Dem Karneval sei Dank

Spielertrainer Antti Wolk (mi.) will mit seinen Dragons beim final4 mal wieder für eine Pokalsensation sorgen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Spielertrainer Antti Wolk (mi.) will mit seinen Dragons beim final4 mal wieder für eine Pokalsensation sorgen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Zum zweiten Mal in Folge stehen die Dragons Bonn im final4. Der Favoritenschreck mit dem ungewöhnlichen Altersgefälle im Kader bringt eine ganze Busladung an Fans mit nach Föhr. Sie sollen die Dragons erstmals ins Pokal-Endspiel schreien.

Der Pokal schreibt bekanntlich seine eigenen Gesetze. Zum Beispiel dieses: Viertelfinalspiele im Bonner Sportpark Nord garantieren skurille Spielverläufe. Die Offensivmaschine von Topfavorit Weißenfels etwa kam in der vergangenen Saison in der Halle der Dragons nachhaltig ins Stocken. Mit 2:1 warf Bonn als krasser Außenseiter den UHC aus dem Wettbewerb.

Diese Saison gastierte mit Lilienthal erneut ein Erstligist zum Viertelfinale im Sportpark. Es sollte deutlich torreicher werden als in der Vorsaison: 5:0 führte Bonn nach gerade einmal 13 Minuten. Doch die Niedersachsen schafften das Comeback und gingen zu Spielmitte selbst mit 5:6 in Front. Beim Stand von 8:8 begannen die letzten zehn Minuten der Partie. Und Bonn bewies den längeren Atem: Drei Treffer sicherten letztlich den 11:8-Erfolg und damit den zweiten final4-Einzug in Serie.

Chance zur Revanche im Halbfinale

Dort wird Bonn im Halbfinale auf Wernigerode treffen. Eine Neuauflage des letztjährigen Semifinals, dass die Dragons nach 5:1-Führung noch 6:7 in der Overtime verloren. „Diese Niederlage war sehr sehr bitter und ist uns allen noch sehr lebendig in Erinnerung“, sagt Bonns Spielertrainer Antti Wolk. Entsprechend groß sei der Wille, es diesmal besser zu machen. Erneut geht Bonn als Außenseiter in die Partie. Der Glaube an die Sensation ist im Lager der Dragons aber zurecht da.

Schmerzhafte Erinnerung - Die Overtime-Niederlage im Halbfinale des letzten Jahres ist Spielern wie Janos Bröker noch lebendig im Gedächtnis. /Foto: Floorball Deutschland

Schmerzhafte Erinnerung – Die Overtime-Niederlage im Halbfinale des letzten Jahres ist Spielern wie Janos Bröker noch lebendig im Gedächtnis. /Foto: Floorball Deutschland

Das Bonner Team ist eine interessante Mischung aus Veteranen wie Antti Wolk oder Jan Patocka und jungen Spielern wie Neu-Nationalspieler Janos Bröker oder dessen Bruder Niklas, die beide zusammen übrigens die Scorerwertung der 2. Bundesliga Nordwest anführen. Nur vier Mann im Kader sind nicht vor 1981 bzw. nach 1994 geboren. Dieses Gefälle birgt ein Problem: „Auf die 70er-Jahrgänge ist nicht mehr allzu lange zu zählen“, weiß Wolk, selbst Baujahr 78.

Die Eingliederung neuer Jugendspieler sei deshalb die wichtigste Aufgabe in dieser Saison, meint Wolk und ergänzt: „Entgegen meiner Einschätzung vor Saisonbeginn haben wir uns damit bisher ganz gut geschlagen. Es hat sich gezeigt, dass die jungen Spieler erst dann ihr volles Potential abrufen, wenn sie richtig gefordert werden.“ Die besondere Mischung aus Jung und Alt funktioniert bei den Dragons tatsächlich bestens. Mit nur einer Niederlage aus elf Partien führt Bonn die 2. Bundesliga Nordwest an.

Karneval sorgt für satte Fan-Unterstützung

Beim final4 auf Föhr bietet sich den jungen Spielern nun die nächste Bewährungschance. Die Veteranen wiederum dürften im Herbst ihrer Karriere zumindest ein wenig auf den ersten Großfeld-Titel der Vereinsgeschichte schielen. An fehlender Unterstützung soll das Unternehmen Pokalsieg jedenfalls nicht scheitern: Um die 60 Fans werden das Team Ende Februar nach Föhr begleiten, darunter viele Jugendspieler und deren Eltern.

Die freien Karnevalstage im Rheinland tragen dazu bei, dass einige das final4 mit einem verlängerten Wochenende auf Föhr verbinden“, weiß Wolk zu berichten. Zudem sei bei den Fans vielleicht auch der Ehrgeiz da, mehr Fans als Kaufering aufbieten zu können. Sicher scheint angesichts solcher Ansagen jedenfalls: Auf den Rängen dürfte beim final4 eine ordentliche Party steigen.

Der Countdown läuft. In gut drei Wochen steigt auf Föhr die erste große Floorballparty dieses Jahres. Wenn Dir bloßes Zuschauen zu langweilig ist und Du viel lieber mithelfen willst, das final4 zu einem Erfolg zu machen, kannst Du Dich noch bis 14. Februar als Volunteer anmelden! Alle Infos findet Du hier.