Wiler marschiert zum Titel

Das ist der Kübel - Routinier Matthias Hofbauer beeindruckte nicht nur mit formidablen Playoff-Bart. /Foto: Wiler-Ersigen PR

Das ist der Kübel – Routinier Matthias Hofbauer beeindruckte nicht nur mit formidablen Playoff-Bart. /Foto: Wiler-Ersigen PR

Zum neunten Mal in den elf Jahren holt der SV Wiler-Ersigen die Schweizer Meisterschaft. In der Finalserie gegen den Emmentaler Rivalen Tigers Langnau siegte Wiler überraschend deutlich mit einem 4:0-Sweep. In der Qualifikation hatte man noch beide Partien gegen die Tigers verloren.

Mit sechs Punkten Vorsprung hatten die Tigers Langnau den Qualifikationssieg in der Schweizer NLA geholt, dazu beide Partien gegen Lokalrivale Wiler-Ersigen gewonnen. Entsprechend durften die Tigers in einer als ausgeglichen erwarteten Finalserie gegen ebenjenen Gegner als leichter Favorit gelten.

Steherqualitäten hatten sowohl die Tigers als auch Wiler im bisherigen Playoff-Verlauf zu Genüge bewiesen: Beide Teams hatten ihre Halbfinals gegen Malans (Tigers) und GC Zürich (Wiler) nach 2:3-Rückständen mit zwei Erfolgen am Stück noch gedreht. Die Nerven sollten also kein Problem gewesen sein.

Wiler hatte jedoch in den letzten elf Jahren schon acht Titel geholt, die Grün-Weißen haben eine Winner-Mentalität in ihrer Vereins-DNA. Langnau hingegen konnte in seiner Vereinsgeschichte bisher nur Pokalsiege feiern, den einzigen Meisterschaftsfinal verloren sie 2010 – gegen Wiler.

Ein Shorthander in Spiel drei verhindert die mögliche Wende

Unter Umständen liegt darin eine Erklärung für den dann doch unerwartet klaren Verlauf der Finalserie 2014. In Spiel eins fehlten den Tigers wenige Sekunden zum Sieg, ehe ausgerechnet der Ex-Langnauer Gerber ausglich und die Verlängerung erzwang. Dort erzielte Fankhauser das entscheidende 6:5 für Wiler.

Partie zwei geriet zu einer Machtdemonstration: Beim 3:8 blieben die Tigers chancenlos und sahen sich bereits mit 0:2 in Rückstand. Der Knackpunkt dann in Spiel drei: Zwei Minuten vor Ende führten die Tigers 3:2 und bekamen zudem ein Powerplay zugesprochen. Doch statt den Sieg über die Zeit zu retten, kassierte Langnau den Shorthander durch Flühmann und in Overtime den Knockout durch Wilers Schweden-Legionär Rosén.

Statt 1:2 stand die Serie also 0:3 – und war damit gelaufen. Bereits im vierten Spiel holte sich Wiler in eigener Halle vor gut 1.200 Fans mit einem soliden 3:1-Erfolg die Meisterschaft. „Dass es so deutlich werden würde, damit konnte man wirklich nicht rechnen“, sagte Wiler-Stürmer Adrian Zimmermann der Zeitung Nordwestschweiz. Es ist der neunte Titel in elf Jahren für das dominierende Team der Schweizer Eliteklasse.

Piranha Chur holte Titel in der Damen-NLA

Bei den Damen holte sich indes Piranha Chur die fünfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Der vierte Titel in fünf Jahren kam angesichts der Qualifikation, die man nur als Dritter mit elf Punkten Rückstand auf Finalgegner Dietlikon abschloss, durchaus unerwartet. Vor den Playoffs wurde zudem der Cupfinal verloren. Der folgende Trainerwechsel von Harri Lind zu Natalie Stadelmann brachte aber offensichtlich die entscheidende Wende.

Statistik Finalserien NLA
>Tigers Langnau – SV Wiler-Ersigen 0:4 (5:6 s.D., 3:8, 3:4 s.D., 1:3)
>UHC Dietlikon – Piranha Chur 1:3 (2:4, 7:3, 5:9, 2:3)