Ringen macht Platz

Für Laien dürfte Floorball deutlich abwechslungsreicher sein als Ringen. / Foto: IFF

Für Laien dürfte Floorball deutlich abwechslungsreicher sein als Ringen. / Foto: IFF

Die Exekutive des IOC hat empfohlen, die Sportart Ringen bereits aus dem Olympia-Programm der Spiele 2020 zu streichen. Für den Traditionssport ist dies eine absolute Hiobsbotschaft, für Floorball laut Verbandspräsident Oliver Stoll vielleicht ein wichtiges Zeichen.

Das IOC begründete seine Entscheidung unter anderem mit schwachen Ergebnissen der Ringer im Rahmen einer Analyse aller 26 olympischen Sommersportarten. Die Programm-Kommission des IOC hatte insgesamt 39 Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität für Jugendliche untersucht.

„Das hat zwar keine direkten Auswirkungen auf unsere Sportart, weil Floorball ja noch nicht auf der sogenannten „Short List“ zur Aufnhame ins Olympische Programm steht, aber damit setzt das IOC natürlich ein Zeichen“, deutet Oliver Stoll, Präsident des Dachverbandes Floorball Deutschland den Schritt der Entscheidungsträger. Zuletzt wurden vor allem der Moderne Fünfkampf und Taekwondo als Ausschlusskandidaten gehandelt.

Das IOC-Exekutivkommitee habe offensichtlich kein Problem damit, traditionelle Sportarten wie Ringen aus dem Programm zu streichen. „Es steht ja fest, dass für den Fall der Aufnahme neuer Sportarten, andere aus dem Programm gestrichen werden müssen und hiermit zeigt das IOC, dass es ihm mit dieser Regelung sehr ernst ist. Indirekt unterstreicht dieses Vorgehen die Hoffnung, dass unsere Sportart in der Tat eine Chance hat in das Olympische Programm aufgenommen zu werden“, schließt Stoll ab.

Im Augenblick steht Floorball aber noch hinten an. Zu finden sind auf der aktuellen Short List die Sportarten Baseball bzw. Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden und Wushu. Auch diese ist aber nicht in Stein gemeißelt.

Kommentare

  1. Ich würde mir zwar auch wünschen, dass Floorball olympisch wird. Trotzdem muss ich als Sportfan sagen, dass Ringen einfach für mich zur Olympiade gehört. Es ist einfach ein Traditionssport und irgendwo sollte auch der Sport zählen (gerade bei Olympia) und nicht die Gelddruckmaschine dahinter.

  2. Wie kann es denn Hockey erwischen? Das ist nicht nur in Europa verbreitet, sondern im zweitbevolkerungsreichsten Land der Welt Nationalsport.
    Mit der Tradition der Sportarten ist es so eine Sache. Was hilft die ganze Tradition, wenn es keinen interressiert?

  3. trotzdem stand hockey mit auf der kippe. wenn hockey als wackelkandidat gilt, ist es berechtigt zu fragen, ob das gleiche komitee floorball zur olympischen disziplin machen will.

  4. Machen wir uns doch nichts vor…
    ausser in Deutschland, Finnland und Tschechien kann man in den letzten 4 Jahren nirgends auf der Welt echten Floorball-Wachstum beobachten bezüglich Mitgliederzahlen, Popularität, finanziell-strukturellen Aspekten, etc. Unter grossen Vorbehalten noch in Südkorea und Japan, ev. noch Slowakei und Canada. Die internationale Entwicklung stockt massiv! Knapp 300.000 Mitglieder weltweit sind „lächerlich“.
    Bei Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität für Jugendliche hinken wir den anderen genannten Sportarten teils gar massiv hinterher.
    So lange sich die Floorballwelt nicht bahnbrechend erweitert, geht da gar nichts vor 2028…