen ein stärkeres Team präsentieren können. Ich denke, dass dies überraschend gut gelang. Jedoch ist auch die Erkenntnis, dass wir diese Spielweise nicht über ein ganzes Turnier durchziehen können. Deshalb wird man diese Spielweise in Lettland nur ansatzweise sehen. Fazit, Test bestanden.

Im Verhältnis zum Gegner fehlte es aber noch etwas an Technik und Bissigkeit. Lässt sich so etwas in der Nationalmannschaft aufholen?
Nein, lässt sich nicht. Wir arbeiten mit zu schlechten Rahmenbedingungen und Voraussetzungen. Technik in diesem Alter noch deutlich zu verbessern, könnte nur mit einem massiv erhöhten Trainingsaufwand erreicht werden. Die Bissigkeit wird mit der Routine kommen. Diese mentale Entwicklung braucht ebenfalls Zeit.

Was sagt das Wochenende über die anstehende WM-Quali aus?
Die Vermutung wurde bestärkt, dass wir als Außenseiter nach Lettland reisen. Wir sind deutlich jünger als unsere Gegner und brauchen einfach Zeit, uns zu entwickeln. Das Team macht einen sehr guten Job, aber wir können von unseren jungen Spielerinnen keine Wunder erwarten. Baumgarten, Mietz oder Mietzsch beispielsweise sind top, brauchen aber Zeit und dürfen jetzt auch nicht alle Verantwortung auf einmal übernehmen müssen. Sonst werden sie verheizt. Die Lücke an Leistungsträgerinnen existiert, die Frage ist nun, wie man sie füllt. Wir setzen dabei auf Geduld und Nachhaltigkeit.

Kommentare

  1. undankbar gegenüber den „routiniers“

    für was soll man sich den arsch denn noch aufreißen, wenn man am ende doch einen tritt in eben jenen bekommt? soutter macht es doch bei den herren vor wie man mit alt UND jung voran kommt…

  2. hab ihn gelesen. finde es allgemein nur nicht richtig, wie der herr brechbühler mit leuten, wie dirksen umgeht.

  3. euer artikel ist wie alle eure artikel fabelhaft und ich werde mir auch ein printmagazin gönnen. 😉