Deutschland schlägt Russland und ist im Viertelfinale

Drehte mit einem Doppelpack die Partie - Dominic Mucha. / Foto: IFF, André Burri, www.burrifotografie.ch / wfc2012

Drehte mit einem Doppelpack die Partie – Dominic Mucha. / Foto: IFF, André Burri, www.burrifotografie.ch / wfc2012

Die deutschen Floorballer besiegen vor knapp 800 Zuschauern Russland mit 4:3 und ziehen ins Viertelfinale der WM in Zürich und Bern ein. Die Schlüsselpartie hinterlässt körperliche Wunden, aber auch eine seelische Genugtuung. Morgen erwartet Soutters Equipe Lettland.

Schwieriger Auftakt
Mit einem erholten Ramon Ibold auf der Bank und Janek Kohler im Tor startet Philippe Soutter ins Spiel. Das erste Drittel wirkt aber auf beiden Seiten größtenteils zerfahren. Russland agiert mit etwas mehr Ballbesitz technisch stark, des Öfteren aber unorganisiert. Deutschland versucht es hingegen kampfbetont, kommt aber kaum zu sinnvollen Kombinationen und bringt sich durch unnötige Ballverluste selbst unter Druck.

Einige wenige Torchancen gelingen den Muchas, Zählbares gibt es nicht. Fredrik Holtz ist bemüht, manövriert sich aber häufig in schwierige Situationen hinein und findet somit vorerst nicht statt. Russland sucht mit scharfen Querpässen und Distanzschüssen an Pfosten postierte Flügelspieler, die verpassen den Ball aber wiederholt. Die ersten zwanzig Minuten enden torlos.

Rückstand gedreht
Um so treffsicherer beginnt der zweite Spielabschnitt. Eine auslaufende Strafzeit kann der bullige Sergey Azov mit einem Strahl von der linken Bande aus zur russischen Führung verwerten. Gerade eine Minute später findet Manuel Mucha mit einem langen scharfen Pass seinen am linken Pfosten lauernden Bruder Dominic, der zum Ausgleich einnetzt.

In der 31. Spielminute steht erneut der Mucha-Block im Mittelpunkt. Manuel Mucha füttert seine Mitspieler im Slot, Bernieck versucht es mit einem Rebound, Ponomarev kann nicht festhalten, Dominic Mucha bringt Deutschland in Front. Wenige Augenblicke später muss Azov auf die Strafbank. Kristian Holtz nimmt von der rechten Bande aus Maß und jagt den Lochball ins rechte obere Eck.

Doch Russland zeigt sich unbeeindruckt, legt an Härte und Glück nach – ein Distanzschuss wird abgelenkt und landet hinter Kohler – 3:2. Deutschland tut sich nun schwer den Ball zu kontrollieren und darf seinem Schlussmann für mehrere Paraden am Stück danken.

Mit Kampf ins Viertelfinale
Ein weiteres Unterzahlspiel zu Beginn des letzten Drittels übersteht man auch dank Kohler, der später zum deutschen „Best Player“ gewählt wird, unbeschadet. Kurze Zeit danach darf sich Deutschland mit einem Mann mehr versuchen, scheitert aber wiederholt an Ponomarev. Soutter setzt weiter ausschließlich auf seine zwei Topblöcke. Russland, dem nur ein Sieg ins Viertelfinale weiterhilft, wirkt dadurch zwar phasenweise agiler, kommt nun aber dennoch immer seltener zu guten Abschlüssen.

In der 52. Spielminute zieht Gysin an der rechten Bande vorbei, passt einhändig scharf in den Slot und Manuel Mucha hievt den Ball geschickt unter die Latte – 4:2, die Vorentscheidung. Gysin stürzt bei seiner Aktion aber unglücklich und setzt aus. Augenblicke danach erwischt Kohler seinen eigenen Kapitän Hühler am Fuß und auch dieser wird ausgewechselt. Ibold springt ein. Bis auf eine Korrektur durch Uglanov kann Russland diese Rochaden aber nicht mehr ausnutzen.

Deutschland gewinnt im fünften Anlauf an einer Weltmeisterschaft endlich gegen Russland und läuft nun zum ersten Mal in einem Viertelfinale auf. Morgen steht um 18:30 Lettland auf dem Programm (Liveticker erneut bei floorballmagazin.de), das in seiner Gruppe Tschechien sensationell schlug und dieses ins Duell mit Finnland schickte.

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