50:50

Nach den Erfolgen auf dem Kleinfeld wollen die Stern Ladies nun auch auf dem Großfeld angreifen. /Foto: Stern München

Nach den Erfolgen auf dem Kleinfeld wollen die Stern Ladies nun auch auf dem Großfeld angreifen. /Foto: Stern München

In München wächst der Damen-Floorball weiter in rasantem Tempo. Nach dem erneuten Kleinfeld-Titel wollen die Stern Ladies kommende Saison aufs Großfeld. In welchem Land steht allerdings noch nicht fest, denn in Österreich besteht eine attraktive Alternative zur deutschen Bundesliga.

 

Zum zweiten Mal in Folge haben die Stern Ladies vor kurzem die bayrische Meisterschaft gewonnen. Nach dem Sieg in der Premierensaison letztes Jahr konnten die Münchnerinnen ihren Titel in der Verbandsliga Kleinfeld also direkt verteidigen. Dagegen endete der erste Ausflug aufs Großfeld mit einer Lehrstunde: Im Damen-Pokal setzte es in einer SG mit Kleinfeld-Ligakonkurrent Kaufering eine herbe 2:15-Klatsche gegen den späteren Finalisten Grimma. Dennoch, die Erfahrung hat die Münchnerinnen Blut lecken lassen: Kommende Saison will man in der bayrischen Landeshauptstadt Damen-Großfeldliga spielen.

 

In welchem Verband das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Zwar gab es zwischen dem Trainerteam der Ladies, Thomas Weinrich und Jann Zurbruchen, und Grimma-Coach Ralf Kühne im Rahmen des Pokalduells beider Teams erste Gespräche über einen möglichen Einstieg in die 1. Bundesliga Ost. Doch vor allem die Entfernungen zu den Spielorten machen eine Entscheidung pro Bundesliga schwierig, denn es gibt ein zweite attraktive Option: die österreichische Liga.

 

Kürzere Distanzen sprechen für Österreich, höhere Lizenzgebühren gegen Deutschland

 

Dort sei Wien mit knapp 400 Kilometern die weiteste Reise, wohingegen Chemnitz mit einer ähnlichen Distanz noch die kürzeste Strecke in der deutschen Bundesliga wäre, rechnet Stern-Trainer Thomas Weinrich vor. Quantitativ nehmen sich beide Ligen nichts: Die 1. Österreichische Liga besteht aus fünf Teams, die 1. Bundesliga Ost zählt vier. Auch die gestiegenen Bundesliga-Lizenzgebühren würden die deutsche Liga „nicht gerade schmackhaft“ machen, so Weinrich.

 

Qualitativ hätten Topteams wie Wien und Zell am See in etwa das Niveau von Berlin und Heidenau/Chemnitz, lägen also auf Augenhöhe mit den Stern Ladies, meint Weinrich. Anders als die in Deutschland massiv überlegenen Equipen aus Weißenfels und Grimma. „Sollte der österreichische Ligaausschuß unserem Antrag stattgeben, versuchen wir wie unser Vorbild, die Herren aus Kaufering, die Liga zu durchmischen – nur halt in Österreich.“

 

Will Österreich die Stern Ladies überhaupt?

 

Ob Österreich wiederum die Münchner Damen haben will, ist indes nicht sicher. Auch bei den Stern Ladies bestehen daran gewisse Zweifel. Sollten die Verhandlungen letztlich scheitern, besteht in jedem Fall aber eine gute Chance, dass München dann in die 1. Bundesliga Ost einsteigen wird. Die Chancen, ob Deutschland oder Österreich, beziffert Weinrich auf „50:50“.

 

Die U13-Garde des FC Stern musste sich letzte Saison in der U13-Verbandsliga beweisen. Dort wurde das einzige reine Mädchenteam Letzter, sammelte aber viel Erfahrung. /Foto: FC Stern

Die U13-Garde des FC Stern musste sich letzte Saison in der U13-Verbandsliga beweisen. Dort wurde das einzige reine Mädchenteam Letzter, sammelte aber viel Erfahrung. /Foto: FC Stern

Der Erfolg der Stern Ladies, die in Bayern seit mehr als zwei Jahren ungeschlagen sind, färbt indes auch auf die Jugend ab. „Die Damen sind das große Vorbild unserer Nachwuchsabteilung“, meint Weinrich. Aktuell stellt der im Nachwuchsbereich ohnehin sehr umtriebige FC Stern die einzige U13-Mädchenmannschaft Süddeutschlands. Kommende Saison wird noch eine U12-Truppe hinzukommen. Bei so viel geballter weiblicher Power war es nur naheliegend, ein größeres Event nach München zu holen. Im Juni wird in München die Deutsche Meisterschaft der U16-Juniorinnen ausgetragen. „Für uns war das der nächste logische Schritt“, erklärt Weinrich.

 

Und nicht nur im Damen-Bereich geht es beim FC Stern voran: So entstand in den letzten Jahren ein Herrenteam mit ca. 30 Spielern, welches seine erste Großfeldsaison in der Regionalliga Süd auf einem respektablen fünften Rang von neun Teams beendete, drei Ränge hinter Lokalrivale PSV, die knapp hinter Schriesheim Zweiter wurden.