„Die Zeit stand still“

Petter Ericson-Hallen schirmt den Ball gegen UHC-Verteidiger Vaicis ab. Später im Spiel leitete der Schwede das Golden Goal ein. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Petter Ericson-Hallen schirmt den Ball gegen UHC-Verteidiger Vaicis ab. Später im Spiel leitete der Schwede das Golden Goal ein. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der Anteil von Petter Ericson-Hallen am Titelgewinn des MFBC war riesig. Gemeinsam mit seinem kongenialen Sturmpartner Carlsson sorgte er nicht nur für Punkte-Rekorde, sondern riss das gesamte Leipziger Team aus seiner Lethargie. „Wir waren die Underdogs, das war vielleicht der Schlüssel“, sagt Hallen zum Finalsieg.

70 Punkte aus 13 Spielen, 13 Punkte in einer einzigen Partie (gegen Dresden) – Petter Ericson-Hallen durchpflügte, gemeinsam mit seinem Sturmpartner Viktor Carlsson, die Liga in seinem gut viermonatigen Intermezzo beim MFBC wie ein Orkan. Holte das verunsicherte Team vor der Ankunft der beiden Schweden bis zum Jahreswechsel nur fünf Siege aus elf Spielen, waren es danach 12 Siege aus 13 Partien. Folgerichtig konnte Hallen, anders als 2010, als er schon einmal in der Messestadt angeheuert hatte, seine Zeit in Leipzig diesmal mit dem Titel krönen.

Es war zugleich das Ende einer 11-jährigen Durststrecke ohne Meisterschaft für den Traditionsklub. Kommende Saison wird der MFBC jedoch auf seinen Heilsbringer verzichten müssen: Bereits diese Woche will Hallen zurück nach Schweden gehen.

Floorballmagazin: Petter, 2010 seid Ihr im Finale noch an Weißenfels gescheitert. Was habt Ihr diese Saison anders gemacht?

Vor drei Jahren waren wir die Favoriten, diesmal die Underdogs. Vielleicht war das der Schlüssel. Ich glaube, dass Weißenfels dachte, es würde einfach werden. Ich meine, sie haben ja nicht mal den richtigen Pokal mit zum Spiel gebracht…

In der Verlängerung lenkte Weißenfels-Flügel Sascha Herlt einen Pass von Dir ins eigene Netz ab. Kannst Du uns beschreiben, was in dem Moment in Dir vorging?

Ich habe versucht, Kanti (Stanislav Kanta, d. Red.) am langen Pfosten anzuspielen und irgendwie sprang der Ball auf einmal rein. Es war Wahnsinn, danach zu unseren Fans zu laufen, auch mit dem Wissen, dass mein Vater und meine Schwester mit im Publikum saßen. Es fühlte sich, als würde die Zeit still stehen. Einfach unglaublich.

Für Leipzig war es der erste Titel seit 2002. War die lange Durststrecke vor dem Finale bei Euch im Team präsent?

Ja, natürlich. Wir haben darüber auch schon gesprochen, als ich 2009/10 das erste Mal hier war. Ich freue mich extrem für den ganzen Klub und Spieler wie Mattias Persson, Gunnar Pause und Christian Fritsche. Sie haben es wirklich verdient.

Letzte Frage: Weißt Du schon, was die nahe Zukunft bringt – Schweden oder noch ein Jahr Leipzig?

Ich fahre bereits diese Woche nach Stockholm zurück. Mit diesem Triumph bin ich als Floorball-Spieler in Deutschland fertig, denke ich. Du solltest immer aufhören, wenn du an der Spitze bist.