Hashtag Bundesliga

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Floorball Deutschland will die Rolle von Twitter bei der Bundesliga-Berichterstattung erweitern, unter anderem mit Hashtags für jede Partie und einzelnen Tickerfenstern auf floorball.de. Wenn es nach MÖK-Mitglied Tobias Melde ginge, darf ruhig noch lauter gezwitschert werden.

Floorballmagazin: Wie seid ihr bislang mit der Twitter-Nutzung der Vereine zufrieden? Bislang hält sich die Begeisterung ja in Grenzen.

Tobias Melde: Mit der Twitter-Nutzung sind wir sowohl in der Breite als auch in der Spitze noch nicht wirklich zufrieden. Erfreulich ist, dass fast jeder Verein neben einem Facebook- auch einen Twitter-Account besitzt, diesen aber leider noch zu selten benutzt. Gerade für unsere junge Sportart, die vor allem über die Onlinemedien wächst, ist diese Plattform sehr wichtig – auch weil es zurzeit noch keine Liveticker-Funktion im Manager-System gibt. Mit dem Smartphone und einem Twitter-Account kann dies aber kinderleicht umgegangen werden und sogar für mehr Interaktivität sorgen als eine statische Software.

Und gibt es Reaktionen der Vereine selbst auf Eure Aufrufe?

Erste Reaktionen von Kontaktpersonen haben wir bislang nicht erhalten, jedoch habe ich schon gesehen, dass der eine oder andere Verein den Hashtag seit gestern verwendet. Die Message ist also bei manchen schon angekommen. Mit der Einbindung der seperaten Twitter-Feeds zu jedem Spiel können wir gleich auf der Startseite an einem Spieltag die Spielstände besser präsentieren, als wenn manche Tweets von Spielen durch einen aktiveren Verein im allgemeinen #fd_buli-Kasten verschwinden.

Größeres Potenzial haben dabei vermutlich die Fans, die während des Spiels twittern können.

Ja, ähnlich wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft kann man durch die spielspezifischen Hashtags natürlich auch die Fans zum Twittern und Diskutieren animieren. Wünschenswert wäre es, wenn auch Fan-Meinungen oder Infos und Emotionen „von der Tribüne“ den Weg in die Twitter-Box fänden. Es gibt doch nichts schöneres, als von einem Spiel mehrere Meinungen zu hören und dadurch den Spielverlauf und die Stimmung in der Halle wiederzugeben.


Aber wie kann man die Fans noch besser ansprechen und motivieren?

Ansprechen kann man die Fans wahrscheinlich nur durch eine gute Vorbildfunktion der Vereine und Mundpropaganda bei den Spielen. Vereine könnten Banner oder kurze Info-Zettel aufhängen, auf denen die beiden relevanten Hashtags, #fd_buli und der jeweilige Spielhashtag, etwa #tvlbat oder #redssf, präsentiert werden. Aber auch der Hallensprecher könnte Informationen durchgeben oder vielleicht witzige und wichtige Tweets vom aktuellen Spiel oder Parallelspielen der Konkurrenz vorlesen.

Wohin soll die Reise eigentlich gehen?

Die Reise soll auf jeden Fall dahin gehen, dass wir es schaffen, primär einen schnelleren Informationsfluss am Wochenende herzustellen. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr in Zeiten von Brieftauben. Das Ergebnis eines Bundesliga- oder auch Regionalligaspiels sollte es heutzutage eigentlich innerhalb von 10 Sekunden nach Abpfiff in das World Wide Web schaffen. Nur dadurch können wir unsere Sportart optimal nach Außen verkaufen. Aber auch innerhalb der Floorball-Community selbst entsteht so ein ganz neuer Spirit. Spannendes Mitfiebern an den Spieltagen, das Verfolgen der Konkurrenz, das Errechnen der Live-Tabelle oder die Vorfreude auf den kommenden Spieltag schon im Vorfeld kommunizieren – die neuen Medien und unsere rasante, abwechslungsreiche Sportart sind dafür optimal.

Und Twitter ist die richtige Plattform?

Twitter stellt im Moment teils eine Zwischenlösung für die Livebericht-Erstattung dar. Später wäre es wünschenswert, wenn wir den Vereinen eine Plattform bieten könnten, durch die sie einen Liveticker im eigentlichen Sinne schreiben und pflegen können. Wäre dies geschafft, könnte Twitter als zusätzliche Plattform für die Fans und deren Emotionen während des Spiel dienen. Doch bis dahin sollten die Vereine Twitter für beide Zwecke nutzen.