Blossin verspricht neuen Anlauf

Kreative Zusammenarbeit - In Blossin wurden einzelne Aufgaben formuliert und übernommen. / Foto: Floorball Deutschland

Kreative Zusammenarbeit – In Blossin wurden einzelne Aufgaben formuliert und übernommen. / Foto: Floorball Deutschland

Drei Tage vorm überraschenden Rücktritt des geschäftsführenden Vorstandes (siehe Artikel) tagte in Blossin der Gesamtvorstand von Floorball Deutschland. Fragen wurden beantwortet, Teile zukünftiger Arbeit sollen auf Projekte zerlegt werden, diverse Themen bleiben aber vorerst offen.

„An drei arbeitsintensiven Tagen ließ sich eine klare Annäherung zwischen den Landesverbandsvertretern und den Funktionsträgern von Floorball Deutschland beobachten. Es fand ein unverkrampfter und offener Austausch statt, der eine gemeinsame und produktive Arbeitsatmosphäre sicherstellt“, wird seitens des Dachverbandes auf dessen Website eingeleitet.

Einen mehrstündigen Part habe in Blossin auch die Aufbereitung der U19-WM in Hamburg eingenommen, die Floorball Deutschland einen Verlust von etwa 35.000 Euro einbrachte. Die Geschehnisse im Hinblick auf die organisatorischen und finanziellen Probleme rund um die U19-WM 2013 sollen aus Sicht der Delegierten zufriedenstellend dargestellt worden sein, kommentiert Pressesprecher Mathias Liebing.

Alle Beteiligten hätten ein massives Ungleichgewicht einerseits zwischen der Anzahl der Mitarbeiter sowie der damit verbundenen Leistungsfähigkeit und andererseits den Zielen, die der Verband zu erreichen hat, konstatiert. In diesem Zusammenhang habe man festgelegt, dass die Verbandsarbeit zukünftig stärker in Projekte zu strukturieren ist, für die dann einzelne oder mehrere Mitarbeiter gesucht werden (siehe Veranstaltungs-Bericht bei floorball.de).

Reaktionen der LV-Vertreter

Holger Saß (Vizepräsident Floorballverband Sachsen)

Saß blicke mit gemischten Gefühlen auf Blossin zurück. Einerseits sei die Atmosphäre durchaus konstruktiv gewesen, andererseits hätten Verbandsvertreter aus Sachsen und Sachsen-Anhalt nur am Samstag anwesend sein können, was sicherlich nicht glücklich war. Es sei deutlich geworden, dass noch ein weiter Weg vor allen Beteiligten liege.

Der Vizepräsident schätze die neue Transparenz im Bereich der Finanzen. Ihm fehle aber klar eine „Änderung der geplanten Verdreifachung der Lizenzgebühren für die Bundesligisten und damit zusammenhängend die künftigen Strukturen der Stellen bei Floorball Deutschland und ihrer Finanzierung“.

Adrian Mühle (Präsident Floorball Verband Berlin-Brandenburg)

„Ich bin müde, geschafft und ausgelaugt. Man hat gemerkt, dass einige Funktionäre an ihr Limit stoßen oder gestoßen sind. Dennoch freue ich mich, dass wir den Schritt gewagt haben und nun ein Gremium haben, was wirklich gut zusammenarbeiten kann“, erklärt Mühle. Wer was bewegen möchte, müsse aktiv werden. Der Gesamtvorstand habe es in der Tagung eindrucksvoll gezeigt.

Insgesamt sei der Präsident des FVBB überzeugt worden. Der Austausch habe Mühle beeindruckt und er freue sich auf die Kommunikation, welche in Zukunft verbessert werden soll. Auch ist eine Klärung offener Fragen erfolgt. Nach 22 Stunden effektiver Diskussionen und intensiven Austauschs sei alles gesagt.

Jürgen Wetteroth (Vizepräsident Floorball-Verband Baden-Württemberg)

Auch der Baden-Württemberger Wetteroth spricht von gemischten Gefühlen. Die Atmosphäre habe sich zwar das ganze Wochenende über kontinuierlich verbessert und alle Beteiligten hätten einen offenen, konstruktiven Umgang gepflegt. Das ohnehin bereits bekannte Problem des Mitarbeitermangels und alle daraus resultierenden Folgeprobleme seien aber noch deutlicher zutage getreten, als sie allen schon bewusst waren. Der Bundesverband brauche viel mehr Helfer, wenn er weiter existieren soll.

„Vor allem fand ich es gut, dass wir uns von Angesicht zu Angesicht getroffen haben. Deratige Treffen muss es viel häufiger geben“, so Wetteroth. Offen bleibe die Frage, wie man es erreiche, dass sich mehr Menschen bei Floorball Deutschland engagieren und konkret mit anpacken. Ohne Helfer, ehrenamtliche und bezahlte, sei der Verband nicht überlebensfähig.