Muskelspiele

Unter Druck - Titelfavorit Weißenfels (rot), Abstiegskandidat Chemnitz (blau). / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Unter Druck – Titelfavorit Weißenfels (rot), Abstiegskandidat Chemnitz (blau). / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Noch nie hat die Bundesliga ein so lautes Transferkonzert erlebt. Die Favoriten haben weiter aufgestockt, die zweite Reihe hat nachgelegt. Legionäre werden die Liga prägen, den feinen Unterschied könnten aber die heimischen Kräfte machen. Eine Prophezeiung.

21 internationale Transfers haben die deutschen Bundesligisten über den Weltverband in diesem Sommer bereits abgewickelt und weitere werden mit großer Wahrscheinlichkeit folgen. Doch wie passt dies mit den Bedürfnissen und Chancen der Teams zusammen und wie sehen die neuen Kräfteverhältnisse aus?

In die neue Saison startet der Titelverteidiger aus Weißenfels mit zwei hochwertigen skandinavischen Verstärkungen sowie einem tschechischen Rückkehrer und vielleicht folgt noch ein weiterer Name (Update: „Star-Transfer für Weißenfels„). Favorit bleibt der UHC aber dank seiner akribischen Vorbereitung und der Qualität deutscher Spieler, die in dem Umfang innerhalb des Wettbewerbs ihresgleichen sucht.

Wernigerode und Leipzig blieben ausländische Spitzenkräfte erhalten, Kuittinen und Krupicka bleiben Teufel, Kanta und Ronkanen Löwen, hinzu kommen noch jeweils drei äußerst ansprechende internationale Transfers. Für den Konkurrenzkampf um den Titel sollte man somit bestens aufgerüstet haben. Entscheidend wird hier die Fügung mit dem Stammkader sein.

Im vergangenen Jahr begeisterte Kaufering mit ungezwungenem Offensivspiel und stand den etablierten Topteams in nichts nach. Im Hinblick auf das Wettrüsten der Gegner stünden die Chancen ohne eigene Verstärkungen nicht allzu glänzend. Mit den Gebrüdern Hanic, die in der tschechischen Extraliga zentrale Rollen übernahmen, und dem slowakischen Nationalspieler Joscak hat man aber geschickt nachgezogen.

Hinter diesem Quartett ist ein Bruch zu erwarten. Lilienthal verstärkte sich unter anderem mit einem weiteren Bremer Kompetenzbolzen, Torben Kleinhans, sowie zum ersten Mal mit Legionären und wird wieder offensiv glänzen. Berlin verabschiedete zwar acht Spieler aus dem Kader, der Großteil dieser zupfte aber eher an der zweiten Geige und neue Namen gibt es für die defensivstarken Hauptstädter auch genug. Die Zugänge beider Teams erreichen jedoch bei Weitem nicht das Level der akquirierten Kräfte der Topgruppe.

Am nüchternsten verhielt sich im Sommer der SSF Bonn. Lediglich Nationalspieler Lutz Ackermann kehrt aus der Schweiz zurück. Vielleicht aber genau die richtige Entscheidung, bedenkt man die beeindruckende Effizienz der Dragons aus den vergangenen Pokalsaisons. Größter Gegner – der anspruchsvolle Generationswechsel. Hamburg wirkt nach einer schwachen Saison hochmotiviert. Die Rückkehr Hoffmanns und Koivistos dürfte den ETV auch dieses Jahr in der Bundesliga halten, der Abschied der produktiven Stammkräfte Neumann und Kappel sowie Keeper Dietz wiegt dennoch schwer.

Das große Fragezeichen prankt über Dresden und Chemnitz. Beiden Vereinen gelangen wichtige Zugänge, die deutschen Stammkader gehören aber, trotz etwa des Duos Schuschwary-Gruhne bei Dresden oder der jungen Wilden in Chemnitz, zu den schwächeren der Liga. Über den Absteiger werden die Playdowns und somit vor allem Routine und Effizienz entscheiden.

Floorballmagazin-Prophezeiung 14/15
1. UHC Weißenfels
2. Red Devils Wernigerode
3. Red Hocks Kaufering
4. MFBC Löwen Leipzig
5. TV Lilienthal
6. BAT Berlin
7. Unihockey Igels Dresden
8. ETV Hamburg
9. SSF Bonn
10. Floor Fighters Chemnitz

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