Deutschland fährt zur WM!

Manuel Mucha (li.) wurde als einziger Deutscher ins Allstar-Team des Qualiturniers in Nijmegen gewählt. /IFF

Manuel Mucha (li.) wurde als einziger Deutscher ins Allstar-Team des Qualiturniers in Nijmegen gewählt. /IFF

Mit einem standesgemäßen 9:3-Sieg gegen Großbritannien schließt Deutschland das WM-Qualifikationsturnier in Nijmegen ab. Die Partie gegen die punktlosen Briten hatte letztlich nur Testspiel-Charakter. Viel wichtiger: Soutters Equipe hat die Quali für Göteborg geschafft!

Gegen das noch punktlose Schlusslicht Großbritannien durfte Deutschland nicht verlieren – das war aber auch die einzige Vorgabe. Da bei einem Sieg das Resultat gegen die Briten im Quervergleich mit den anderen drei Euro-Qualigruppen gestrichen würde, spielte die Höhe des Erfolges – anders als in den Partien zuvor – keinerlei Rolle.

Entsprechend gab Bundestrainer Philippe Soutter Spielern, die bis dahin vermehrt auf der Reservebank saßen, ihre Einsatzchance. Während sich die erste Reihe folglich aus Irrgang, Kleinhans, Schuschwary, Kujat und Ackermann zusammensetzte, wurden die bis dahin gesetzten Hoffmann, Burmeister und Kapitän Hühler geschont.

Mit einem Doppelschlag binnen 16 Sekunden stellten Gysin und Schuschwary in der 4. Minute die Weichen schnell auf die richtige Spur. Den Anschlusstreffer von Jones fünf Minuten später konterten erneut Gysin und zweimal Kleinhans zur komfortablen 5:1-Führung zur ersten Pause.

Irrgang (li.) und Kujat (hi.) starteten in der 1. Linie und machten ihre Sache gut. /Foto: IFF

Irrgang (li.) und Kujat (hi.) starteten in der 1. Linie und machten ihre Sache gut. /Foto: IFF

Im weiteren Spielverlauf dominierte Deutschland das Geschehen ohne zu glänzen. Der inzwischen eingewechselte Burmeister und Borth sorgten für zwei Treffer im Mitteldrittel. In den letzten 20 Minuten trafen Dominic Mucha und Gysin mit seinem dritten Treffer, während die Briten durch Jones und Cook ebenfalls noch zweimal jubeln durften.

Weil Tschechien Gastgeber Niederlande 34:0 abfertigte und auch Dänemark Österreich mit 17:0 überrollte, schloss Deutschland durch den Sieg gegen die Briten, wie nach der Auftaktniederlage gegen die Dänen abzusehen war, das Qualiturnier in Nijmegen auf dem dritten Rang ab.

Dank der klaren Erfolge in den Duellen mit Österreich (10:2) und die Niederlande (16:2) sowie den nur knappen Niederlagen gegen Dänemark (3:4) und Tschechien (2:6) reichte es dennoch für die WM in Göteborg diesen Dezember – als einer der beiden besten Gruppendritten.

Deutschland dank Top-Torverhältnis bei WM dabei

Zum Hintergrund: Im Quervergleich mit den anderen drei Eurogruppen wurde die durchschnittliche Punktzahl sowie das Torverhältnis ermittelt und verglichen. Da in zwei der vier Gruppen sechs Teams spielten, wurden dort die Ergebnisse gegen den jeweiligen Tabellenletzten gestrichen, um einen gerechten Vergleich ziehen zu können. Das Spiel gegen die Briten ging demnach nicht in die Wertung.

Diese ergab für Deutschland eine Durchschnittspunktzahl von einem Punkt und einem Torverhältnis von 7,75 zu 3,5. Italien, Dritter in Qualigruppe 4, kam ebenfalls auf einem Punkt im Schnitt, hatte allerdings nur ein Torverhältnis von 6 zu 6,75 vorzuweisen.

Am Abend schließlich siegte Polen in Qualigruppe 1 zwar 14:3 gegen Frankreich. Doch damit stehen die östlichen Nachbarn ebenfalls nur bei einem Punkt im Schnitt und einem Torverhältnis von 6,75 zu 6. Und daran wird sich nichts mehr ändern, denn morgen treffen die Polen zum Abschluss auf das punktlose Schlusslicht Ukraine.

Das Resultat aus dieser Partie wird, wie das heutige Ergebnis Deutschlands gegen Großbritannien, im Quervergleich gestrichen und spielt folglich keine Rolle. Somit müssen die Polen zitternd Richtung Slowakei und Qualigruppe 2 blicken und hoffen, dass dort die Gastgeber ihren Gegner Belgien nicht mit 14 Toren schlagen.

Deutschland hingegen muss nicht mehr bangen. Soutters Equipe hat ihr Ticket nach Schweden bereits gebucht.

>Deutschland – Großbritannien 9:3
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20142701_wm-quali_logoWM-Qualifikationsturnier in Nijmegen

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Kommentare

  1. Natürlich kann Deutschland – oder ein kleiner Teil davon – nach Schweden zur WM fahren. Keine Frage. Aber wenn damit gemeint ist, dass die dt. Nationalmannschaft dort von nun an automatisch startberechtigt ist, so hege ich hier gewisse Zweifel.

    Hier ist zunächst der ungeklärte Abbau des Schuldenberges des dt. Dachverbandes in Höhe von 26.000 EUR als Hindernis im Wege. Der IFF-Vorstand hat eine Teilnahme von hochverschuldeten Verbänden an IFF-Veranstaltungen von der glaubhaften Tilgung von Aussenständen abhängig gemacht. Siehe diverse IFF-Vorstandsprotokolle.

    Wo also der dt. Bundesverband in der Kürze der Zeit diese 26.000 EUR oder einen akzeptablen Teil davon herzaubern möchte, um damit die dt. Nationalmannschaft erst startberechtigt zu machen, bleibt ein kleines Geheimnis der verantwortlichen Herren Lachenmaier und Stoll. Vielleicht könnten beide dieses Rätsel mal auflösen…