„Der Beste seiner Zeit“

Quist gelang nach seinem Comeback der vierte WM-Titel. / Foto: IFF

Quist gelang nach seinem Comeback der vierte WM-Titel. / Foto: IFF

Mit Henrik Quist verabschiedet sich ein ganz Großer aus dem internationalen Floorball-Zirkus. Der knapp 33-jährige Verteidiger war über 13 Saisons Pixbos Fels in der Brandung und einer der bekanntesten Botschafter seiner Sportart. Nun hat sein Knie über das Ende seiner Karriere entschieden. Eine Verneigung.

Henrik Quists Schlägerhaltung war häufig unkonventionell, mal breit, mal besonders eng gegriffen, sein Passspiel oft mutig und für den Gegner schwer zu lesen, seine Zweikampfstärke unübertroffen. Der 1,90 m große Verteidiger war in seinen Fähigkeiten einmalig.

„Für die meisten war die Präzision mit der Henry agiert hat, gar nicht erst greifbar.“

Quists unvergleichbare Qualitäten beschrieb am besten Pixbos Trainer Daniel Jansson, der im Innebandymagazinet auf das Karriereende wie folgt reagierte: „Henry hat es immer geschafft schwierige Sachen einfach aussehen zu lassen. 15 Jahre lang hat die Floorball-Welt beobachten können, wie man diese Sportart auf höchstem Niveau spielen muss. Für die meisten war die Präzision mit der Henry agiert hat, gar nicht erst greifbar.“

Hamburgs ehemaliger Abwehrchef Radek Kraus begegnete Quist zu Zeiten von Pixbos größtem Ruhm. Bei den Czech Open, welche die „Roten Füchse“ mehrfach gewannen, machte Kraus im Dres seines Ex-Vereins Chodov folgende Erfahrung: „Du denkst, du hast deine ein zwei Meter gut gemacht, aber dann steht er plötzlich wieder vor dir. Das war wie bei Matrix. Der Typ läuft nicht, der beamt sich übers Feld.“

„Das war wie bei Matrix. Der Typ läuft nicht, der beamt sich übers Feld.“

Quist begann beim Västervång 84 SK, feierte mit Pixbo Wallenstam zwei schwedische Meisterschaften und bildete mit Anders Hellgard und Niklas Jihde zur Zeit der Jahrhundertwende eine tödliche Achse. Seine geniale Spielantizipation machte auch in der Nationalmannschaft einen absoluten Schlüsselspieler aus ihm. Satte vier Weltmeistertitel gewann Quist mit Schweden und verbuchte an den sechs Turnieren, an denen er teilnahm, 18 Tore und 27 Vorlagen aus 28 Partien.

Sein einziges ausländisches Engagement verlief hingegen eher enttäuschend. Quist erlitt im Dienste von Wiler Ersigen eine folgenschwere Knieverletzung. Zwar gelang das Comeback als Schweden 2012 den Weltmeistertitel wiedereroberte, das Glück hielt aber nicht lange. Nun soll definitiv Schluss sein.

Herr auf engstem Raum - Quist macht vorm eigenen Tor sauber. / Foto: IFF

Herr auf engstem Raum – Quist macht vorm eigenen Tor sauber. / Foto: IFF

„Nach jedem Einsatz brauchte ich eine lange Reha-Zeit und ich kann aus meinem Körper nicht das rausholen, was ich benötige“, erklärte Quist gegenüber Innebandymagazinet. Dafür hat Jansson vollstes Verständnis: „Er war immer ein sehr schneller und starker Spieler. Um Floorball mit einer solchen Intensität weiterspielen zu können, muss er fit sein. Ich halte ihn für den Besten seiner Zeit.“

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