Abschied des Goldjungen

Wandelnde Torgefahr - Magnus Svensson im Warberg-Trikot. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Wandelnde Torgefahr – Magnus Svensson im Warberg-Trikot. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Er schoss Schweden 2006 im Sudden Death zum WM-Titel, seinen Klub Warberg 2008 zur schwedischen Meisterschaft: Entscheidende Treffer, die Magnus Svensson den Spitzname „Goldjunge“ einbrachten. Zum Ende seiner Karriere hin verließ ihn das Glück hingegen. Mit gerade 30 Jahren hängt er nun den Stock an den Nagel.

Es war der 28. Mai 2006, Stockholmer Globen: Finnland hat seinen Erzrivalen Schweden im WM-Endspiel in dessen heiliger Stätte am Rande der Niederlage. Es geht in den Sudden Death. Dort lässt sich der Finne Peik Salminen zu einer Dummheit hinreißen und greift Gegenspieler Quist in die Haare – Zeitstrafe gegen Salminen, Powerplay Schweden. Mitten in der finnischen Box wartet ein blonder Schlaks auf seine Chance.

Der Bewegungsradius des schmalen Hünen beträgt vielleicht einen Meter, mehr braucht es auch nicht: Denn im entscheidenden Moment findet sein Mitspieler Calebsson die Lücke und spielt den Ball messerscharf ins Herz der finnischen Box. Dort hat Magnus Svensson seine Kelle bereits justiert und zieht direkt ab – es ist der Moment, als aus Svensson der Goldjunge wird. Sein Treffer zum 7:6 im Sudden Death bringt Schweden den sechsten Titel und macht Svensson einen Tag nach dessen 23. Geburtstag zur lebenden Legende.

VIDEO: Svenssons Top 5 (inkl. Treffer bei WM 2006 und SSL-Finale 2008)

Knapp zwei Jahre später schießt ebenjener Svensson seinen Klub Warbergs IC, für den er seine gesamte Karriere spielt, an gleicher Stelle zum dritten Meistertitel nach 2004 und 2007. Natürlich ist es der Goldjunge persönlich, der den entscheidenden Penalty im Duell gegen AIK Solna verwandelt. Gegen den Erzrivalen spielte er in dieser Saison, sechs Jahre nach seinem letzten Titel, auch seine Abschiedspartien: 0:4 schied Warberg im Viertelfinale gegen AIK aus, eine Demontage mit einer 3:17-Klatsche in Spiel zwei als negativen Höhepunkt.

Fast 700 Punkte für seinen Klub Warberg

Doch es war nicht diese Schmach sondern Svenssons Körper, welcher ihm mit gerade einmal 30 Jahren zum Rücktritt zwang. Zwei Hüftoperationen machten ihm zu schaffen, die Form früherer Tage war nicht mehr zu erreichen. Und so verkündete Svensson gestern via Twitter: „Danke für alles Warberg. Nun ist meine Reise zu Ende.“ Für seinen Herzensklub hatte Svensson in 388 Spielen satte 468 Tore sowie 230 Assists gesammelt.

Seinen Ruf als Goldjunge wurde Svensson im weiteren Verlauf seiner Karriere übrigens nicht mehr gerecht: Mit Warberg vergeigte er 2009 und 2010 gleich zweimal das schwedische Superfinale, mit der schwedischen Nationalmannschaft gingen 2008 und 2010 beide Endspiele gegen Erzrivale Finnland verloren. Als sich Schweden 2012 mit einer 11:5-Gala den Titel zurückholte, gehörte Svensson bereits nicht mehr zum Kader.