Reaktionen auf offenen Brief

Die Bundesliga fordert mehr Stimmrecht. / Foto: Luisa Mocker

Die Bundesliga fordert mehr Stimmrecht. / Foto: Luisa Mocker

Der offene Brief aus Sachsen und Sachsen-Anhalt stößt in der Bundesliga größtenteils auf Zuspruch, teils aber auch auf Skepsis. Die Grundsatzforderungen etwa bezüglich ungeklärter finanzieller Verhältnisse werden in der Regel geteilt, problematisch gesehen wird hingegen die bisherige Rolle der fordernden Instanzen. Aus NRW folgte indes ein weiteres öffentliches Statement.

Der offene Brief (siehe „Offener Brief fordert Reformen„) der Funktionäre Rolf Blanke (Floorball Verband Sachsen-Anhalt und UHC Weißenfels), Detlef Stötzner (Floorball Verband Sachsen), Ralf Kühne (MFBC Grimma/Leipzig) und Mario Vordank (Red Devils Wernigerode), der vergangene Woche die letzten Entwicklungen und Entscheidungen des Dachverbandes kritisierte, wurde mittlerweile von einer weiteren Stellungnahme aus NRW ergänzt und kommentiert. Die Reaktionen der Vereine aus der gesamten Bundesrepublik stimmen mit den wesentlichen These überein.

Manche Vereine halten sich bewusst mit Kommentaren zunächst zurück. „So kurzfristig möchten wir kein offizielles Statement abgeben“, erklärt Hamburgs Sportchef John Bracker. Man bitte um Verständnis, dass sich der ETV daher, zum jetzigen Zeitpunkt, nicht zu dem Thema äußern wolle. „Sobald die Vereine aufgefordert werden sich im Rahmen eines Ligarates oder eines ähnlichen Gremiums zu engagieren, bringen wir uns selbstverständlich mit ein“, so Bracker.

Die sächsischen Bundesligisten aus Dresden und Döbeln erklärten zwar, ihr Landesverband habe sie nicht konsultiert, grundsätzlich stimme man aber überwiegend zu. Frank Weinberg erklärt, der UHC Döbeln habe selbst einen offenen Brief vorbereitet, den man nun aber nicht mehr versenden würde. „In vielen Punkten stimmen wir mit den Herren überein. Als Beispiele seien hier die drastische Gebührenerhebung, die nichterhaltene Haushaltsplanung für 2014, die Wiederholung der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in 2013 sowie die notwendige Sanierung der Finanzen im FVD genannt“, so Weinberg.

Ähnlich wird aus Dresden argumentiert, Mannschaftskapitän Christopher Gruhne: „Wir als Bundesligateam hatten im Vorfeld keine Kenntnis darüber, sind aber auch nicht berechtigt im Namen des Vereins über die Inhalte zu urteilen. Aus Sicht der Bundesligamannschaft sind die gestellten Forderungen aber durchaus nachvollziehbar und ihnen sollte seitens des Verbandes die notwendige Aufmerksamkeit zukommen.“

Adrian Mühle, Repräsentant des Floorball-Verbandes Berlin-Brandenburg sowie des Bundesligisten BAT Berlin, sieht die Aktion hingegen eher kritisch und kommentiert umfassender: „Ich finde den Brief unglücklich und langsam nervt es, dass jeder zweite Verein offene Briefe verschickt. Der Gesamtvorstand ist nunmal ein legitimes Gremium, in dem sich die Vertreter der Landesverbände darauf geeinigt haben, bestimmte Maßnahmen umzusetzen.“

Für die Erhöhung der Bundesliga-Lizenzen wurde laut Mühle deshalb gestimmt, da Vereine auf Landesebene keinerlei weitere Betreuung durch den Dachverband erfahren. Darüber könne man durchaus diskutieren, aber die Forderung, den Beschluss aufzuheben, sei nicht nur formell unmöglich, sondern auch undemokratisch.

„Sachsen-Anhalt hat sich an diesen Sitzungen nicht beteiligt, Sachsen, vertreten von Holger Sass, dessen Teilnahme durch technische Schwierigkeiten beschränkt war, lehnte lediglich alle Maßnahmen ab. Wenn sich die Vereine beschweren, sollten sie es zunächst bei ihren eigenen Landesverbänden tun, die sie nicht ausreichend repräsentieren. Würden diese nämlich an der Entscheidungsfindung aktiv partizipieren, könnten sich ihre Vereine offene Briefe sparen“, so Mühle.

Nach einem Rundschreiben aus Magdeburg, das dem Brief der Herren Blanke, Kühne, Stötzner und Vordank vorausging, folgte nun ein weiterer offener Brief, diesmal vom Nordrhein-Westfalen Floorball Verband e.V. („Offener Brief des NWFV an FD vom 09.02.2014„). Hier werden verstärkt etwa auch die Einführung der Lizenzgebühren für Schiedsrichter oder die Kräfteverhältnisse im Gesamtvorstand kritisiert.