Dejavu auf Föhr

Zwei zentrale Protagonisten im Drama des ersten Halbfinals - Bonns Jan Patocka (zwei Tore) und Wernigerodes starker Goalie Gary Blume. /Foto: Floorball Deutschland

Zwei zentrale Protagonisten im Drama des ersten Halbfinals – Bonns Jan Patocka (zwei Tore) und Wernigerodes starker Goalie Gary Blume. /Foto: Floorball Deutschland

Unfassbare Dramaturgie im ersten Herren-Halbfinale des final4 auf Föhr: Bonn verliert nach 5:1-Führung in der allerletzte Sekunde der Overtime gegen Wernigerode – genau wie beim letzten final4. Weißenfels schlägt Kaufering im zweiten Semifinale knapp.

Wie sich die Bilder glichen. Schlusspfiff in Wyk, Spieler in roten Trikots sinken zu Boden, schießen ihre Schläger aus Frust durch die Halle. Bonn hatte soeben das wohl schlimmstmögliche Dejavu erlebt. 5:1-Führung – verspielt. Overtime fast vorbei – Gegentor. Und das alles wieder gegen Wernigerode.

Genauso lief es beim letzten final4-Halbfinale zwischen beiden Teams in Chemnitz ab. Damals traf Krüger 16 Sekunden vor Ende der Overtime für die Red Devils zum 6:5. Diesmal war es Müller, der mit der Schlusssirene, also in allerletzter Sekunde, zum 6:5 traf.

Auf Bonner Seite folgten wütende Proteste, ein gellendes Pfeifkonzert der mitgereisten gut 60 Fans. Es wurde moniert, die Zeit sei abgelaufen gewesen. Doch es war wohl noch gerade so regulär. Für den Zweitligisten, der über die gesamte Spielzeit gesehen das leicht bessere Team war, eine bittere Pille.

Mit dem 5:1 schien die Partie entschieden

2:1 nach dem ersten Drittel, 4:1 nach dem zweiten. Die Dragons hatten die Führung stetig hoch geschraubt, spielten konstant mit drei Reihen. Als die Bröker-Brüder gleich nach Anpfiff des letzten Drittels auf 5:1 erhöhten, schien die Partie entschieden.

Doch ein einfacher Bonner Ballverlust brachte die Red Devils, die bis dahin spielerisch komplett enttäuscht hatten, zurück ins Spiel. 2:5. Kurz darauf Powerplay, 3:5. Das 4:5 nur zwei Minuten später. Und vom Bully weg das 5:5.

Dreieinhalb Minuten reichten den Red Devils um die Partie auszugleichen. Der Rest ist bekannt. „Wir wissen, dass wir hinten heraus stärker werden“, meinte Siegtorschütze Robert Müller nach der Partie. Er kann nun mit den Red Devils den Pokalttitel aus dem Vorjahr verteidigen. Den Bonner Spieler fehlten indes größtenteils die Worte. Verständlicherweise.

Im zweiten Halbfinale trafen Weißenfels und Kaufering aufeinander. Auch sie lieferten sich ein hochklassiges und spannendes Duell. Der UHC dominierte mit viel Ballbesitz, Kaufering stand tief und setzte im wieder gefährliche Nadelstiche. Herausragend bei den Red Hocks war Goalie Dahme, der einige wirkliche herausragende Paraden zeigte.

Red Hocks verlangen Weißenfels alles ab

Nach einem engen Spielverlauf, in die zweite Drittelpause ging es mit einem 4:3 für Weißenfels, setzte sich der UHC im Schlussdrittel auf 7:4 ab. Mit einem Doppelschlag binnen 16 Sekunden machten es die Red Hocks kurz vor Schluss nochmal spannend.

Kurz darauf vergab Tobisch die Riesenchance zum Ausgleich, eine halbe Minute vor Abpfiff traf Siede dann zum 8:6 ins leere Tor. Damit zogen mit Weißenfels und Wernigerode aus beiden Halbfinalpartien die Favoriten ins Endspiel ein. Der Weg dahin war aber jeweils sehr dramatisch.