Stefan Erkelenz tritt zurück

Stefan Erkelenz hinterlässt als Allzweckwaffe tiefe Fußstapfen. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Stefan Erkelenz hinterlässt als Allzweckwaffe tiefe Fußstapfen. / Foto: Jean Fischer, Floorball Deutschland

Der Dachverband Floorball Deutschland verliert einen seiner wichtigsten Leistungsträger. Sportdirektor Stefan Erkelenz tritt Ende Juni zwecks Überlastung und privater Verpflichtungen von allen seinen Ämtern zurück. Seine Stelle werde nun neu ausgeschrieben.

In einem Rundbrief erklärte Erkelenz: „Der Floorballsport hat in den vergangenen Jahren meinen Alltag mehr bestimmt, als viele andere Bereiche und ich habe stets versucht den täglich steigenden Anforderungen an die sich stellenden Aufgaben und meine jeweilige Position gerecht zu werden. Seit Anfang 2013 musste ich für mich selber feststellen, dass ich dem nicht mehr gerecht werden kann. Ich persönlich kann eine Aufgabe nur ganz oder eben gar nicht machen und ich habe in den vergangenen Monaten zu viele Baustellen gesehen, um die ich mich nicht kümmern konnte.“

Erkelenz war zweieinhalb Jahre als Ressortleiter für den Bereich Sport, zunächst kommissarisch und ab November 2011 in seinem Amt bestätigt, ehrenamtlich für Floorball Deutschland tätig. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem der Spielbetrieb, das Schiedsrichterwesen, die Anti-Doping-Arbeit und die übergeordnete Organisation im Zuständigkeitsbereich der Nationalmannschaften. Mit der personellen Umstrukturierung von Floorball Deutschland konnte im Frühling 2013 eine teilfinanzierte Stelle des Sportdirektors geschaffen werden.

Laut Vorstandsmitglied Elke Scholz bedauere man Erkelenz‘ Ausscheiden bei Floorball Deutschland sehr: „Stefan wird die Verbandsarbeit noch bis zum 30.06. unterstützen. Wir respektieren und verstehen Stefans Entscheidung voll und ganz und danken ihm für das bisher ehrenamtlich geleistete Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

Laut Scholz „brenne“ Erkelenz genau wie alle anderen für den Sport und es sei somit nicht auszuschließen, dass er irgendwann zurückkommen werde. Generalsekretär Michael Lachenmaier und der Vorstand hätten bereits die aktuell dringlichsten Tätigkeitsfelder für die nahe Zukunft in der Verbandsarbeit geprüft und arbeiten auf Hochtouren. Die Stelle des Sportdirektors werde neu ausgeschrieben.

Quellen: PM Stefan Erkelenz, floorball.de

Kommentare

  1. Wenn sich bei den Mitarbeitern des Verbandes das Gefühl einstellt, dass die Verbandsarbeit einen Grossteil des eigenen Alltages bestimmt, dann ist die Alarmstufe Rot bereits erreicht oder überschritten worden. Dies nicht rechtzeitig zu erkennen und geeignete Gegenstrategien einzuleiten, dies mag an mangelnder Selbstreflexion oder anderen persönlichen Dingen im Einzelnen liegen. Es mag aber auch daran liegen, dass die verehrten Mitstreiter untereinander über solche persönlichen Belange nicht oder sehr schlecht kommunizieren und dadurch Alarmsignale nicht wahrnehmen oder nicht wahrnehmen wollen. Zur Kooperation gehört die geeignete Kommunikation, um auf Dauer überhaupt zu funktionieren.

    Die zunehmende Arbeitslast und Erwartungshaltung („Wir steigen bei der U19WM auf.“) der Umwelt sind schlichtweg da, und können auch nicht annähernd durch eine teilfinanzielle Abgeltung kompensiert werden. Im Gegenteil: durch diesen Obolus fühlt man sich vielleicht noch mehr in die eigene Pflicht genommen und beisst die Zähne zusammen – bis einfach nichts mehr geht und nur noch der Absprung als alternativlose Möglichkeit gesucht wird.

    Vorschlag: man sollte untereinander regelmäßig ehrlich und offen auch über seine persönliche Situation im Verband und im Berufsalltag sprechen können. Dies setzt Vertrauen untereinander voraus. Damit kann schon viel an Entlastung der inneren Anspannung eingeleitet werden. Man sollte ein Klima schaffen, wo klar gesagt werden kann, was kann der Einzelne leisten, und was kann er nicht leisten. Auch sollte man darüber sprechen können, ob man von Mitstreitern in bestimmten Situationen entlastet werden kann, oder ob gerade die es sind, die den Erwartungsdruck schleichend mit erhöhen helfen.

    Zeit zum Nachdenken.