Im Abstiegssumpf

In direkter Konkurrenz - Dreden und Chemnitz kämpfen gegen den Absteig. / Foto: Unihockey Igels Dresden

In direkter Konkurrenz – Dreden und Chemnitz kämpfen gegen den Absteig. / Foto: Unihockey Igels Dresden

Zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte steigt der Verlierer der Playdowns direkt in Liga zwei ab. Zwei Runden vor Ende der Ligaphase steht praktisch fest, wer den Schwarzen Peter unter sich ausspielen darf – Dresden, Hamburg, Chemnitz und das aktuelle Schlusslicht Döbeln. Die Lage ist angespannt, die Akteure bleiben gelassen.

Chemnitz galt zu Beginn der Saison mit den Zuzügen Novotny und Simunek als klarer Playoff-Kandidat. Doch einiges lief schief. Die angepriesenen Verstärkungen verabschiedeten sich im Laufe der Saison, hinzu kamen Verletzungen von Radünz und Irrgang. „Wir hatten eigentlich die ganze Saison über keine richtige Ruhe im Kader, mussten regelmäßig unsere Reihen umstellen“, erklärt Kapitän Sascha Franz.

Der Abwehrspieler bedauert zu viele knappe Niederlagen, die markante Offensivschwäche und die daraus resultierende Abwärtsspirale. In den letzten Partien will man sich in Chemnitz ein „gutes Gefühl“ für entscheidenden Partien holen. Schlussendlich sei Abstiegskampf aber immer eine Einstellungssache. „Am Ende werden die Teams mit dem größten Willen die Liga halten“, schließt Franz ab.

Trotz des Abgangs von Tomas Kasemets und des schwedischen Abstechers von Mike Dietz, zweifelte vor der Saison kam jemand an Hamburgs Playoff-Tauglichkeit. Doch obwohl die Piranhhas vor der Saison in ihrem neuen Marketingkonzept den vorhandenen „Hunger“ an jeden Pulli und jedes Shirt druckten, bissig war in Hamburg kaum jemand. Mit 56 Toren aus 16 Spielen verfügt Hamburg über die schwächste Offensive der Liga.

Die Absenz von Mike Dietz konnten seine Ersatzmänner zudem nicht kompensieren. In der Playdown-Phase soll der Nationalkeeper aber wieder den Unterschied ausmachen. Dass der Verlierer der Playdowns direkt absteigt, stört Dietz nicht: „Für die Bundesligisten gibt es ja eigentlich genug Möglichkeiten sich vorher den Klassenerhalt zu sichern, wer es da nicht schafft, hat dann eben Pech gehabt.“

Besonders bitter gestaltete sich der verpasste Playoff-Einzug für Dresden, das dem Strich am nähesten stand und über einen mehr als nur playoff-tauglichen Kader verfügte. Nach einem gelungenen Saisonstart, wurden die Igels schrittweise durchgereicht und landeten nun in den Playdowns. Warum es auch dieses Jahr mit den Playoffs nicht geklappt hat? „Weil wir nach den ersten vier Spielen dachten, es geht von allein. War aber nicht so“, stellt Marek Mandler, Dresdens tschechischer Verteidiger fest.

Bei Tabellenschlusslicht Döbeln zweifelt Spielertrainer Uwe Wolf nicht am Schicksal seiner Equipe: „Im Hinblick auf die letzten verbleibenden Spiele in der regulären Saison müssen wir gewisse Dinge noch festigen und jeden einzelnen Spieler auf den Punkt motivieren. Dann können wir die Play Downs überzeugt und mit Selbstvertrauen angehen.“ Der Klassenerhalt sei laut Wolf realistisch und das klare Ziel.

Tabelle unterm Strich
7. Unihockey Igels Dresden 19 Punkte (92:112)
8. ETV Piranhhas Hamburg – 10 (56:97)
9. Floor Fighters Chemnitz – 8 (58:125)
10. UHC Döbeln – 6 (71:138)

Restprogramm
Dresden: Hamburg (h) und Chemnitz (h)
Hamburg: Dresden (a) und Döbeln (h)
Chemnitz: Leipzig (h) und Dresden (a)
Döbeln: Kaufering (h) und Hamburg (a)