Das Abenteuer Großfeld-Regionalliga

Die SG Nord setzt sich aus Spielerinnen von sieben Klubs zusammen - sie eine der vier Teams der neuen Regionalliga Nord. /Foto: Elke Scholz

Die SG Nord setzt sich aus Spielerinnen von sieben Klubs zusammen – sie ist eines der vier Teams der neuen Regionalliga Nord. /Foto: Elke Scholz

Nachdem lange unklar war, was mit dem Damen-Spielbetrieb im Norden passiert, stehen nun die Teilnehmer der Regionalliga Nord fest. Im Januar 2014 startet die Liga mit vier Teams. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung im deutschen Damen-Floorball. Drei der vier Mannschaften wollen auch an den Meisterschafts-Playoffs teilnehmen.

von Elke Scholz

Nun, am Ende eines doch langen Weges, ist das Geheimnis um die Damen-Großfeldteams im Norden gelüftet. Folgende Teams sind gemeldet: TV Eiche Horn Bremen mit Trainer Daniel Teetz, SG Hamburg/Wellingsbüttel mit Trainer Mirko Czerny, SG Bordesholm/Neuwittenbek mit dem Trainerteam Frederike Scholz und Daniel Kunze sowie SG Nord mit Trainer Tilmann Gebhardt.

Während der TV Eiche Horn Bremen eine feste Konstante in der Planung der neuen Regionalliga war, konnte der Rest der Damenwelt im Norden zunächst nicht so recht zugeordnet  werden. So wechselte die in Kiel ansässige Torhüterin Tonia Rzehak vom Gettorfer TV schon mal freiwillig zur nachbarschaftlichen Unterstützung nach Hamburg, da es genug Torhüterinnen in Schleswig-Holstein gibt, in der Hansestadt dafür weniger.

Wie aber teilt man die Damen in Schleswig-Holstein nun so auf, dass zwei Teams in der Regionalliga starten können? Der Zufall führte dann vor kurzem zu einer spontanen Entscheidungsfindung. Frederike Scholz und Daniel Kunze, beide Trainerin bzw. Trainer der Damen-Kleinfeldteams in Bordesholm und Neuwittenbek trommelten ihre Mädels zu einem gemeinsamen Training zusammen. Dabei war man zahlenmäßig inzwischen so gut aufgestellt, dass man an dem Tag Großfeld spielte und spontan am Spielfeldrand beschloss: Wir sind ein Großfeldteam!

Gut 24 Stunden später entschied ich dann, als Teamkoordinatorin der Nordstaffel, kurzerhand alle verbleibenden Floorball-Damen aus ganz Schleswig-Holstein in einer SG Nord zu betreuen. Gemeinsam mit Trainer Tilmann Gebhardt vom PSV Flensburg wird sich nun eine muntere Gruppe junger Damen aus mindestens sieben verschiedenen Vereinen, von der Insel Föhr über Flensburg und Gettorf bis an das Randgebiet von Hamburg, in das Abenteuer Damen-Regionalliga Nord stürzen.

Eiertanz zwischen bundesweiter Sichtung und regionaler Begeisterung

Aufbau- und Entwicklungsarbeit in kleinen Schritten haben dazu beigetragen, dass immer mehr Spielerinnen auch im Norden ihre Leidenschaft für den Floorball entdeckt haben. Dabei haben uns sicher auch die Zusammenkünfte der Nordstaffel in die Karten gespielt. Für mich stellten die Trainingslager der Nordstaffel oft eine Art Eiertanz dar. Zum Einen wollten die Verantwortlichen von Floorball Deutschland talentierte Spielerinnen sichten, während wir zum Anderen in Schleswig-Holstein die Mädels einfach nur für das Floorballspiel im Allgemeinen und dann noch für das Großfeldspiel im Speziellen begeistern wollten.

Und die Begeisterung für diesen Sport spricht sich herum. Spätestens nach der letzten Teilnahme der norddeutschen Damen an den X3M Berlin Open kamen Anfragen, in einem Großfeldteam mitspielen zu dürfen, via Facebook, Mail und persönlich auf Tribünen bei Herren-Bundesligaspielen.

Gemeinsame Turniere, wie hier bei den Berlin Open, motivierten die Spielerinnen für die Großfeldliga. /Foto: Elke Scholz

Gemeinsame Turniere, wie hier bei den Berlin Open, motivierten die Spielerinnen für die Großfeldliga. /Foto: Elke Scholz

Die Regionalliga Nord, die organisatorisch über die SBK des Floorballverbandes Schleswig-Holstein abgewickelt wird, kann erst im Januar 2014 offiziell starten. Da viele Mädels auch in den U17- und Herren-Großfeldteams mitspielen, gab es bei der Terminfindung einen erhöhten Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Langeweile kommt im Norden derweil bis zum ersten Spieltag trotzdem nicht auf. So testen die Teams aus dem Hamburger Raum, Bremen und die SG Nord ihr Können schon mal in der Damen-Pokalrunde von Floorball Deutschland.

Drei der vier Mannschaften – Bremen, die SG Nord sowie Hamburg/Wellingsbüttel – wollen zudem an den Playoffs zur Deutschen Großfeldmeisterschaft teilnehmen. Dort würden sie dann auf die besten Teams der Regionalliga West sowie 1. Bundesliga Ost treffen.

Habt auch Ihr lokale und regionale Floorball-Geschichten, die Ihr der deutschen Floorball-Szene nicht vorenthalten wollt? Ein neu gegründeter Verein, ein selbst organisiertes Turnier, der sensationelle Sieg über den Lokalrivalen? Schickt uns Eure Stories mit aussagekräftigen Fotos an redaktion@floorballmagazin.de!