„Wir haben den Braten gerochen“

Will mit Berlin die erste reguläre Playoff-Serie gewinnen - Timo Krohne. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Will mit Berlin die erste reguläre Playoff-Serie gewinnen – Timo Krohne. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Berlin startete in seine Playoff-Serie gegen Hamburg mit einem überraschenden 5:3-Auswärtssieg. Kein Zufall und mehr als ein Lebenszeichen nach einem eher bescheidenen Ligaabschluss. Spielertrainer Timo Krohne nach, darf es so auch ruhig weitergehen, idealerweise schon am Samstag in der Max-Schmeling-Halle.

In der letzten Ligarunde schlug BAT zuhause auf dem Boden der Tatsachen auf. Gegen Lilienthal unterlag Berlin in einem formell zwar belanglosen, sportlich aber eigentlich aussagekräftigen Spiel deutlich mit 4:10. Aufgrund von Urlauben litt die Vorbereitung und das Resultat sprach Bände. Nur sieben Tage später gelang aber ein Traumstart in die Playoffs.

Für Krohne war der ETV von Anfang an ein Wunschgegner. „Wir konnten die Spiele gegen sie in dieser Saison immer knapp gestalten und haben unsere Chance deshalb auch gewittert“, erklärt der 29-Jährige. Außerdem sei Hamburg ein sympathischer Gegner, was das Duell noch einmal interessanter macht. Die Bereitschaft, das erste Heimrecht aufgrund fehlender Hallenzeiten zu tauschen, unterstreiche dies. „Es macht einfach Spaß, gegen diese Truppe zu spielen“, schätzt Krohne.

Eigentlich war der erfahrene Verteidiger als Spielertrainer in die Saison gestartet, verbannte sich aber zuletzt ausschließlich in die Rolle des Coaches. „In dieser Doppelrolle kommt man irgendwann an den Punkt, dass man seine eigenen Interessen hinter die der Mannschaft stellen muss“, erklärt Krohne. „Ich war in den letzten Wochen als Spieler nicht gut in Form. Da haben sich andere Spieler einfach besser empfohlen. Zusätzlich muss ich im Hinterkopf behalten, was der Mannschaft einen wirklichen Mehrwert bringt, wenn ich von außen ins Spiel einwirke.“

Zwischen den Fronten - Krohne sucht in seiner Rolle als Spielertrainer die richtige Balance. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Zwischen den Fronten – Krohne sucht in seiner Rolle als Spielertrainer die richtige Balance. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

In Hamburg wirkte Berlin über weite Strecken engagierter, emotionaler und fokussierter als der Gegner, konnte – bis auf Ausnahme seiner Dauerveletzten – auf alle Stammkräfte zugreifen. Der ETV wird am Samstag auch wieder Björn Kappel und Timo-Toumas Koivisto aufstellen können. Die Matchstrafe des Finnen soll nur auf ein Spiel beschränkt gewesen sein, eine offizielle Information seitens der SBK steht noch aus.

Krohne bedauert, dass die Mannschaft über die Saison hinweg nicht konstant genug gespielt hatte: „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Wenn wir diese abstellen, können wir jedes Team schlagen.“ Luft nach oben sieht er im Bereich der Konzentration. Die sei im ersten Spiel gegen Hamburg einwandfrei gewesen. „Das Team ist top motiviert und durch den Sieg auch im Selbstvertrauen gestärkt. Es liegt ein hartes Stück Arbeit vor uns. Hamburg erwarten wir aufgeweckter und gefährlicher als letzte Woche.“ In Berlin habe man aber den Braten gerochen und sei hungrig.

Zwar möchte Krohne als Spieler aktiv bleiben, weiß aber, wie schwierig es sein wird, die richtige Balance zu halten: „Ich bin eine Verpflichtung mit dem Job des Trainers eingegangen und werde diese erfüllen. Wenn der Verein irgendwann einen anderen dafür bestimmt, kann ich mich wieder nur auf mich konzentrieren.“ Bis dahin gehe das Coachen aber vor. „Ich kann mir vorstellen, das auch noch lange weiter zu machen – so lange man das Ganze mit dem Privat- und Berufsleben in Einklang bringen kann. Noch geht das, obwohl ich mich schon auf die Sommerpause freue. Aber bis dahin haben wir hoffentlich noch ein paar Wochen Zeit.“