Am persönlichen Limit

Soutter im Duett mit Chefanalysten Rolf Kern. / Foto: IFF, Tim Fuhrmann

Soutter im Duett mit Chefanalysten Rolf Kern. / Foto: IFF, Tim Fuhrmann

Für Philippe Soutter ist es nach seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren die erste WM als deutscher Bundestrainer. Vergangenes Wochenende sammelte er sein Team zu einem letzten Zusammenzug in Weißenfels. Mit dem Stand seiner Mannschaft sei er sehr zufrieden, sagt Soutter im Interview mit dem Floorballmagazin. Bei der Zielsetzung bleibt er vage.

Floorballmagazin: Hallo Philippe, nach dem gecancelten Camp in der Schweiz hattest Du das Team dieses Wochenende noch einmal zur Feinjustierung in Weißenfels versammelt. Wie fällt Dein Fazit zur Vorbereitung nach diesen frischen Eindrücken aus?

Philippe Soutter: Wie immer hat die Mannschaft mit großem Einsatz mitgezogen. Entgegen der Befürchtungen, dass wir aufgrund unseres etwas limitierten Kaders – die Holtz-Brüder und Manfred Berzel haben gefehlt – Mühe haben würden, die gewünschte Intensität zu erzielen, haben wir sehr gut und am Limit trainieren können. Auch dank einiger Junioren aus Wernigerode, welche wir als Gäste bei uns hatten.

Vor wenigen Tagen fiel mit Andreas Gahlert ein Schlüsselspieler aus. Wie kann und wird sein Ausscheiden kompensiert werden?

Ich bedaure das natürlich außerordentlich für Andreas. Damit hat sich dieses Thema dann aber bereits erledigt. Wir müssen mit denjenigen Spielern die WM bestreiten, die zur Verfügung stehen. Andi musste zuletzt ja schon aus beruflichen Gründen bei den Polen-Länderspielen passen.

Seit Deinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren hat sich das Team enorm gewandelt, viele junge Talente wurden integriert. Wie beurteilst Du als Trainer die Entwicklung – auch im Rahmen der manchmal eingeschränkten Möglichkeiten hinsichtlich Camps und Testspielen?

Es ist sicher so, dass gerade die Jungen durch jeden Zusammenzug mit der Nationalmannschaft enorme Fortschritte machen. Durch unser reduziertes Programm verschenken wir natürlich enormes Entwicklungspotential. Das ist sehr schade und in Zukunft zu verbessern. Wobei man mit dem Stand der Mannschaft schon sehr zufrieden sein kann. Es wäre aber sicher wesentlich mehr möglich.

Wie schätzt Du die Gruppengegner ein? Ist es Vorteil oder Nachteil, gleich zum Auftakt gegen Weltmeister Finnland bestehen zu müssen?

Was wir nicht beeinflussen können, interessiert uns herzlich wenig. Wir freuen uns alle auf das Spiel gegen den amtierenden Weltmeister und wollen unser persönliches Limit erreichen. Persönlich freue ich mich auf das Spiel gegen den finnischen Headcoach Pete Kettunen, den ich sehr schätze.

Erwartest Du gegen Russland im abschließenden Gruppenspiel das Schlüsselduell um Gruppenplatz zwei und damit den Viertelfinaleinzug?

Das ist anzunehmen. Russland aber auch Kanada werden ein sehr physisches Spiel pflegen und es wird darum gehen, dass wir trotz dieser Intensität die Spielkontrolle nicht verlieren und allfällige Vorteile unsererseits dann ausnützen. Die Spielkontrolle zu behalten, ist für uns manchmal noch etwas schwierig, da wir bei all unserer Leidenschaft und unserem Temperament manchmal noch dazu neigen, ein Tempo spielen zu wollen, welches wir noch nicht ganz beherrschen.

Wie sieht die Zielsetzung für die WM aus?

Schauen wir mal.