Wegweisende Reformen

Der Verband passt seine Strukturen den gestiegenen Anforderungen an. /Foto: Elke Scholz

Der Verband passt seine Strukturen den gestiegenen Anforderungen an. /Foto: Elke Scholz

Vergangenen Sonntag brachte die Delegiertenversammlung von Floorball Deutschland wegweisende Strukturveränderungen auf den Weg. Unter anderem wurden sechs teilfinanzierte Stellen geschaffen, für die der Verband dieses Jahr 50.000 Euro kalkuliert. Präsident Oliver Stoll wurde für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt, an seine Seite drei neue Vorstände gewählt.

An der Spitze des Vorstands von Floorball Deutschland herrscht Kontinuität: Präsident Oliver Stoll stellte sich für weitere zwei Jahre zur Wahl und wurde mit 100 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. An Stolls Seite wurden Elke Scholz (Vize-Präsidentin), Christian Baureis (Schatzmeister) und Heiko Jassmann (Vertreter der Verbandsjugend) in den umstrukturierten geschäftsführenden Vorstand von Floorball Deutschland gewählt.

Jassmann ist dabei der einzige Neuling in der Verbandsarbeit. Christian Baureis hingegen ist seit circa zehn Jahren in verschiedenen Verbandspositionen aktiv. Der aktuelle Präsident von Floorball Niedersachsen, der auch als Kassenprüfer von Floorball Deutschland agierte, übernimmt das Amt des Schatzmeisters und wird damit zur kontrollierenden Instanz in Bezug auf die Verbandsfinanzen. Vize-Präsidentin Elke Scholz, in Personalunion Präsidentin des zweitgrößten Floorball-Landesverbandes in Schleswig-Holstein, soll eine intensive Kommunikation zwischen dem Vorstand und den Landesverbänden aufbauen.

Das operative Tagesgeschäft soll zukünftig über teilfinanzierte Stellen realisiert werden. In Münster wurde dazu auf Vorlage des bisherigen geschäftsführenden Vorstandes ein Modell vorgestellt, auf dessen Grundlage der neue Vorstand nun zeitnah eine Stellenausschreibung auf floorball.de veröffentlicht. Präsident Oliver Stoll: „Dieser Schritt ist für Floorball Deutschland zwingend. Denn außer über bezahlte Strukturen lässt sich dem in den vergangenen Jahren gerade explodierten Arbeitsaufkommen nicht mehr nachkommen. Um uns weiter so positiv entwickeln zu können, brauchen wir stabile und auf alle Facetten der Verbandsarbeit ausgerichtete Strukturen.“

Einschneidender Strukturwandel

Besetzt werden sollen auf der Basis des bei der Delegiertenversammlung intensiv diskutierten Modells folgende Stellen: Generalsekretär, Direktor Verwaltung und Recht, Buchhalter, PR- und Marketing-Manager, Eventleiter, Sportdirektor und Direktor Breitensport und Entwicklung. Die Stelle des Direktors Verwaltung und Recht, die der Position des bisherigen Geschäftsführers entspricht, übernimmt Philipp Mertens. Die bislang im geschäftsführenden Vorstand tätigen Personen Andreas Ritter (kommissarischer Schatzmeister), Stefan Erkelenz (Ressortleiter Sport) und Mathias Liebing (Ressortleiter Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit) könnten sich, so wurde während der Delegiertenversammlung deutlich, auch ein Engagement in der neuen Struktur vorstellen, um weiterhin an der Verbandsarbeit teilzuhaben.  „Grundsätzlich realisieren wir ein offenes Verfahren, zudem ja auch bislang nicht besetzte Stellen wie der Bereich Ausbildung und Entwicklung besetzt werden sollen. Die zu schaffenden Stellen sind nicht auf Personen zugeschnitten, sondern auf den Arbeitsaufwand im Verband“, betont Stoll.

Für zwei weitere Jahre an die Spitze des Verbandes gewählt: Oliver Stoll. /Foto: Elke Scholz

Für zwei weitere Jahre an die Spitze des Verbandes gewählt: Oliver Stoll. /Foto: Elke Scholz

Über die Stellenausschreibung und die letztliche Vergabe entscheidet der neu gewählte geschäftsführende Vorstand. Die für die Positionen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in Höhe von insgesamt knapp 50.000 Euro sind bereits im Haushalt für das Jahr 2013 fixiert. „Die Stelle Direktor Verwaltung und Recht besteht bereits. Dazu sollen sich die Positionen Direktor Breitensport und Entwicklung, PR- und Marketing-Manager und Eventleiter aus den in diesen Bereichen anzusiedelnden Einnahmen selbst tragen. Speziell im Marketingbereich können wir vermelden, dass unsere Vermarktungsagentur Contacts & Sports die Vermarktungsrechte an den Verband zurückgibt, um diese Strukturveränderung möglich zu machen“, erklärt Stoll.

Unabhängige Verbandsspruchkammer kommt

Möglich ist die Professionalisierung der Verbandsarbeit auf der Grundlage der Konsolidierung der Verbandsfinanzen von Floorball Deutschland. Andreas Ritter, bisheriger kommissarischer Schatzmeister von Floorball Deutschland, skizzierte den rapiden Umsatzsprung des Verbandes auf nunmehr 250.000 Euro für das Geschäftsjahr 2012. Darüber hinaus wurde die Situation um die Aufnahme in den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beleuchtet. Hierbei wurde deutlich, dass aufgrund zuletzt getätigter wichtiger Schritte wie der Aufnahme des Floorball Verbandes Berlin-Brandenburg (FVBB) in den Berliner Sportbund, eine DOSB-Mitgliedschaft im Dezember realistisch ist. Zur neuen Saison wird zudem eine Verbandsspruchkammer eingesetzt, die Streitfälle aus dem Spielbetrieb von Floorball Deutschland als mit unabhängigen Personen besetztes Organ behandeln soll.

Quelle: Mitteilung von Floorball Deutschland

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