Die beste Notlösung

Gegen Weißenfelser Scharfschützen wird Nickel Haltung bewahren müssen. / Foto: privat

Gegen Weißenfelser Scharfschützen wird Nickel Haltung bewahren müssen. / Foto: privat

Das Finale der Damen-Bundesliga steht an. Meister Weißenfels trifft auf Herausforderer Grimma. Eigentlich ein alter Hut. Für Abwechslung sorgen einige wenige Akteure wie etwa die Torhüterhin des MFBC Alexandra Nickel. Die beste Notlösung seit der Erfindung des Blasenpflasters.

Schon in ihrer Berliner Zeit war die Flügelspielerin der Wunschkandidat bei Ausfall etatmäßiger Torhüter. Dabei war Alexandra Nickel technisch besonders versiert, verfügte über einen bissigen Schlagschuss. Ihre Reflexe sowie ihr Stellungsspiel im Kasten gehörten aber zu den Besten der Liga. Nach dem Rücktritt von Daniela Thomas Ende vergangener Saison sorgt Nickel nun im Grimmaer Tor für Paraden.

Alex, warum wird Grimma Deutscher Meister?

Ich denke unsere Stärke liegt vor allem in der Geschlossenheit als Team, was gerade im Damenbereich immer etwas schwieriger ist und eine Herausforderung für Spielerinnen und Trainer darstellt. Aus der Vergangenheit haben wir gelernt, dass wir die besten Spieler haben können aber wenn jeder nur für sich spielt, wir nichts erreichen. Wir gelten sicherlich für viele als Außenseiter aber wir haben gezeigt, dass wir an einem guten Tag auch Weißenfels schlagen können.

Köln war kein wirklicher Prüfstein – hattet ihr euch das Halbfinale schwerer vorgestellt?

Es war wirklich schwierig für uns Köln einzuschätzen. Die Bilanz der Kölner in der Tabelle der Bundesliga West, zahlreiche finnische schwer auszusprechende Spielernamen im Kader und das lebende Ostdeutsche-Spielerdenkmal Manuela Spröwitz haben schon Eindruck auf uns gemacht. Umso überraschender war es dann, dass wir beide Spiele doch sehr deutlich für uns entscheiden konnten.

Wie überbrückt man sechs spielfreie Wochen?

Also von der Terminplanung her ist das wirklich sehr unglücklich gewählt. Die Zeit haben wir allerdings gut genutzt – mit zwei Trainingslagern in Grimma und zwei Testspielen beim Final Four gegen Heidenau/Chemnitz sowie ein tschechisches Team. Außerdem haben wir zum Leid einiger mit unserem Coach Ralf Kühne einen großen Fan der Leichtathletik, womit wir auch im physischen Bereich noch einiges getan haben.

Zuletzt hatte es aber eine 0:5-Schlappe gegen den UHC gegeben. Was muss anders werden?

Die Niederlage gegen den UHC ist sicherlich bitter und zu deutlich gewesen. Aber solche Spiele sind auch immer wieder Hinweise auf Sachen die nicht passen und so ist das auch eine Chance gewesen, aus den Fehlern zu lernen, damit wir diese in der jetzt wichtigen Phase der Saison eben nicht mehr machen. Wir wollen in den kommenden Spielen zeigen, dass sich aufgeschürfte Knie, Hämatome in ihre vielseitigen Farbenpracht, Lauftraining bei jeder Extremwettersituation und hunderte Stunden in einer Sporthalle lohnen. Für uns und die Fans in Grimma und Leipzig würde sicherlich ein großer Wunsch in Erfüllung gehen, wenn wir die Überraschung schaffen und die Meisterschaft holen.

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