Guter achter Platz

Sieben Spiele in acht Tagen. Der WM-Marathon der deutschen Damen hat ein Ende. In den letzten Partien war der Kräfteschwund unverkennbar, trotzdem mangelte es nicht an kämpferischen Leistungen. Im Spiel um Platz sieben unterlag die Equipe von Bundestrainer Brechbühler Polen, die Endplatzierung birgt dennoch keine Enttäuschung.

Deutschland startet schwach in seine letzte WM-Partie. Polen geht schon in der zweiten Spielminute in Führung, kontrolliert die Partie, dominiert mit wesentlich mehr Ballbesitz. In der 12. Spielminute reichen zwei schnelle Direktpässe in den den deutschen Slot, Plechan per Direktabnahme, Zell kassiert zum zweiten Mal. Trotzdem gelingt noch in Drittel eins der Anschlusstreffer. Neumann fehlen aus einer Ecke heraus die Anspielstationen, sie schießt eine im Slot wachende polnische Abwehrspielerin an, Kuhlmann steht zum Rebound bereit, Volley – 1:2.

Neumann (4) auf Kuhlmann (6) - Die Floorballmagazin-Bloggerinnen sorgten für Deutschlands einzigen Treffer. / Foto: IFF

Neumann (4) auf Kuhlmann (6) – Die Floorballmagazin-Bloggerinnen sorgten für Deutschlands einzigen Treffer. / Foto: IFF

Den zweiten Spielabschnitt kann das deutsche Team nun wesentlich gleichwertiger gestalten. Eine Strafe gegen Stenka, wird im Powerplay aber nicht verwertet, ein Gegenkonter landet sogar fast im deutschen Kasten. Deutschland hat sich zwar gefunden und kann den ballsicheren Polinnen mit hartem Körperspiel opponieren, für ein gefährliches eigenes Offensivspiel reicht es aber nicht, gute Chancen sind Mangelware.

Das dritte Drittel sieht zunächst nicht anders aus. In der 44. Spielminute nutzt Polen eine Nachlässigkeit in Deutschlands Defensive, die dem Gegner via M-System eigentlich rechtzeitig den Slot versperren will – Legowska leitet einen tiefen Pass aber etwas glücklich direkt vor Zells Tor weiter, Kubowicz netzt bequem ein – unhaltbar für die überzeugende deutsche Schlussfrau. Für eine eigene Schlussoffensive reichen die Kräfte nicht mehr. „Platz acht ist trotzdem ein großer Erfolg und ich bin stolz auf das ganze Team und alle die mitgeholfen haben“, resümierte Laura Neumann („Best Player“ gegen Polen) im YouTube-Channel nach der Partie.

Rückhalt auch im letzten Spiel - Kapitänin Franziska Mietzsch überzeugte mit starken Zweikämpfen. / Foto: IFF

Rückhalt auch im letzten Spiel – Kapitänin Franziska Mietzsch überzeugte mit starken Zweikämpfen. / Foto: IFF

Trotz dreier Niederlagen zum Turnierabschluss belegt das junge deutsche Team mit Rang acht die beste Platzierung an einer WM seit zehn Jahren. Beeindruckend die taktische Disziplin der Auswahl, ihre Zweikampfstärke und zahlreiche Individualleistungen – Vorteile, welche die Schlüsselspiele gegen Dänemark und Russland entschieden. Brechbühler wollte noch einen Großen schlagen. Das war nicht gelungen.

Insbesondere die Vergleiche gegen die angestrebte Konkurrenz aus Polen und irgendwann vielleicht auch Norwegen deuteten nämlich darauf, dass das offensive Spiel einen noch dynamischeren Spielaufbau benötigt, der mehr Physis, mehr Routine und mehr technische Finesse erfordert. Für diese junge Garde, die mit Witz und Willen begeisterte aber kein Problem – nur eine Herausforderungen. 2015 geht’s weiter.