Gala mit Folgen

Ramon Ibold (l.) in teuflicher Umarmung. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Ramon Ibold (l.) in teuflicher Umarmung. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Das final4 bot ein ansprechendes Programm mit herausragenden sportlichen Leistungen. Der glänzende Siegtreffer im Endspiel des Pokalwettbewerbs war dabei ein willkommenes Sahnehäubchen. Stimmen zum Event und zum Übergang in die heiße Bundesligaphase.

Eigentlich stand Wernigerode noch im Halbfinale knapp vor einem absoluten Debakel. Mit 1:5 lag die Garde von Spielertrainer Karonen gegen den Zweitligisten aus Bonn schon zurück bevor sich die Devils schrittweise herankämpften und ihren erschöpften Gegner in Overtime niederstreckten. Auch gegen Hamburg hinkte der Vize-Meister zwischenzeitlich hinterher. Kappel und Koivisto hatten den Spielstand im Schlussdrittel für den ETV gedreht. Dann kam Ramon Ibolds Auftritt.

Auf der Flucht - Gary Blume mit seinem ersten Buddha. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Auf der Flucht – Gary Blume mit seinem ersten Buddha. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Erst schickte der 21-jährige Verteidiger den Lochball via Freistoß unter die Latte, kurz vor Spielende folgte die Krönung. “Bis zum Pass wusste ich gar nicht, dass Aku auf dem Feld stand”, erinnert sich Ibold an seine Traumvorlage zu Tairas Gamewinner. “Ich dribbelte den Ball bis zur Mitte heraus und überlegte dann, ob ich selbst schießen oder passen sollte. Aku stand eine gefühlte Ewigkeit frei am langen Pfosten und machte mit seinem Schläger auf sich aufmerksam. Dann habe ich denn Ball einfach schnellstmöglich durch die Hamburger gespielt.” So einfach also.

Tatsächlich war das mitreißende Finale der würdige Abschluss einer rundum gelungenen final4-Veranstaltung. Zwar hielt sich das Besucher- und Teilnehmerinteresse trotz Zuschauerrekord und extatischer Bonner Fans innerhalb sowie außerhalb der Szene auch dieses Jahr in Grenzen, die Ausrichter überzeugten aber auf ganzer Linie. Von einer fleißigen Videoübertragung über ein kompakteres Partyturnier bis hin zu einem präzise abgestimmten und packendem Pokalprogramm, inklusive Rockband und alkoholfreundlichem Maskottchen. Eine hohe Latte für die Nachfolger 2014.

Noch konsterniert, bald entschlossen - Johan Nilsson. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Noch konsterniert, bald entschlossen – Johan Nilsson. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Schon diese Woche geht aber es mit den letzten Ligaspielen der Bundesliga-Saison weiter. Gary Blume, Torhüter des neuen Pokalsiegers, bestätigt, dass man nun auch ein ernstes Wort im Kampf um die Meisterschaft mitreden wolle, obwohl die möglichen Ausfälle von Robert Müller und Tommy Löwenberg nicht zu unterschätzen seien. “Ich hoffe, dass die Verletzungen der beiden nicht allzu schlimm sind. Das wäre natürlich ein herber Rückschlag, der unser System wieder ein Stück durcheinander werfen würde.”

Hamburg bleibt trotz Niederlage im Finale zuversichtlich. Trainer Johann Nilsson sei mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. “Direkt nach dem Spiel ist die Enttäuschung natürlich sehr groß, aber wir haben zwei tolle Spiele hinter uns und über das Wochenende sind wir als Team noch stärker zusammengewachsen.” Jetzt steige außerdem der Ehrgeiz, die Meisterschaft zu gewinnen, schließt der Schwede ab. Mit einem Heimsieg gegen Leipzig will der ETV am kommenden Samstag die Chancen auf eine direkte Qualifikation für die Playoff-Halbfinals wahren. Einziger Konkurrent um den zweiten Tabellenrang: Red Devils Wernigerode.