Wernigerode knackt Bonn in Overtime!

Spätes Glück - Wernigerode zieht zum zweiten Mal in Folge ins final4-Finale ein.

Spätes Glück – Wernigerode zieht zum zweiten Mal in Folge ins final4-Finale ein.

Kein Happy End für Underdog Bonn. Gegen Wernigerode führten die Dragons im final4-Halbfinale schon mit 5:1, standen kurz vor der nächsten Sensation, scheiterten aber in der Verlängerung. Vor knapp 400 Zuschauer siegen statt dessen die Devils dank eines Golden Goals von Raiko Krüger in atemberaubender Hitchcock-Manier.

Überraschender Traumstart

Final4-Auftakt in einer prächtig geschmückten Richard-Hartmann-Halle. Wernigerode hält über zu Beginn die größeren Spielanteile, kommt im Gegensatz zu Bonn aber kaum zu versprechenden Torchancen. In der 9. Spielminute fängt Janos Bröker einen Fehlpass von Jani Karonen ab, zieht von der linken Flanke aus Richtung Ecklebe und netzt in den oberen Winkel ein. Nur zwei Minuten später verschätzt sich Routinier Karonen an der Bande erneut. Chris Ecklebe pariert gegen Günter Wyzujak, der abgewehrte Ball senkt sich dennoch ins Tor.

Wernigerode schwimmt und muss einen Bonner Angriff nach dem nächsten abwehren. In der 12. Spielminute bleiben die Devils erneut an der gegnerischen Defensive hängen, ein Lupfer von Niklas Bröker landet bei Wyzujak, der lässt Ecklebe im Konter mit einem scharfen Schuss ins rechte obere Eck keine Chance. Wernigerode nimmt eine Auszeit, Blume geht ins Tor. Der Außenseiter führt 3:0, der mitgereiste Fanblock bebt.

Offener Schlagabtausch

Ins zweite Drittel startet Wernigerode druckvoller, kann sich im Bonner Abwehrblock zwar dennoch nicht festsetzen, verkürzt aber nach einem präzisen Pass von Peter auf Robert Müller. Die Dragons finden aber die passende Antwort – erst zieht Simon Kandziora auf Blume zu, netzt in den linken oberen Winkel ein, Augenblicke später landet ein Querpass bei Janos Bröker, Direktabnahme in den rechten Winkel – 5:1.

Wernigerodes Distanzschüsse pariert Routinier Rico Mazzoleni mit Bravour, die Devils setzen sich nun aber vermehrt im Slot durch. Erst Krüger, dann Hänninen – 5:3. Nach einem rustikalen Einsatz an der Bande muss der Bonner Eugen Friesen auf die Strafbank – Aku Taira schickt einen Abpraller gefühlvoll unter die Latte. Auszeit Dragons. In der 38. Spielminute darf sich auch Bonn in Überzahl versuchen, Veteran Jan Patocka versucht es aus der Entfernung, Blume lenkt den Ball hinter sich – 4:6.

Hände hoch - Krüger kann mit seinen Devils jubeln.

Hände hoch – Krüger kann mit seinen Devils jubeln.

Wernigerodes später Triumph

Im Schlussdrittel überlässt Bonn Wernigerode zunächst gänzlich die Regie und tut sich mit effektiven Kontern eher schwer. Die Kräfte schwinden. Die Devils kesseln ihren Gegner nun ein, Peter Müller findet im entfernten Slot seinen Bruder Robert, Direktabnahme zum rechten Pfosten, Wernigerode verkürzt. Die Devils kommen nun zu Abschlüssen in Serie, eine Strafzeit gegen Patrick Lamers können sie aber nicht nutzen. Bonn meldet sich mit sporadischen Chancen zu Wort, seine Fans überzeugen mit einem betäubenden Trötenkonzert.

Wernigerode bleibt weiterhin am Drücker, tut sich aber schwer ein höheres Spieltempo zu entwickeln. Auf eine heikle Situation im Bonner Slot reagiert Karonen hinter der Bande lautstark, zu lautstark, Zweiminutenstrafe. In Unterzahl steht Krüger plötzlich allein gelassen vor Mazzoleni, der Schweizer Keeper pariert brilliant. In der 57. Spielminute findet Lisiecki am entfernten Pfosten den von der Strafbank zurückgekehrten Karonen, Ausgleich, Verlängerung.

Bonn strauchelt, kämpft aber tapfer. Wernigerode dominiert, beißt sich die Zähne aus, an aufopferungsvollen Blocks, an Mazzoleni, an sich selbst. Und dann steht Krüger dort, wo er stehen muss, am linken Pfosten, und Robert Müller sieht ihn. Das Ende eines großartigen Krimis.

Kommentare

  1. Eines der spannendsten, interessantesten Spiele zweiter Deutscher Teams gegeneinander … Grossartige, hoch-disziplinierte Leistung von Bonn, auch sehr faires und gutes Spiel von Wernigerode. Danke!

    Und nun gibts in Zukunft auch in Bonn Konditionstraining… schade hats nicht für die ganze Sensation gereicht.