Reck: „Keine Angst zu versagen“

Reck und ihre Garde - Mit gerade mal 6 Toren aus 4 Spielen kann Deutschlands Defensive eine herausragende Bilanz vorweisen. / Foto: Tim Fuhrmann, Floorball Deutschland

Reck und ihre Garde – Mit gerade mal 7 Toren aus 4 Spielen kann Deutschlands Defensive eine herausragende Bilanz vorweisen. / Foto: Tim Fuhrmann, Floorball Deutschland

Alleine schon die nackten Zahlen sagen alles aus – Fangquote 92,2 %, Tordurchschnitt 1,5. Indra Reck schließt an die Leistungen der männlichen Kollegen Dietz und Kohler nahtlos an und ist der Garant für Deutschlands Einzug ins Viertelfinale gewesen. Die großen Brocken kommen aber erst. „Das wird ein anderes Level“, meint Reck.

Floorballmagazin: Vier Spiele, vier Siege, Viertelfinale. Geil, großartig oder famos?

Indra Reck: Einfach nur hammmmergeil! Wir haben so hart gekämpft bis zum bitteren Ende, gerade gegen Daenemark und Russland und dieses Gefühl, dass es sich letztendlich gelohnt hat, ist einfach nur klasse.

Du hast im letzten Spiel ein Tor aus 27 Schüssen kassiert und hast im Turnier eine Fangquote von über 92 %. Warum läuft’s so gut?

Ich habe mich schon wochenlang auf das Turnier gefreut, konnte kaum erwarten dass es los geht, bin total motiviert. Vielleicht denken einige, dass ich als neue Nummer eins ganz schön unter Druck stehe, aber das Team unterstützt mich so super, da hab ich überhaupt keine Angst in irgend einer Weise zu versagen. Klar ist man vor solch wichtigen Spielen wie gegen Russland aufgeregt, aber soetwas pusht mich persönlich immer noch mehr und macht mich aufmerksamer und konzentrierter. Ein dickes Lob auch an die Defense, die mir ein ums andere Mal auf gut deutsch gesagt den Arsch gerettet hat. Und wenn die Defense stimmt, hat man als Torhüter einfach auch viel mehr Spaß am Spiel.

Dietz bei den Herren, du bei den Damen. Deutschland hat wahrlich kein Torwartproblem oder? Ist das das Erbe von Kahn & Co.?

Zurzeit eigentlich nicht, nein. Solange der starke Nachwuchs kommt, denke ich, braucht man sich über diese Position eher weniger sorgen zu machen. Aber mit Fußball oder anderen Sportarten hat das nix zu tun.

Neumann, Reckt und Schwarz (v.l.n.r.) genießen den Applaus. / Foto: Tim Fuhrmann, Floorball Deutschland

Neumann, Reckt und Schwarz (v.l.n.r.) genießen den Applaus. / Foto: Tim Fuhrmann, Floorball Deutschland

Was ist eure Lieblingsbeschäftigung, um euch vom WM-Alltag ablenken zu können. Wie entspannt es sich am besten?

Bei so einem Turnier gibt es nur wenige Momente, wo man mal nicht über Floorball spricht. Selbst wenn man mal Zeit mit den mitgereisten Eltern verbringt, geht’s nur darum. Ich bin froh wenn wir mal zwei Stunden für uns haben, ich mich einfach ins Bett legen und den Fernseher einschalte oder jemandem zuhören kann, der mal nicht über Punktestände, Florby und seine hässliche Schwester oder vergangene Spiele erzählt. Sich einfach mal für einen kurzen Moment stumpf berieseln lassen (lacht).

Unter den Top 8 der Welt seid ihr schon. Welchen Platz willst du erreichen?

Die nächsten Spiele gelten wir natürlich als Außenseiter. Wir können jetzt schon stolz darauf sein, was wir bis jetzt erreicht haben. In den nächsten spielen werden wir uns natuerlich nicht auf unseren gesammelten Lorbeeren ausruhen – wir werden weiter kämpfen, aber die kommenden Gegner sind halt nicht ganz unser Level. Wir werden sehen und sind für Überraschungen offen.