Keine Gnade für die Kleinen

Keine Gnade zeigte Vizeweltmeister Finnland gegen Quali-Neuling Ukraine. 38:0 lautete das Endergebnis. /Foto: IFF

Keine Gnade zeigte Vizeweltmeister Finnland gegen Quali-Neuling Ukraine. 38:0 lautete das Endergebnis. /Foto: IFF

In insgesamt vier europäischen und zwei weiteren Qualiturnieren wurden in den letzten Tagen 15 WM-Startplätze vergeben. Überraschungen hielten sich dabei erwartungsgemäß in Grenzen. Speziell die Topländer zeigten keine Nachsicht bei ihren Duellen gegen die kleinen Nationen.

„Das könnte eine gute Lehrstunde für die Ukraine gewesen sein“, sagte Finnlands Tero Tiitu nach dem 38:0-Erfolg des Vizeweltmeisters gegen hilflose Ukrainer. Es war der höchste Sieg in allen sechs WM-Qualigruppen. „Wenn sie das Spiel genau analysieren und weiter hart an sich arbeiten, bin ich mir sicher, dass sie die richtigen Schlüsse ziehen und kommende Duelle knapper gestalten“, meinte Tiitu weiter.

Weitere Klatschen holten sich u.a. die Niederlande ab, die vor heimischen Publikum 0:34 gegen Tschechien verloren, oder die Belgier, die gegen die Schweiz 0:20 verloren. Überhaupt hielten sich die Überraschungen in den Turnieren in engen Grenzen: Tschechien, Finnland und die Schweiz qualifizierten sich sicher als Gruppenerste, ebenso Norwegen.

Dänemark, Russland, Lettland und die Esten lösten als Zweite direkt das WM-Ticket – ebenfalls alles Team, die man dafür schon vorher auf der Rechnung hatte. Spannung versprach vor allem der Kampf um die zwei besten dritten Plätze. Den ersten sicherte sich Deutschland dank eines grandiosen Torverhältnisses. Das letzte vakante Ticket holten sich schließlich die Slowaken, welche im Fernduell mit Italien und Polen ganz knapp die besseren Ergebnisse erzielt hatten. Am Ende hatten dort zwei Tore Unterschied gemacht.

Freude bei den russischen Fans im polnischen Lochow. Die Russen qualifizierten sich als Zweiter direkt für die WM. /Foto: IFF

Freude bei den russischen Fans im polnischen Lochow. Die Russen qualifizierten sich als Zweiter direkt für die WM. /Foto: IFF

Unterdessen wurde nicht nur in Europa gespielt. In der Amerika-Qualifikation nahm erstmals Jamaica teil. Die Karibik-Floorballer waren für die Konkurrenz aus Kanada und den USA dankbares Kanonenfutter: 1:31 und 0:27 lauteten die ernüchternden Ergebnisse aus den ersten internationalen Auftritten Jamaicas, während die Kanadier und Amerikaner mit den Kantersiegen ihr WM-Ticket buchten.

In Neuseeland fand indes das Qualifikationsturnier für Asien und Australien/Ozeanien statt. Die Australier lösten als Erster mit vier Siegen souverän ihr Ticket, während sich Singapur, Südkorea und Japan um die restlichen zwei Tickets stritten. Dank dem historisch ersten Sieg Südkoreas in einem Duell mit Japan (10:1) sicherten sich die Koreaner Rang zwei, für Japan, die Singapur 6:3 schlugen, blieb der dritte Platz.

Deutschland erwarten gleich zwei Big Shots

Bei der WM in Göteborg, die vom 5. bis 14. Dezember in der schwedischen Küstenstadt stattfindet, wird ein neues System zum Einsatz kommen. Wie bei den Damen bereits erprobt werden zwei starke und zwei schwache Gruppen gebildet, ausgehend von der Platzierung in der Weltrangliste. Während die beiden Erstplatzierten der starken Gruppen A und B direkt ins Viertelfinale gehen, müssen die Dritt- und Viertplatzierten in einem Achtelfinale gegen die vier besten Teams aus den Gruppen C und D ran.

Deutschland wird als Siebter der Weltrangliste in eine der starken Gruppen gelost werden und dort auf zwei der Top4-Nationen treffen – der Worst Case würde Duelle gegen Schweden und Finnland bedeuten. Die Auslosung für die Endrunde findet im März dieses Jahres statt.

Übersicht: Qualifizierte Nationen für die WM 2014

Schweden*
Finnland
Tschechien
Schweiz
Norwegen
Lettland
Deutschland
Slowakei
Dänemark
Russland
Estland
USA
Kanada
Japan
Singapur
Australien

*als Gastgeber bereits gesetzt

20142701_wm-quali_logoWM-Qualifikationsturnier in Nijmegen

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