Das Wunschkonzert

In zwei Wochen startet die Bundesliga, der finale Spielplan ließ lange auf sich warten. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

In zwei Wochen startet die Bundesliga, der finale Spielplan ließ lange auf sich warten. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Bundesliga-Spielplan, Damen-Wettbewerbe, Pokal zurück in Chemnitz, Lizenzmanager und eine schicksalsträchtige Delegierten-Versammlung, der Dachverband Floorball Deutschland kämpft an vielen Fronten. Interview mit Generalsekretär Michael Lachenmaier über die Lage der Lage.

Am vergangenen Bundesliga Summit im Herbst 2013 hatten sich die Vereine einstimmig dafür ausgesprochen, vom Verband frühzeitig einen festen Spielplan vorgelegt zu bekommen, für den entsprechende Heimspiele zu melden sind. In der Vergangenheit, als Vereine sämtliche freien Kapazitäten melden sollten und der Verband den Spielplan daraus strickte, mussten im Anschluss zahlreiche Termine zurückgegeben werden, was teils zu Schwierigkeiten mit verantwortlichen Behörden führten. Mancher Verein beschränkte sich sowieso lediglich auf seine Wunschtermine.

In der Praxis unterscheiden sich aber die Möglichkeiten der Vereine, so dass manche ihre Austragungsorte nun wechseln müssen oder überhaupt keine Hallenzeiten bekamen und auf die Suche nach Heimspiel-Tauschpartnern gehen mussten. Bis vor Kurzem soll gerade mal die Hälfte der Vereine ihre finalen Termine gemeldet haben.

Zwar ist dies neben der Ansetzung der Damen-Wettbewerbe das öffentlich am meisten diskutierte Problem, den Verband erwartet aber ein noch viel schicksalshafterer Termin – die Delegiertenversammlung in Schriesheim am kommenden Wochenende. Ohne Vorstand und ohne Rückendeckung durch die Delegierten droht der Kollaps. Und das wenige Monate vor der ersehnten Aufnahme in den DOSB.

Floorballmagazin: Die Herren-Bundesliga musste lange auf einen ersten verbindlichen Spielplan warten. Heute folgten auch die DFB und der Rahmenspielplan. Mit der Vorgabe fester Spieltage und fester Spielzeiten sollte doch eigentlich alles einfacher werden.

Michael Lachenmaier: Feste Spielzeiten würden die Vereine überfordern, sie sind nicht in der Lage an einem fixen Tag eine feste Spielzeit in ihrer Halle zu organisieren. Außerdem wollen die meisten zwar eine feste Spielzeit, aber jeder Verein eine andere, so dass eine fixe Zeit für alle Vereine wenig Sinn macht. Wir haben stattdessen die Zeit, zu der Spiele angepfiffen werden für alle Ligen und den Pokal vereinheitlicht und diesen Slot auch noch kleiner gemacht – Samstag 13 bis 19 Uhr, Sonntag 13 bis 16 Uhr. Damit entfallen die kritisierten Termine am Sonntagmorgen. Aktuell fehlen uns noch die konkreten Daten eines Vereins, so das ein Ende der Erstellung des Spielplans absehbar ist.

Lange stand die Damen-Bundesliga auf der Kippe, jetzt soll sie abgesagt worden sein.

Ja, eine Damen-Bundesliga wird es nicht geben. Nach Auflösung der Kooperation zwischen Chmnitz und Heidenau verbleiben mit Weißenfels, Grimma und Berlin nur drei Teams. Bedingung für die Durchführung einer Bundesliga war wie schon in der letzen Saison das mindestens 4 Teams dabei sind. Stattdesssen soll es eine Regionalliga Ost geben. Der Dachverband kümmert sich im Anschluss um gemeinsame Playoffs, die im Modus des letzten Jahres ablaufen. Für die Teams ändert sich dadurch de fakto nicht sehr viel. Der Pokal-Wettbewerb startet mit mindestens neun Teams. Wir haben jetzt jeweils drei Teams aus dem Osten und Westen, zwei aus dem Süden und eine Vertretung aus dem Norden dabei. Möglicherweise kommen bis nächsten Mittwoch, der neuen Deadline sogar noch weitere Teams hinzu. Auch um das zu ermöglichen, haben wir die ursprüngliche Auslosung eben aussetzen müssen.

Der Lizenzmanager wurde überarbeitet. Jan Hoffmann hat sich mit seinen Kollegen an den Code getraut.

Am Manager wird zweigleisig gearbeitet. Einerseits wird die Funktionalität des aktuellen Systems verbessert, andererseits wird ein neues erstellt, das 15/16 starten soll. Es soll dann auch Basis für eine ausführlichere Statistk bieten, wie etwa zu Schüssen oder Torhüterleistungen. Des Weiteren wird auch ein Live-Ergebnisdienst Teil das Ganzen sein. Hier werden im Laufe der Saison erste Tests laufen. Näheres kann Jan Hoffmann dazu sagen.

Der Pokal kehrt nach einer Zwischenstation auf Föhr zurück nach Chemnitz. War die Idee nicht, denn Wettbewerb reisen zu lassen?

Ein Wettbewerb, dreimal ausgeschrieben, ein Bewerber. Insofern war die Entscheidung nicht schwer. Und wir wissen, dass die Halle sehr geeignet ist und Chemnitz sehr gute Veranstaltung durchführen kann. Bedingt durch den gesetzten Ausrichter verändert sich aber der Modus. Wir haben bisher immer mit einem 64er-System gearbeitet, da wir jetzt nur noch drei Spots frei haben, für die sich Teams qualifizieren können, wird daraus ein 96er-Feld – es gibt drei Viertelfinals, sechs Achtelfinals und so weiter. In der ersten Runde, reduziert auf 48 Teams, haben Erstligisten spielfrei.

Es war aber schwierig die Logik der Lostöpfe nachzuvollziehen.

Die Töpfe wurden nach Bundesländern aufgeteilt, wie das auch schon in vergangenen Jahren gemacht wurde, Hannover ist dabei irrtümlich in den falschen Topf gewandert. Sprich es war ein Fehler der zuständigen Kommission. Wir werden uns gemeinsam mit der SBK Gedanken machen, wie die Einteilung optimiert werden kann. In Zukunft wird es klar formulierte, auch geografisch weisende Parameter zur Einteilung der Töpfe geben.

Am Wochenende steht in Schriesheim die Delegiertenversammlung an. Schicksalstermin?

Im Grunde, wieder einmal, ja. Die Vorbereitung darauf schluckt im Augenblick fast sämtliche zeitlichen Ressourcen. Es muss ein neuer Vorstand gewählt werden, aber personelle Optionen sind kaum vorhanden. Ich hoffe, dass allen Anwesenden bewusst sein wird, was auf dem Spiel steht und wir eine Lösung finden. Der wirklich gelungene Plan zur Restrukturierung des Verbandes und seiner Tätigkeitsbereiche, den auch fast alle Delegierten im Frühling willkommen hießen, kann nur dann umgesetzt werden, wenn es Leute gibt, die mitanpacken.