Mutmacher gegen Tschechien

Maximilian Falkenberger (vorn) erzielte nicht nur das 1:0, sondern überzeugte auch mit robusten Körpereinsatz. /Foto: IFF

Maximilian Falkenberger (vorn) erzielte nicht nur das 1:0, sondern überzeugte auch mit robusten Körpereinsatz. /Foto: IFF

Gegen Topfavorit Tschechien gewann Deutschland bei der WM-Quali wie erwartet keine Punkte. Doch nicht nur hielt sich die Niederlage wie erhofft mit 2:6 in Grenzen: Die Equipe von Philippe Soutter zeigte sich teilweise ebenbürtig, die zweite Reihe wies gar eine ausgeglichene Bilanz auf.

Nach den klaren Siegen gegen die Niederlande und Österreich ging es für Deutschland im Duell mit Tschechien realistischerweise vor allem darum, das gute Torverhältnis von +21 nicht allzu sehr zu schmälern. Folgerichtig stellte Bundestrainer Soutter seine beste Formation aufs Parkett: Die erste Reihe bestand aus den fünf Schweizer Legionären Hühler, Gysin, Borth und Mucha/Mucha.

In Block zwei starteten die Weißenfelser Böttcher und Siede in der Defense, vorne wirbelten Falkenberger, Burmeister und Hoffmann. Im Tor begann WM-Viertelfinalheld Dietz. Der vollführte in den ersten Minuten gleich mehrere Big Saves. In dieser Phase fiel es den Tschechen recht leicht, das deutsche Defensivpaket mit Querpässen zu durchschneiden.

Überraschend ging jedoch Deutschland in Führung: Aus einem Freischlag in der Ecke schoss Falkenberger in der 7. Minute aus der Drehung zum 1:0 ins kurze Kreuzeck. Tschechiens Goalie Michajlovic völlig überrascht. Kurz darauf war der jedoch bei einem Konter der Mucha-Brüder auf dem Posten und parierte stark.

Krummes Ding bringt Ausgleich

Das deutsche Abwehrpaket stand mit der Führung im Rücken nun sicherer. Dennoch kamen die Tschechen in der 12. Minute zum Ausgleich, als Dietz einen Abpraller nachging, der in dem Moment vom Gysins Rücken über den Hamburger Torhüter ins Tor sprang – ein ganz krummes Ding.

Der Moment, der Tschechien ins Spiel bringt. Über Dietz springt der Ball Richtung Tor, Hühler (re.) streckt sich vergeblich. /Foto: IFF

Der Moment, der Tschechien ins Spiel bringt. Über Dietz springt der Ball Richtung Tor, Hühler (re.) streckt sich vergeblich. /Foto: IFF

Weitere vier Minuten später zeigten die Tschechen erstmals richtig eindrucksvoll ihre Spielstärke. Sie schnürten den ersten Block um Kapitän Hühler um den Torraum von Dietz. Ein Pass zurück an den Point, ein Schuss aus nicht einmal zehn Metern – Jelinek zum 1:2. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Pause.

Intelligentes Spiel im zweiten Drittel

Deutschland stand im zweiten Abschnitt weiter stark und offenbarte zudem taktische Cleverness: Bei eigenem Ballbesitz hielten die Defender lange den Ball und verschleppten so die Partie. Eine intelligente, kraftsparende Strategie, die angesichts von nur zwei agierenden Linien Sinn machte.

Während die zweite Reihe um Falkenberger und Co. erneut nichts zuließ, lief erste Linie einmal in einen Konter der Tschechen, den Zozulak in der 34. Minute zum 3:1 nutzte. Mehr brachte der Favorit gegen den Defensivriegel der deutschen Equipe jedoch nicht zustande: Im Zweifel stand ein Block oder am Ende Goalie Dietz.

Einfache Fehler entscheiden die Partie

Der Schlussabschnitt begann mit zwei folgenreichen Fehlern: Jeweils beim Spielaufbau verlor die erste Reihe um Kapitän Hühler binnen einer Minute zweimal in der eigenen Hälfte den Ball. Die Tschechen bedankten sich durch Treffer von Skalik und Ondrusek. Damit stand es in der 47. Minute 5:1 – die Partie war entschieden.

Kurz darauf zeigte die deutsche Paradereihe nach ihrem Doppelaussetzer auch ihre offensive Klasse: In einem mustergütigen Konter schickte Borth Dominic Mucha, der per Direktabnahme das zweite deutsche Tor markierte. Zehn Minuten vor Ende musste dann die zweite Reihe ihren ersten Gegentreffer hinnehmen. Das 6:2 durch Mikes war zugleich der letzte Treffer der Partie.

Zweite Linie überragt mit ausgeglichener Bilanz

So blieb die erwartete Niederlage im erhofften Rahmen. Besonders die Leistung der zweiten Reihe stach diesmal heraus: Siede, Böttcher, Falkenberger, Burmeister und Hoffmann wiesen am Ende gar eine ausgeglichene Bilanz auf, erzielten einen Treffer und ließen auch nur einen zu. Auch Goalie Dietz bestätigte seinen Ruf als Spektakteltorhüter und zeigte eine Reihe außergewöhnlicher Paraden.

Starke Reihe - Die vermeintlichen Greenhorns in der zweite Reihe bewiesen gegen Tschechien ihre (internationale) Klasse. /Foto: IFF

Starke Linie – Die vermeintlichen Greenhorns in der zweite Reihe bewiesen gegen Tschechien ihre (internationale) Klasse. /Foto: IFF

Morgen wird Deutschland die WM-Quali in Nijmegen mit der Partie gegen Großbritannien abschließen. Aktuell steht das Torverhältnis bei +17, gegen die Briten sollte noch ein weiterer hoher Sieg folgen und diese Statistik nach oben treiben.

Danach wird der Blick gebahnt auf die anderen Euro-Gruppen wandern. Denn ob es als einer der beiden besten Gruppendritten für die WM in Schweden reicht, wird vor allem dort entschieden. Seine eigenen Hausaufgaben hat Soutters Equipe seit der unglücklichen Auftaktpleite gegen Dänemark jedenfalls mit Bravour gemeistert.

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