Floorball in Serie

Breite Konkurrenz - Die Prague Games bieten Wettbewerbe für verschieden Altersklassen. / Foto: Czech Open

Breite Konkurrenz – Die Prague Games bieten Wettbewerbe für verschiedene Altersklassen. / Foto: Czech Open

Schon seit Jahren veranstalten die Gebrüder Vaculik in Prag die größte Turnier-Serie der Floorball-Welt. Egal ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rollstuhlfahrer, Senioren, Profis oder Anfänger – alle sind willkommen. Wir unterhielten uns mit Tomas Vaculik über das diesjährige Programm und die Rolle deutscher Teams.

Floorballmagazin: Prag bietet dieses Jahr erneut eine umfangreiche Turnierserie für alle möglichen Kategorien. Welche Events sind für welche Zielgruppen gedacht?

Tomas Vaculik: Dieses Jahr sind wieder vier Turniere geplant. Wir starten mit den Prague Games Mitte Juli, die für Jungs und Mädchen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren gedacht sind. Im vergangenen Jahr hatten wir insgesamt 320 Teams aus elf verschiedenen Ländern. Anfang August folgen die Prague Wheel Open. Die sind im Augenblick das größte europäische Turnier für Sportler auf mechanischen Rollstühlen. Dieses Jahr erwarten wir zum ersten Mal auch schwedische Teilnehmer.

Nur eine Woche später stehen dann die Czech Open an, das größte Floorball-Turnier der Welt, zuletzt mit über 250 Teams aus 18 Ländern. Hier geht es keineswegs nur um das Prestige der Elite-Kategorien, sondern auch um alle öffentlichen Spielklassen für Männer, Frauen und Jugendliche. Und zuletzt im November die Prague Masters, die inoffizielle Veteranen-EM, für Herren über 35 und über 40 sowie für Damen über 30. 2012 hatten wir 55 teilnehmende Mannschaften aus zehn Ländern.

Eure Turniere stehen aber nicht nur für sportliches Kräftemessen. Worauf kommt es außerhalb des Platzens an?

Natürlich müssen nicht nur sportliche, sondern auch gesellschaftliche Erinnerungen gesammelt werden. Prag ist eine der schönsten Städte der Welt und wir arbeiten intensiv mit allen Ämtern zusammen, damit alle Teilnehmer beispielsweise kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können oder freien Eintritt zu verschiedensten Sehenswürdigkeiten und Freizeitanlagen haben. Dazu kommen natürlich die berüchtigten Partys wie etwa im Club Lavka an der Karlsbrücke oder auf dem offiziellen Turnierschiff.

Czech Open 2012 Promo-Clip

Was für eine Entwicklung zeichnet sich am Juniorenturnier der Prague Games ab? Wandelt sich die Konkurrenzfähigkeit ehemaliger Exoten?

Es freut uns sehr, dass immer mehr Mannschaften aus Ländern kommen, in denen Floorball noch nicht so stark verbreitet ist wie bei uns oder in Skandinavien. Insbeondere bei den jüngsten Jahrgängen rückt die zweite und dritte Reihe selbstbewusst auf. Slowakische, ungarische aber auch deutsche Teams sind mittlerweile im Stande völlig ausgeglichene Partien mit jungen Finnen, Schweden oder Schweizern zu absolvieren.

An den Czech Open gibt es zum ersten Mal die Kategorie „Male Pro“, eine neue Sparte zwischen „Male“ und „Elite“. Welche Idee steckt dahinter?

Das Ziel ist es, einen weiteren Wettbewerb für ambitionierte Mannschaften zu schaffen, die den Sprung in die Elite-Kategorie verpassen. Diese ist seit Jahren praktisch für 16 Spitzenklubs abgeriegelt. Anspruchsvolle Mannschaften mussten häufig zahlreiche unspektakuläre und deutliche Partien gegen Hobbyteams absolvieren bis die ersten ernsten Proben kamen. „Male Pro“ wird als Zwischenstufe längere Spielzeiten, bessere Hallen und günstigere Spielzeiten bieten. Wir hoffen, dass sich das Konzept bewähren wird.

Gibt es bereits erste „große Namen“ in der Elite-Kategorie?

Im Augenblick schließen wir die Teilnahmelisten schrittweise ab, von daher würde ich ungern schon Namen nennen. Nur soviel – mit größter Wahrscheinlichkeit werden wir drei nationale Meister der Top4 Floorball-Nationen willkommen heißen. Außerdem haben wir uns entschieden, die Anzahl tschechischer Teilnehmer von acht auf sechs zu senken und somit Platz für Spitzenteams aus nachrückenden Ländern zu schaffen. Der amtierende deutsche Meister ist somit herzlich eingeladen, falls denn Interesse besteht. Bei den Damen sind wieder unter anderem Pixbo, Dalen, Herbadent aber auch die deutsche und slowakische Nationalmannschaft dabei.

Noch jubelt Dalen, 2012 gewinnt aber der tschechische Meister Herbadent. / Foto: Czech Open

Noch jubelt Dalen, 2012 gewinnt aber der tschechische Meister Herbadent. / Foto: Czech Open

Wie schätzt ihr das Interesse deutscher Vereine ein? Welche Rolle spielen sie in der gesamten Turnierserie?

Wir haben sehr großes Interesse mit deutschen Vereinen zusammenzuarbeiten. Die Bundesrepublik ist für uns das Land mit dem größten bislang verborgenen Potenzial. Wir sind Nachbarn, vieles verbindet uns, deshalb freut es uns umso mehr, dass mehr und mehr deutsche Teams an unseren Turnieren teilnehmen. Die Registrierung ist seit zwei Monaten offen und wir haben schon über zehn gemeldete Vereine. Als altes Eisen würde ich persönlich gerne einmal gegen deutsche Veteranen bei den Masters antreten, wobei ich nicht weiß, ob es diese in Deutschland schon gibt.

Offizielle Websites
Prague Games – Kinder und Nachwuchs (10.-13.07.)
Prague Wheel Open – Rollstuhlfahrer (8.-10.08.)
Czech Open – Erwachsene und Jugendliche (15.-18.08.)
Prague Masters – Senioren und Seniorinnen (7.-9.11.)